Politkrimi im Theaterring

Unter dem Titel „Agentenaffäre – Demokratie“ ist am Dienstag, 22. Februar 2005, 20 Uhr, in der Stadthalle Aalen, ein Politkrimi zur jüngsten deutschen Geschichte zu sehen.

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„Fesselnd wie ein Le-Carré-Thriller“ urteilte der Guardian nach der Londoner Uraufführung von Michael Frayns neuestem Stück. Die politischen Turbulenzen der Bonner Republik Anfang der 70er-Jahre mit dramatischem Witz, innerer Spannung, historischer Genauigkeit und sprachlicher Präzision in ein Theaterstück zu packen – das ist ihm auch mit diesem Stück bestens gelungen. Frayns Sicht auf die Kanzlerjahre Willy Brandts ist bestes politisches Theater, das Entscheidungsprozesse auch aus den Emotionen der Handelnden zu erklären sucht.

In der Rolle des Willy Brandt ist Volker Kraeft zu sehen, Carsten Klemm spielt Günter Guillaume.

Michael Frayn ist einer der berühmtesten englischen Dramatiker der Gegenwart. Im vergangenen Jahr war in Aalen sein Stück „Kopenhagen“ zu sehen.

In der Nacht zum 24. April 1974 werden der Referent im Bundeskanzleramt, Guillaume und seine Ehefrau, verhaftet. Wenig später gibt die Bundesanwaltschaft bekannt, dass das Ehepaar unter Verdacht steht, seit 18 Jahren für die DDR spioniert zu haben. Daraufhin erklärt Brandt am 6. Mai seinen Rücktritt.
© Stadt Aalen, 01.02.2005