OB informiert sich über Aalener Tafel

Überfluss herrscht in diesem Lebensmittelladen nicht. Oberbürgermeister Thilo Rentschler ließ sich heute von Pfarrer Richter und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Aalener Tafel vor spärlich bestückten Regalen über die Arbeit des Tafelladens informieren. „Manchmal haben wir noch weniger zu verkaufen“ berichtet Heidi Rödel, die seit Beginn der Aalener Tafel, seit Februar 1999, als Ehrenamtliche mitarbeitet.

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Seit Lebensmittelläden und Discounter exakter disponie-ren und Ware, die kurz vor dem Verfallsdatum steht, zu günstigeren Preisen verkaufen, haben es die Tafelläden in Deutschland schwer. „Es ist härter geworden, wir ehrenamtlichen Vorstände sind immer auf Betteltour und versuchen, Unterstützer zu gewinnen“ berichtet Hannelore Melcher. Dankbar ist man für jede Spende. „Von den Beiträgen, die wir von Firmen und Einrichtungen in der Weihnachtszeit erhalten, finanzieren wir die Betriebskosten“ erläutert Pfarrer Richter. Dazu gehört das Gehalt des einzigen Festangestellten, des Leiters Gerhard Vietz. „Und die Unterhaltung unseres Kühlwagens, der aber in die Jahre gekommen ist und uns große Sorgen macht. Wenn der LKW ausfällt, wissen wir nicht weiter“, so Richter.

40 aktive Vereinsmitglieder, darunter vier Fahrer arbeiten ausschließlich ehrenamtlich, „die Älteste ist 81 Jahre, die meisten zwischen Ende 40 und 60“. Ab und zu wird die Tafel auch von Praktikanten oder Absolventen eines „Sozialen Jahres“ unterstützt.
Die Lebensmittelspenden werden mit dem LKW abgeholt und sortiert, bevor sie im Obst- oder Kühlregal der Tafel zum Verkauf angeboten werden.

Bereits Stunden bevor die Rollos hochgezogen und die Türen des Ladens geöffnet werden, stehen die Menschen geduldig Schlange auf der Straße. 346 Kunden zählt die Aalener Tafel derzeit, so viele Bezugskarten sind verteilt. „Wir versorgen rund 1.200 Menschen. Und mit der wachsenden Zahl von Asylbewerbern in Aalen wächst auch unser Kundenstamm„ stellt Geschäftsleiter Vietz fest.

Oberbürgermeister Rentschler schaut sich das Warenangebot genau an. Heute gibt es Brot und süße Stückchen an der Theke. Milch und Joghurt, Orangen, Mandarinen sind gefragt, auch die drei Packungen Cornflakes sind schnell vergriffen. Und die Fleecedecken, die das Stadtoberhaupt der Aalener Tafel mitgebracht hat, wechseln für 1,50 Euro die Besitzer. Kein Lebensmittel zwar, aber vielleicht ein wärmendes Weihnachtsgeschenk für ein Familienmitglied.
© Stadt Aalen, 18.12.2013