Neugestaltung der südwestlichen Innenstadt

Das Gebiet rund um das Rathaus wird neu gestaltet. Der Gemeinderat hatte hierzu im Mai mit einem Bebauungsplan die Weichen gestellt. Jetzt wurden im Fachbeirat Städtebau Ergebnisse eines Workshops mit drei Büros vorgestellt und die Basis für die weitere Planung gelegt.

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„Die bisherige Stadteingangssituation an der Ecke Stuttgarter Straße und Friedrichstraße hat eher Hinterhofcharakter und lässt nicht vermuten, welche schöne Innenstadt sich dahinter verbirgt. Mit der Überplanung dieses Quartiers wollen wir an dieser Stelle eine attraktivere Entrée-Situation schaffen. Außerdem möchten wir hier, wie bereits in der Grünkonzeption der Stadt Aalen vorgesehen, den Kocher wieder erlebbar machen“ berichtet Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler von den ersten Ergebnissen des Workshops.

Der Fachbeirat Städtebau hat sich einstimmig für das Städtebauliche Konzept des Stuttgarter Büros Wick und Partner ausgesprochen, das jetzt als Arbeitsgrundlage für die weiteren Beschlüsse des Gemeinderats dient. Die vom Verfasser als „städtebaulich historisch motiviertes Zielkonzept“ bezeichnete Planung befasst sich mit der Entwicklungsperspektive für die südwestliche Innenstadt – innerhalb und außerhalb der historischen Altstadt. Wesentliche Elemente der Überlegungen sind dabei sowohl die zu erwartenden Veränderungen am Standort des Kaufring-Kaufhauses wie auch die städtebaulichen Potentiale der südwestlich angrenzenden Flächen für die Aalener Innenstadt.
© Stadt Aalen, 17.07.2012
Ein Investor plant den Abbruch und Neubau des Kaufring-Gebäudes. Der Neubau wird genauso weit wie das bestehende Gebäude in die Marktstraße ragen, soll allerdings etwas feiner gegliedert sein. Die Arkaden sind nicht mehr vorgesehen, da dies nicht mehr zeitgemäß ist, sondern die Schaufenster rücken nach vorne. „Für den gesamten Einzelhandel in der Stadt ist ein Einkaufsmagnet an dieser Stelle der Innenstadt als Gegenpol zum Nördlichen Stadtgraben sehr wichtig, die Stadt Aalen ist daher sehr froh über die derzeitige Entwicklung am Standort und begrüßt eine Stärkung des Einzelhandelsangebotes“ betont Heim-Wenzler. Im Zielkonzept von Karl Haag, Wick und Partner, ist vorgesehen, die Sichtachse der alten Stadtmauer im Westlichen Stadtgraben freizustellen. Dazu soll im Kaufhaus-Gebäude eine beidseitige Verglasung dienen, die einen Blick durch das Gebäude zum Rathaus ermöglicht. Nach dem Vorschlag von Karl Haag soll das Kaufhaus vom Torhaus abgerückt werden, damit hier eine belichtete Gasse entstehen kann. Dadurch wird eine durchgängige Passage bis zum Marktplatz eröffnet. Dies würde nicht nur den alten Stadtgrundriss erlebbar machten, sondern wäre auch mit großen Vorteilen für die Belichtung des Torhauses verbunden. Auf dem Parkplatz westlich des Rathauses soll über der Tiefgarage ein Gebäude – das „Schaufenster Innenstadt“ als weithin sichtbares architektonisches Zeichen – errichtet werden. Es könnte als Stadthaus, Veranstaltungssaal, Dienstleistungs-, Verwaltungs- oder auch Museumsgebäude verwendet werden. Die Tiefgarage müsste entsprechend vergrößert werden, um den Wegfall der Parkflächen zu kompensieren. Das Rathaus, das zwar außerhalb der historischen Altstadt liegt, durch seine Stellung quer zur Marktstraße diese aber räumlich abschließt, soll weiterhin seine Solitärstellung behalten. Ergänzt wird das Zielkonzept um eine Abfolge von Plätzen, die ausgehend vom Marktplatz bis zum Kocher reichen und die so durch ein vielfältiges Angebot die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt steigern. An der Ecke Stuttgarter Straße und Friedrichstraße sieht das Konzept einen ruhigeren Platz mit Grünflächen vor. Hier soll der Kocher freigelegt und mit Trittsteinen versehen werden. „Gerade an Grünflächen fehlt es in der Stadt. Daher müssen wir diese Chance nutzen und auch den Kocher wieder erlebbar machen“. Dieser könnte laut Heim-Wenzler hier an das alte Gaulbad erinnern. Das Konzept bildet die Arbeitsgrundlage, um die Planung bis Ende des Jahres im Gemeinderat weiterentwickeln zu können.