Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle als Verbandspräsident wiedergewählt

Qualitätssicherung für Heilstollen vorangebracht

Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle wird in den nächsten drei Jahren wieder an der Spitze des Deutschen Speläotherapie-Verbandes stehen. Dies beschlossen die Mitglieder am vergangenen Wochenende bei der Hauptversammlung des Verbands in Ennepetal. In den Gremien des Verbands sind aus Aalen außerdem Dr. med. Helene Weber, Dr. med. Walter Kupferschmid und Dr. med. Hermann Schlehe vertreten.

$(text:b:Ziel: Anerkennung der Speläotherapie als Heilmittel)$

Der Deutsche Speläotherapie-Verband ist ein Zusammenschluss von bisher zwölf Heilstollen in Deutschland, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Anerkennung der Speläotherapie als Heilmittel zu erreichen und das natürliche Heilmittel des staub- und allergenfreien Untertageklimas Patienten mit Atemwegserkrankungen in bestmöglicher Weise zur Verfügung zu stellen.

$(text:b:Ziel nähergekommen)$

Diesem Ziel sei man ein Stück weit näher gekommen, berichten der wiedergewählte Verbandspräsident Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle und Geschäftsführer Karl Troßbach.

Mit der an den drei Standorten Aalen, Neubulach und Pottenstein vor zwei Jahren durchgeführten Medizinstudie und der einjährigen Klimauntersuchung vor drei Jahren fand man in der Wissenschaft des Deutschen Heilbäderwesens Gehör und so konnte eine bisher verschlossen gewesene Tür geöffnet werden. Die bioklimatische und lufthygienische Messreihe wurde mit dem Fachbereich Medizin-Meteorologie des Deutschen Wetterdienstes durchgeführt. Das von Eckart Schultz geleitete und von Christine Huber betreute Forschungsprojekt bestätigt für den Heilstollen in Aalen eine hohe Luftreinheit, die noch deutlich besser ist, als die am Meer oder im Hochgebirge.

$(text:b:Kernpunkt der Verbandsversammlung)$

Kernpunkt der diesjährigen Verbandsversammlung war die Festlegung der Qualitätsstandards für die Heilanzeige „Atemwege“. So wurden für Feinstäube 6,0 und für Grobstäube 8,5 Mikrogramm pro Kubikmeter Untertageluft als „Belastungs-“ – Richtwerte festgelegt, die für einen Heilstollenkurbetrieb einzuhalten sind. Um das Untertageklima therapeutisch nutzen zu können, wurden Richtwerte auch für Luftfeuchtigkeit (mehr als 85 Prozent) und Temperatur (zwischen fünf und zwölf Grad) festgelegt. Unverständnis zeigten die Tagungsteilnehmer für die im Bundesanzeiger im September 2002 veröffentlichten Bekanntmachungen des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, wonach die Verordnung kurortsspezifischer beziehungsweise ortsspezifischer Heilmittel von den kassenärztlich verordnungsfähigen Heil- und Hilfsmitteln ausgeschlossen wurde. Die Änderung der Heil- und Hilfsmittelrichtlinien fiel in eine Zeit, in der sich der Verband mit der Medizinstudie gerade um die Anerkennung der Speläotherpie als Heil- und Hilfsmittel bemüht hat. So verbleibt jetzt die „Kurort-Anerkennung“ als Möglichkeit einer Verordnungsfähigkeit im Rahmen einer medizinischen Vorsorgeleistung.

In den baden-württembergischen Standorten Aalen, Neubulach und Münstertal sind deshalb Bemühungen im Gange, die staatliche Anerkennung als „Heilklimatischer Kurort“ über die Regierungspräsidien Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg in enger Abstimmung mit dem Wirtschaftministerium Baden-Württemberg noch in diesem Jahr zu erreichen.
© Stadt Aalen, 27.04.2004