OB Rentschler im Dialog mit Aalener Handwerkern

Die Kreishandwerkerschaft und die Stadtverwaltung pflegen einen fairen und sachlichen Austausch. Das bestätigte der diesjährige Handwerkerdialog, zu dem Oberbürgermeister Thilo Rentschler in guter Tradition die Vertreter der Innungen eingeladen hatte. Angeregt diskutierte die Runde über Duale Ausbildung und die Ausbildungssituation im Handwerk. Auch den Sanierungsstau in städtischen Gebäuden und Investitionsprogramme machte das Stadtoberhaupt zum Thema.

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Die Finanzkrise habe den Sanierungsstau mit verursacht. „ An Rathäusern, Schulen und Sporthallen gibt es ganz viele Themen für das lokale Handwerk“ erläuterte Rentschler. Das Limesmuseum müsse generalsaniert werden. Natürlich könne die Kommune das nicht in einem Jahr bewältigen. „Aber wir sollten uns das Ziel setzen, den Sanierungsstau innerhalb von drei Jahren aufzulösen“ gibt Rentschler die Richtung vor. Allerdings könnten diese Maßnahmen nicht ausschließlich aus Krediten finanziert werden . Eine Anhebung der Gewerbesteuer komme für ihn nicht in Frage, dem Gemeinderat werde er aber eine Erhöhung der Grundsteuer B vorschlagen.

Auf dem Stadtoval bieten sich Zukunftschancen für die kommenden Dekaden. Mit dem Abräumen des Geländes werde 2014 der Auftakt gesetzt, betonte Rentschler. Dann werde das Gelände Stück um Stück auf der Basis des städtebaulichen Wettbewerbs entwickelt. „Daran halten wir uns und diskutieren nicht jede Woche eine neue Idee“. Die mehr als 220 Wohneinheiten sollen von Investoren mit unterschiedlichen Konzepten verwirklicht werden. „Die Vielfalt der Architektursprache macht den Charme und die Ausstrahlung eines solchen Wohngebietes aus.“

Für die Gesamtstadt erarbeite Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der städtischen Tochter Wohnungsbau ein Wohnungsbauprogramm für die nächsten acht Jahre. „Wir brauchen ein Konzept um dem Wohnraummangel zu begegnen“ erläuterte Rentschler. „Wir benötigen Wohnungen für den schmalen Geldbeutel, nicht nur sozialen Wohnungsbau, sondern auch für Familien, Studierende und ältere Menschen. Wir brauchen aber auch hochwertige und attraktive Angebote für Fachkräfte, die am Standort Aalen leben wollen.“
© Stadt Aalen, 11.11.2013
Fragen stellten die Handwerksvertreter zur möglichen Querspange Schleifbrückenstraße als Entlastung der Curfeßstraße, die Verkehrsplanung für das Quartier Bahnhofstraße/ Am Stadtgarten und zu dem Projekt „Azubi statt ungelernt“, für das der Integrationsbeauftragte Michael Felgenhauer warb. Wie der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Edgar Horn bestätigte, sind die Folgen des demografischen Wandels im Handwerk spürbar. Schon heute stünden den Betrieben 20 Prozent weniger Auszubildende zur Verfügung. Mit der Anwerbung im europäischen Ausland beschreite das Handwerk Neuland, 25 Betriebe beteiligten sich an dem Programm. In einem Jahr soll im „Handwerkerdialog“ mit der Stadtverwaltung Bilanz gezogen werden.