Stadt Aalen erarbeitet Radverkehrskonzept

Die Stadt Aalen hat das auf Fahrradmobilität spezialisierte Planungsbüro VAR+ aus Darmstadt mit der Erarbeitung eines Radverkehrskonzepts beauftragt. Das Konzept beinhaltet u.a. eine Auswertung der Verkehrssicherheit und Unfalllage des Radverkehrs, die Entwicklung eines klassifizierten Radverkehrsnetzes und die Schnittstellen zum öffentlichen Nahverkehr.

Radverkehrskonzept
Radverkehrskonzept (© Uwe Petry, Büro VAR+)

Die konzeptionelle Planung hat zum Ziel, eine Radverkehrsverbindung mit allen Stadtteilen und Nachbarkommunen herzustellen. Die Radverkehrsinfrastruktur wird dabei bedarfsgerecht sowohl für die Ansprüche der Berufspendler, als auch auf den Alltags-, Schüler-, Einkaufs-, und Freizeitradverkehr ausgerichtet. Die Planung der Abstellanlagen wird unterteilt in öffentliche Bereiche, Sport- und Freizeitanlagen, Schulen, Firmenstandorte, Einzelhandel, Gaststätten, Hotels. Außerdem gehört die Optimierung der Abstellanlagen zum Programm. Für die Mobilitätsstationen werden geeignete Standorte vorgeschlagen. Hier kann eine Fahrradvermietung stattfinden. Fahrräder werden sicher angeschlossen und können gewartet werden, Lademöglichkeiten für Elektroräder sind hier vorzusehen.

Übersichtskarten oder ein Informationsterminal sollen die Orientierung der Bürgerschaft und Touristen verbessern. Bereits in dem Prozess der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes werden die Verwaltung und politische Verantwortungsträger mit einbezogen. Die Öffentlichkeitsarbeit und Information in der Kommune erfolgt von Anfang an. Auf Basis der Radverkehrsverbindungen wird eine Radroute durch Aalen für eine gemeinsame Befahrung entwickelt und abgestimmt.

Pendlerrouten und Basisrouten

Radverkehrskonzept
Radverkehrskonzept (© Uwe Petry, Büro VAR+)

Ziel für das Gesamtkonzept Radverkehr ist es, wie für den KFZ-Verkehr ein klassifiziertes, abgestuftes Netz zu entwickeln, das alle Nutzergruppen berücksichtigt und speziell auf die Bedürfnisse des Alltagsradverkehrs eingeht. Hierbei werden durchgängige homogene Führungsformen für den Radfahrer angestrebt. Folgende Anforderungen wie zum Beispiel Schlüssigkeit, Erkenn- und Begreifbarkeit, Sicherheit, Direktheit und Netzdichte werden abgeleitet. Es wird hierbei in zwei Routentypen, den Pendlerrouten (Alltagsradverkehr mit 20 bis 25 km/h) und den Basisrouten (für alle Nutzer mit 15 bis 20 km/h) unterschieden. Mögliche Herstellung von Radschnellverbindungen sollen mit untersucht werden.

Es findet eine Maßnahmenplanung und die Erstellung einer Maßnahmendatenbank statt. Mit der Datenbank können Maßnahmen priorisiert und eine Kostenschätzung abgerufen werden. Für das geplante Radverkehrskonzept in Aalen wird ein auf fünfzehn Jahre angelegter Kosten- und Umsetzungsplan erstellt.

Bürgerbeteiligung

„Wir sind auf die Ergebnisse des Planungsprozesses sehr gespannt und wollen alle Bürger mitnehmen“, erklärt Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Es ist ab sofort möglich, über ein Online-Portal die eigenen Wünsche in das Konzept einfließen zu lassen. „Die gewonnen Rückmeldungen werden von uns alle gelesen und so weit wie möglich berücksichtigt“, versichert Planer Uwe Petry. Ziel der Planungen ist ein sicheres Miteinander aller Verkehrsträger und insbesondere die Förderung der nachhaltigen Fahrradmobilität. „Radfahren soll in Aalen Spaß machen und ohne Konflikte ablaufen“, meint Rentschler und hofft auf rege Beteiligung.

Das Radverkehrskonzept sieht neben der Beteiligung einzelner Bürger auch die Mitarbeit der etablierten Verbände wie des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und die Einbindung in die landesweiten Planungen unter dem Dach des RadNETZ Baden-Württemberg vor.

Der Fragebogen ist direkt über den folgenden Link abrufbar: aalen.varplus.de und wird von Anfang Februar bis Anfang Juni 2018 zur Verfügung stehen.

 

Ihr Kontakt für Rückfragen

Tiefbauamt der Stadt Aalen
Marktplatz 30
73430 Aalen
Tel. 07361 52-1311
veit-stephan.bock@aalen.de

Planungsbüro VAR
Riedeselstraße 48
64283 Darmstadt
Tel. 06151 1019105
Uwe Petry
uwe.petry@varad.de

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