Neujahrsgrußwort des Oberbürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zum Jahreswechsel 2003/2004 grüße ich Sie alle sehr herzlich. Ein ereignisreiches, aber auch schwieriges Jahr geht zu Ende.

Das herausragende Thema in den Städten und Gemeinden landauf landab ist derzeit die dauerhafte Sicherung der Kommunalfinanzen. Auch unsere Stadt ist davon betroffen. Die Einnahmen brachen bereits im zweiten Halbjahr des Jahres 2002 weg, was sich im Haushaltsjahr 2003 nochmals verschärfte. Deshalb habe ich eine Haushaltsstrukturkommission von Verwaltung und Gemeinderat einberufen, die ein Sparpaket in Höhe von 4,4 Millionen Euro erarbeitete und das Ende Mai 2003 verabschiedet wurde. Einen großen Teil des Sparpakets machen die Einsparungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro im Bereich des Personals bei der Stadtverwaltung aus. Weitere 2,1 Millionen Euro kommen durch Kürzungen bei Sachausgaben der Verwaltung und Zuschussreduzierungen bei Dritten zu Stande. Die verbleibenden 0,7 Millionen Euro sollen durch Einnahmeverbesserungen generiert werden. Die Reaktionen auf die Sparmaßnahmen, die ich erfahren durfte, waren überaus positiv. Ich habe das Gefühl, dass unsere Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung bei Ihnen verstanden und mitgetragen werden. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Leider werden sich die Finanzen unserer Stadt nicht umgehend verbessern. Der eingebrachte Haushaltsentwurf spricht mit einer negativen Zuführungsrate vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt in Höhe von 4,3 Millionen Euro eine deutliche Sprache. Dies darf kein Dauerzustand werden. Wir sind alle angehalten, sparsam mit unseren finanziellen Ressourcen umzugehen. Deshalb bin ich gespannt auf die kommenden Wochen und Monate, bei denen es unter anderem auch darum geht, von liebgewonnenem Abschied zu nehmen. Ich setze dabei erneut auf Ihr Verständnis und Ihre Einsicht.

Trotz der prekären finanziellen Lage haben wir aber den Kopf nicht hängenlassen und an unseren Vorstellungen weiter gearbeitet und sie teilweise schon umgesetzt.

$(text:b:Tunnel am Bahnhof)$

So konnten wir beispielsweise den neuen Tunnel am Bahnhof für den Verkehr freigeben. Und wenn wir voraussichtlich 2005, nach der Fertigstellung der Schwerlaststrecke, die Hochbrücke "drehen", haben wir es in akribischer Feinarbeit geschafft, die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu befreien. Für das Quartier zwischen Bahnhofstraße und Johann-Gottfried-Pahl-Straße ergeben sich dadurch völlig neue Möglichkeiten.

Weitere zahlreiche Tiefbau-, Straßenbau- und Erschließungsmaßnahmen in der Kernstadt, als auch in den Stadtbezirken, konnten begonnen, fortgeführt oder abgeschlossen werden. Erinnern möchte ich an dieser Stelle vor allem an den Bebauungsplan "Wehrleshalde", die Endaus-baumaßnahmen im Baugebiet "Beckenwiesen" in Ebnat, die Erschließung des Gebiets "Beckenhalde" in Dewangen, den Bebauungsplan "Mühlfeld-Nord" in Hofen, Erschließungsarbeiten zum Baugebiet "Langäcker" in Unterkochen, den Bauplatzverkauf "Am Sattel" in Wasseralfingen, Erschließung des Gewerbegebietes "Geißberg" in Waldhausen oder auch die Einweihung des Dorfplatzes in Fachsenfeld.
© Stadt Aalen, 31.12.2003
Gemeinsam zogen sie einen Schlussstrich zur Ortskernsanierung in Wasseralfingen: Tiefbauamtsleiter Jörg Hägele, Bürgermeister Manfred Steinbach, Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle, MdL Ulla Haußmann, MdL Winfried Mack und Ortsvorsteher Karl Bahle (v.l.n.r.)

Fachhochschule

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft unserer Stadt und der Wirtschaft war die Entscheidung des Landes, die Fachhochschule am Burren zu erweitern. Verbunden mit dem 40jährigen Jubiläum konnten wir den ersten Spatenstich für den Neubau des Studentenwohnheims vornehmen. Mit dem Erweiterungsbau der FH will das Land im kommenden Frühjahr beginnen. $(text:b:Waldstadion)$ Sportlich und kulturell machte das städtische Waldstadion bundesweit auf sich aufmerksam. Kulturell vor allem durch das großartige Konzert von Herbert Grönemeyer und portlich durch die Einweihung mit der Liga-Pokal Halbfinalbegegnung. Aalen gilt zurecht als offene Stadt, als liebens- und lebenswerte Stadt. Dazu tragen vor allem die vielen kulturellen Ereignisse und Höhepunkte bei. Es gilt einmal mehr allen Dank zu sagen, die sich für das kulturelle Leben in unserer Stadt einbringen, sich ehrenamtlich bei zahlreichen Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Jazzfest, dem Behindertenfest oder beim Internationalen Fest engagieren. Trotz vieler Lichtblicke mit steigenden Auftragseingängen bei ansässigen Unternehmen macht mir die hohe Arbeitslosigkeit in unserem Raum nach wie vor große Sorgen. Die Ertragslage vieler Unternehmen ist nicht befriedigend und viele Arbeitnehmer bangen um ihre Arbeitsplätze. Ich hoffe und wünsche, dass unsere Betriebe die schwierige Zeit meistern und mit neuem Elan aus der Krise hervorgehen. Als Stadt können wir keine Arbeitsplätze schaffen. Wir können aber die Rahmenbedingungen so gestalten, dass es sich lohnt, bei uns zu investieren. Und so haben wir bei dem eingangs erwähnten Sparpaket zum Beispiel ganz bewusst darauf verzichtet, die Gewerbesteuer anzuheben. Dies wäre gerade in der heutigen Zeit kontraproduktiv. $(text:b:Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,)$ zum bevorstehenden Jahreswechsel ist es mir ein ganz besonders Anliegen, allen zu danken, die an der positiven Entwicklung unserer Stadt mitgearbeitet haben. Dies ist vor allem die Bürgerschaft, die bei vielen Anlässen bewiesen hat, dass sie stets bereit ist, sich für die Belange der Stadt einzusetzen und zu engagieren. Mein Dank gilt in besonderer Weise allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich in sozialen Einrichtungen, in den Kirchen, bei der Lokalen Agenda 21 oder in Vereinen, sei es auf kulturellem, sportlichem oder sozialem Gebiet, ehrenamtlich in ihrer freien Zeit eingebracht haben. Auf dieses Engagement sind wir und unsere Gesellschaft nach wie vor angewiesen. Lassen Sie bitte nicht nach. Ich möchte mich auch bei allen bedanken, die im Gemeinderat und in den Ortschaftsräten Verantwortung für die Stadt und ihre Einwohner übernommen haben. Ich danke abschließend allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in privaten Initiativen öffentliche Aufgaben wahrnahmen und zupackten, wenn Mitmenschen sie brauchten. Eingangs habe ich es bereits erwähnt: Wir befinden uns in einer schwierigen Haushaltssituation. Gerade deshalb sind wir alle aufgefordert, an der Entwicklung unserer Stadt mitzuwirken. $(text:b:Wahlen 2004)$ Im kommenden Jahr wählt Aalen mit dem neuen Gemeinderat und den neuen Ortschaftsräten die Vertretungen der Bürgerschaft. Ich bitte Sie herzlich, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und die Chance der eigenen Mitwirkung zu nutzen. Mein Wunsch ist es, dass wir gemeinsam an einem Strang zum Wohle unserer Stadt ziehen. Uns allen wünsche ich, dass der äußere und innere Frieden erhalten bleibt. In diesem sinne wünsche ich unseren Einwohner, Deutschen wie Ausländern, ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2004. Ihr Ulrich Pfeifle Oberbürgermeister