Regenrückhaltebecken Dürrwiesen in Betrieb genommen

Mit dem Hochwasserrückhaltebecken Dürrwiesen ist die Stadt Aalen künftig vor einem sogenannten 100jährigen Hochwasser geschützt, das bis zu 200 Liter Wasser pro Sekunde mit sich führt. Heute wurde das naturnah gestaltete Becken offiziell in Betrieb genommen. Oberbürgermeister Martin Gerlach durchschnitt mit zahlreichen Prominenten das blaue Band und zeigte sich erleichtert: „Auch wenn wir befürchten müssen, dass die Wetterextreme zunehmen werden und zum Beispiel der letzte Monat der regenreichste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, Aalen ist vor Hochwasserkatastrophen jetzt optimal geschützt.“

Bei einem Rundgang über das Gelände überzeugten sich die Gäste, dass sich hier technischer Hochwasserschutz und naturnahe Landschaftsgestaltung ideal verbinden. Das Rückhaltebecken ist ein weiterer Schritt im Rahmenplan für das Rombach- und Sauerbachtal. Nun schlängelt sich die Aal in ihrem Urbett durch das Becken, 3.000 Pflanzen beleben den Rand um eine gestaute Wasserfläche und ein Rad- und Fußgängerweg auf dem Damm bindet das Gelände an die Innenstadt an und lädt zur Freizeitnutzung ein. In kalten Wintern kann eine 50 mal 70 große Fläche als Natureisbahn geflutet werden. 63.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, davon wurden 29.000 Kubikmeter mit 800 Tonnen Kalk gemischt in den Damm eingebracht, der zudem mit Stahlspundwänden gesichert ist. In dem Trockenbecken können 125.000 Kubikmeter Wasser gestaut werden, das am Auslassbauwerk gezielt mit maximal 20 Kubikmeter pro Sekunde in die Aal abgelassen werden kann.
© Stadt Aalen, 10.09.2010

Aalens Nachhaltigkeitsstrategie ist vorbildlich

Für die Gesamtmaßnahme mit Ausgleichsprojekten am Rombach und an Eselbach einschließlich des Kocherausbaus in der Hopfenstraße waren 5,6 Millionen Euro veranschlagt, davon hat das Land Fördermittel in Höhe von 3,2 Millionen zugesagt. „Wir werden günstiger abschließen, unsere Mannschaft hat sparsam gearbeitet“ sagte Oberbürgermeister Gerlach und dankte dem Land in Vertretung von Dr. Gerhard Spilok vom Umweltministerium, den Landtagsabgeordneten Ulla Haussmann (SPD) und Winfried Mack (CDU), dem Gemeinderat, den beteiligten städtischen Ämtern und ausführenden Firmen und nicht zuletzt den Anliegern. In Vertretung von Umweltministerin Tanja Gönner, die wegen Stuttgart 21 ihre Teilnahme in Aalen absagen musste, zeigte sich der stellvertretende Leiter der Abteilung „Wasser und Boden“ des Umweltministeriums Dr. Gerhard Spilok beeindruckt von der „gelungenen Verbindung von Hochwasserschutz und Gewässerökologie“. Die Nachhaltigkeitsstrategie werde auch von der Europäischen Union unterstützt mit dem Ziel, Flüsse und Gewässer wieder erlebbar zu machen. Auch darin ist Aalen, Stadt der Unesco-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und mit dem „Grünen Aal“ vorbildlich.