Seniorengerechte Wohnformen: Wohnen im Rieger-Areal - Interview mit Gerhard Hederer

Gerhard Hederer lebt mit seiner Frau Gerda seit elf Jahren im Rieger-Areal. Der 76-jährige hat für sich mit einer Wohnung in der Innenstadt die perfekte altergerechtes Wohnform gefunden. Im Interview erzählt er, was für ihn altergerechtes Wohnen bedeutet.

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$(text:b:Was macht die Wohnungen im Rieger-Areal besonders seniorengerecht?)$
An erster Stelle das Offensichtliche: die direkte Anbindung an die Innenstadt. Metzger, Bäcker, Apotheke und natürlich der Wochenmarkt – von hier aus ist alles in weniger als 5 Gehminuten zu erreichen. Deshalb haben wir damals auch nicht lange gezögert als wir erfahren haben, dass im Rieger-Areal gebaut werden soll. Die Wohnungen sind sehr großzügig geschnitten und sehr hell. Bei der Planung wurde großen Wert auf Barrierefreiheit gelegt und mit dem Fahrstuhl sind auch die oberen Etagen problemlos zu erreichen. Außerdem haben wir hier im Haus auch eine wirklich nette Wohngemeinschaft. Da schaut jeder nach dem anderen und es wird viel gemeinsam unternommen.

$(text:b:Das klingt alles sehr positiv. Sie würden sich also wieder für diese Wohnform entscheiden?)$
Definitiv. Ich war schon immer ein Stadtmensch und habe mit dieser Wohnung, die perfekte Lösung im Alter für mich gefunden. Meine Frau konnte es sich anfangs gar nicht vorstellen, aber später hat sie dann doch zugegeben, dass sie sich von der ersten Minute an wohlgefühlt hat (lacht).
Ein Altenheim am Stadtrand – das wäre nichts für uns. Keine Einkaufsmöglichkeiten und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein entspricht nicht unseren Vorstellungen von altersgerechtem Wohnen. Aber das muss jeder individuell für sich entscheiden.

$(text:b:So nah an der Innenstadt, das Parkhaus, eine Schule und das Haus der Jugend in unmittelbarer Nähe. Bringt diese Lage auch Nachteile mit sich?)$
Natürlich ist hin und wieder etwas Lärm zu hören, aber daran stören wir uns nicht. Unangenehm wird es erst, wenn der Schulhof zu einem Festplatz umfunktioniert wird. Aber das wurde zum Glück abgestellt. Dass wir nachts geweckt werden, weil jemand Klingelstreich spielt kommt nur sehr selten vor. Wir drehen uns dann einmal im Bett herum und lassen uns nicht mehr stören.

$(text:b:„Zurück in die Stadt“ ist damit ein Trend, den Sie bestätigen würden?)$
Auf jeden Fall. Gerade in unserem Bekanntenkreis sind viele auf der Suche nach einer Wohnung in der Innenstadt. Da darf man auch nicht lange zögern, sondern muss direkt zugreifen. Wohnungen wie unsere sind sehr begehrt und leider noch zu selten im Stadtgebiet. Auch wollen viele lieber nur zur Miete einziehen. Das ist aber selten möglich. Da muss man schon etwas flexibel sein und wie wir auch etwas Glück haben.

$(text:b:Wäre ein Mehr-Generationen-Haus eine Alternative für Sie?)$
Es ist zwar in diesem Sinne kein Mehr-Generationen-Haus, aber bei uns im Haus leben gerade in den etwas kleineren Wohnungen einige jüngere Menschen. Dass Jung und Alt zusammen leben, halte ich generell für eine gute Idee. Man kann sich gegenseitig helfen und hat ein Auge aufeinander.
© Stadt Aalen, 08.05.2012