Preis für Sanierungsgebiet Soziale Stadt Rötenberg

Städtebaukongress zeichnet innovative Kommunen, Bauherren und Architekten aus

„Bauen im Bestand“ hieß das Motto des Städtebaukongresses am 9. November in Karlsruhe. Für das Sanierungsgebiet Rötenberg nahm Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler einen mit 5.000 Euro dotierten Preis entgegen. Die Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen (ARGE) zeichneten in gemeinsamer Initiative mit dem Wirtschaftsministerium und dem Ministerium für ländlichen Raum insgesamt 15 Projekte aus Baden-Württemberg aus, für deren innovative Lösungen beim Bauen im Bestand.

Den Preis erhielten die Stadt Aalen, gemeinsam mit der Wohnungsbau Aalen GmbH und der Arbeitsgemeinschaft Rötenberg für die vorbildliche Sanierung. Es sei gelungen, ein stigmatisiertes Stadtquartier gemeinsam mit den Bewohnern neu zu gestalten und nachhaltig zu qualifizieren. „Die Sanierung der Siedlung Rötenberg besticht vor allem durch das erfolgreiche synergetische Zusammenwirken von Fördermitteln, Investitionen und kontinuierlicher Sozialarbeit, Maßnahmen, die sich wechselseitig in ihrer Wirkung stärken“ heißt es in der Laudatio. Die Vielfalt der Maßnahmen und die hohe Akzeptanz spreche für eine starke Identifikation der Bewohner mit ihrem Quartier, lobte die Jury. Das Preisgeld soll für ein Kinderspielgerät am Jugend- und Nachbarschaftszentrum Rötenberg verwendet werden.

Die zum wiederholten Mal ausgelobte Initiative der ARGE und des Landes Baden-Württemberg konzentrierte sich in diesem Jahr auf Projekte, die sich aus ökonomischen und ökologischen Gründen mit bestehender Bausubstanz und deren Umbau, Umnutzung oder Ergänzung auseinandersetzen. Die insgesamt 190 eingereichten Beiträge aus 115 Städten und Gemeinden zeigten die Vielfalt der Entwicklungsmöglichkeiten im Bestand auf: Bestandsquartiere werden funktionell, energetisch und architektonisch ertüchtigt, ergänzt, Brachflächen werden aufbereitet, wieder öffentlich zugänglich gemacht und durch eine stabile Mischnutzung mit dem Schwerpunkt Wohnen sinnvoll in den urbanen Kontext eingefügt.

Historische Bausubstanz stadtbildprägender und identitätsstiftender Gebäude wird durch eine energetische Sanierung gesichert und findet neue, wirtschaftlich tragfähige Nutzungsmöglichkeiten. Soziale Funktionen werden gestärkt, zentrale Verkehrs- und Versorgungsinfrastrukturen ausgelastet. Qualifizierte Bestandsentwicklung stärkt Innenstädte und Ortskerne und vermeidet unnötigen Landschaftsverbrauch.
© Stadt Aalen, 12.11.2010