Neue Wege in der Kinderbetreuung

Am Dienstag, 23. März 2010 veranstaltete die Stadt Aalen an der Hochschule Aalen einen Fachtag zum Thema Kinderbetreuung mit dem Impulsvortrag "Frühkindliche Bildung" und einem umfangreichen Themenmarkt.

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Die Resonanz auf die Veranstaltung mit knapp 200 Gästen war sehr gut. Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher blickte zurück auf den ersten Aalener Betreuungsgipfel im Jahr 2009. "Seitdem wurde der Ausbau der Kleinkindbetreuung weiter vorangebracht, neue Ganztagesangebote sind entstanden, die Sprachförderung und die Flexibilisierung von Angeboten machen stetig Fortschritte. Die Stadt Aalen befindet sich auf einem guten Weg zur vorgeschriebenen Betreuungsquote von 34 Prozent für die Unter-Dreijährigen. Dies ist einem guten Miteinander der verschiedenen Träger zu verdanken. Wir haben sehr viel getan zum Wohle der Kinder und der Infrastruktur vor Ort und werden diesen Weg konsequent weiterverfolgen."

Beate Andres und Hans-Joachim Laewen vom Institut für angewandte Sozialisationsforschung/Frühe Kindheit e.V. (infans) in Berlin stellten anschließend ihr Konzept für die Kleinkindbetreuung vor. Das Ingenieurbüro entwickelt seit 22 Jahren Konzepte, um Forschungsergebnisse zur frühkindlichen Entwicklung in praktikable Ansätze zu transferieren. "Aufgrund der Globalisierung wird Bildung als persönliche Ressource immer wichtiger. Die vorschulischen Bildungssysteme gewinnen hierzu immer mehr an Bedeutung."
© Stadt Aalen, 24.03.2010
Nach Ansicht von Hans-Joachim Laewen ist es bereits fünf nach zwölf - ein Umdenken ist unerläßlich

Lernprozesse des Kindes als Basis

Das infans-Konzept wird auch in Aalen teilweise bereits angewendet. Dieses dient als Grundlage für die pädagogische Arbeit mit Kindern. Der Ansatz stellt die Lernprozesse eines Kindes, die auch durch die Gehirnforschung bestätigt werden, in den Vordergrund. "Kinder haben ein eigenes Potenzial, die Welt zu erkennen und für sich zu strukturieren. Diese Bildungsprozesse können nicht direkt beeinflusst werden" erklärt Laewen. Kern von infans sei, die pädagogischen Ziele mit den Interessen der Kinder zu verknüpfen. Durch Beobachtung, Dokumentation und Interpretation werde für die Kinder ein individueller Curriculum erarbeitet. "Der Weg der Erwachsenen zum Kind führt über die Interessen der Kinder" resümiert Laewen. Die Einführung von infans komme einem Neuanfang in der Einrichtung gleich. Vorhandene Strukturen und Arbeitsgrundlagen müssten komplett erneuert werden. Auf dem anschließenden Themenmarkt präsentierten sich in zehn Stationen Kooperationspartner der Stadt Aalen. Gelungene Beispiele sollten einen Impuls zu noch mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit geben.