Pilotprojekt Baulandkataster - seit August 2010 steht das Baulandkataster für alle Stadtbezirke Aalens im Internet als Information für die Öffentlichkeit zur Verfügung.
Ziel der Landespolitik und der Stadt Aalen ist es, den Flächenverbrauch sowie die Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft zu reduzieren. Der tägliche Flächenverbrauch im Land Baden-Württemberg beträgt laut Statistischem Landesamt mehr als sieben Hektar, was in etwa der Fläche von 10 Fußballfeldern entspricht. Die Folgekosten dieses Flächenfraßes, der vor allem durch Neuausweisung von Siedlungsflächen entsteht, sind letztlich ein triftiges Argument dafür den Blick auf die Innenbereiche der Siedlungsgebiete zu richten. Es sprechen zahlreiche ökologische, ökonomische und soziale Gründe für die Suche nach Baumöglichkeiten im Bestand. So sind neben der Erhaltung der Erholungs- und Landschaftsqualitäten am Siedlungsrand beispielsweise die Auslastung vorhandener Infrastruktur im bestehenden Siedlungsgebiet, die Stärkung vorhandener Baugebiete, eine innerörtliche Belebung und ein geringerer Erschließungsaufwand als Argumente für Innenentwicklung zu nennen.
Im Baudezernat der Stadt Aalen wurden daher im Rahmen des Pilotprojektes Wasseralfingen die Voraussetzungen für ein öffentliches Informationsportal zum Baulandpotential, das in der Stadt vorhanden ist, geschaffen. Durch die Darstellung von bebaubaren Flächen im Internet soll deren Bedeutung für die umweltschonende Möglichkeit der Nachverdichtung im bestehenden Siedlungsbereich betont werden. Die Stadt Aalen möchte mit diesem Mittel eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern. Gleichzeitig ist auf diesem Wege für alle Interessierte und Bauplatzsuchende ein übersichtliches Informationssystem gegeben.
Darstellung des Baulandpotenzials im Geodatenportal
Über das Geodatenportal (www.aalen.de) kann auf schnelle und einfache Weise ein Überblick über bebaubare Flächen im Stadtgebiet gewonnen werden. Diese Baulücken sind ein großes Entwicklungspotenzial, das hervorragend das Angebot an Bauflächen in neuen Baugebieten ergänzen kann.
Bei der Stadt Aalen werden Baulücken bereits seit 1997 getrennt nach Nutzungsarten (Wohnen, gemischte Nutzung und Gewerbe) erhoben und laufend fortgeschrieben. Eine Gemeinde kann bebaubare Flächen in Karten oder Listen als Baulandkataster veröffentlichen, soweit betroffene Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer nicht widersprochen haben. Die Grundlagen hierfür werden im Baugesetzbuch mit dem § 200 geregelt. In einem Baulückenkataster werden vorliegende öffentlich zugängliche Informationen zur Bebaubarkeit von Flächen gebündelt und auf einfache Weise in Plänen dargestellt.
Nach der aktuellen Baulückenkartierung sind für die Gesamtstadt Aalen ca. 120 ha sofort bebaubare Baulücken auf Bauflächen mit qualifiziertem Bebauungsplan und abgeschlossener Bodenordnung sowie im Innenbereich vorhanden. Nicht alle dieser Flächen lassen sich tatsächlich kurz- oder mittelfristig für konkrete Bauvorhaben aktivieren. Bei manchen Flächen bestehen Hemmnisse, die z.B. entweder in der Eigentümerstruktur oder in der Vornutzung liegen können. Bei manchen Flächen fehlte bisher aber einfach ein genauer Überblick über das vorhandene Potential.
Mit der Einbindung des Baulandkatasters in das öffentlich zugängliche Geodatenportal der Stadt Aalen im Internet können künftig, durch „Anklicken“ einer angezeigten Baulücke, erste wesentliche Informationen zur Lage, Flächengröße und zum Planungsrecht eingesehen werden. Aus Datenschutzgründen werden die Namen der Eigentümer einer Fläche nicht genannt. Über ein Kontaktformular können Fragen zu einzelnen Baulücken oder zum Thema Innenentwicklung direkt an die Stadtverwaltung gerichtet werden. Bei Bedarf wird auf diesem Wege ein Kontakt zwischen Interessenten und Eigentümern vermittelt.