Mehr naturnaher Stadtraum für Aalen

Oberbürgermeister Thilo Rentschler hat dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung gemeinsam mit Rudolf Kaufmann, Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes erste Ideen für ein städtisches Konzept vorgestellt, wie in Aalen in den nächsten Jahren vernetzter naturnaher Stadtraum geschaffen und dieser als Erholungs- und Freizeitfläche noch besser erlebbar gemacht werden kann. Aalen verfügt bereits über eine „grüne Infrastruktur“ - durch Renaturierung kann dieses Potenzial noch weiter ausgeschöpft werden.

(© Stadt Aalen)

„Das Grünflächenamt der Stadt Aalen wurde vor über 25 Jahren gegründet. Seither wurden zahlreiche Grünkonzepte entwickelt und viele Maßnahmen umgesetzt, um die Natur in die Stadt zurückzuholen und damit stärker erlebbar zu machen“, erklärt OB Rentschler. „Die Lebensqualität gewinnt dadurch enorm. Aalen hat eine charakteristische Landschaft, die geprägt wird durch ein faszinierendes Naturschauspiel mit unterschiedlichen Bachläufen, die auf den Kocher zufließen und in diesen mün-den. Wir möchten nun die bestehenden Ansätze in einem Gesamtkonzept zusammenführen und mit ganz konkreten Umsetzungsmaßnahmen verbinden.“

DAS GESAMTKONZEPT SOLL UNTER ANDEREM FOLGENDES ENTHALTEN:

  • Renaturierung von Bach- und Flussbeeten
  • Die großzügige Grüne Mitte auf dem Stadtoval, die Naherholungs- und Freizeitfunktion für das neue Stadtquartier, aber auch für die umliegenden Stadtteile haben soll
  • Zudem sollen die bestehenden Grünzonen und Freiräume über Fuß- und Radwege miteinander vernetzt werden
  • Erweiterung des Stadtgartens an der Curfeßstraße
  • Verbindung der Grünzone von der Schillerhöhe über das Welterbegelände beim Limesmuseum und dem St.-Johann-Friedhof bis zur Innenstadt
  • Ein wichtiger Bereich ist, wie Flächen wieder komplett der Natur zur Verfügung gestellt werden können und daraus eine urbane Wildnis entsteht
  • Boskettpark als Grünzone im Gebiet Bohl-Hofstätt

Gemeinsam mit dem Gemeinderat soll die Diskussion im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

GRÜNES NETZ STADTNATUR

Der Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes, Rudolf Kaufmann stellte in der Stadt Aalen umgesetzte Maßnahmen und bestehende Konzepte vor: „Aalen muss sich nicht verstecken, die Menschen leben in einer sehr schönen Landschaft hier. Diese ist charakterisiert durch drei Naturräume von der Albhochfläche über den Albtrauf bis zum Welland, die alle ihren eigenen Charakter haben und gepflegt und unterhalten werden müssen.“

Im Rahmen des Landschaftsplans wurde frühzeitig das Ziel gesetzt, Gewässer zu renaturieren und die Freiraumentwicklung sowohl im Außenbereich als auch in den Ortslagen voranzutreiben, insbesondere für den Kocher.

Das Welland ist charakterisiert durch die größeren Flussläufe zu Kocher und Aal. Die zahlreichen Bachläufe und Flüsse sind die Lebensadern der Stadt Aalen und ziehen sich auf insgesamt 97,5 Kilometer Länge. Von 1990 bis 2015 wurden auf einer Gesamtlänge von 9,29 Kilometern Renaturierungen und Gewässeröffnungen durchgeführt. Zuletzt wurde im Rahmen der Kocherrenaturierung Breitwiesen in Unterkochen der Fluss auf 680 Metern Länge für 1,9 Millionen Euro in ein mäanderndes Bett zurückgeführt.

Der Bau des Hochwasser-Rückhaltebeckens Dürrwiesen mit Grundwassersee ist auch ein herausragendes Beispiel für Freiraumentwicklung. Im Rahmen der Erstellung des Bauwerks wurde im Rombachtal die Chance ergriffen, auch eine Grünentwicklung mit Damm und Wegen umzusetzen. Urbane Wildnis kann entstehen, wenn ihr Platz gegeben wird. Diese birgt Potenziale zur Förderung der biologischen Vielfalt und von Naturerlebnisräumen in Städten.

 

WEG KONSEQUENT FORTSETZEN

Im Zuge des Kaufland-Neubaus ist eine Renaturierung mit Ufergestaltung und Gehund Radweg geplant. An dieser besonderen Stelle soll der Kocher wieder erlebbar gemacht werden.

Auch bei der Entwicklung des Union Geländes sieht die Stadt Aalen die Chance und die Pflicht, einen Gewässerrandstreifen zu entwickeln und die Grünvernetzung nach Süden fortzuführen.

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