Sonderausstellung: "Überall zu Hause und doch fremd - Römer unterwegs"

Die neue Sonderausstellung "Überall zu Hause und doch fremd - Römer unterwegs", die vom 27. Oktober 2012 bis 6. Mai 2013 im Limesmuseum zu sehen ist, zeigt Schicksale von Menschen in der Fremde in römischer Zeit, mit Parallelen zur Gegenwart. Auch zur Zeit der Römer gab es Menschen, die ihre Heimat verließen, um in der Fremde zu leben. Was aber bedeutete es, im Imperium Romanum in der Fremde zu leben? Erstmals gibt jetzt eine Ausstellung Antworten auf diese Frage.

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Nördlich der Alpen waren die römischen Bürger (cives romani) vor allem in der Armee und Verwaltung tätig. Als Legionäre wurden sie aus dem ganzen Imperium rekrutiert. Für diese römischen Bürger war es normal, auf Befehl das Zuhause immer wieder zu verschieben. Sie waren zwar überall zu Hause, in den Augen der ansässigen Bewohner aber doch fremd. Wer dieses Bürgerrecht nicht besaß (peregrini), hatte es in der Fremde, also außerhalb seiner Bürgerschaft (civitas), noch unvergleichlich schwerer und war zudem auch rechtlich fremd. Dieses Aufeinandertreffen fremder Kulturen spiegelt sich in ausgestellten Funden wieder. Die Ausstellung überrrascht mit moderner Ausstattung: Autobahnschilder, auf der Rückseite Karten, mit eingebauten Vitrinen erzeugen eine Stimmung der Möbilität. Im Raum verteilte Koffertürme steigern diesen Eindruck und bringen so die archäologischen Exponate als Zeugen der antiken Mobilität voll zur Geltung.

Das römische Reich war eines der größten der Weltgeschichte. Es erstreckte sich vom Süden Schottlands bis zum Euphrat und zurück zur Atlantikküste Nordafrikas. Die Menschen, die in diesem riesigen Gebiet wohnten, fühlten sich alle als Römer, Kulturkreis und Umwelt unterschied sich aber zum Teil erheblich voneinander.

Wie selbstverständlich erfährt man aus der antiken Literatur oder aus archäologischen Quellen von Menschen, die fernab ihrer Heimat und trotzdem im "eigenen Reich" lebte: Etwa von einem Römer aus Nordafrika, der sich in der germanischsen Provinz ein neues Leben aufbaut, oder von einem Soldat von den britischen Inseln, der in Germanien stationiert ist.
© Stadt Aalen, 30.10.2012
Die Ausstellung beleuchtet Einzelschicksale von Römern, die in unserer Gegend lebten, aber ihre Wunzeln zum Teil weit entfernt hatten, sie erzählt anhand archäologischer Funde von wohlbekannten menschlichen Gefühlen wie Heimweh und Sehnsucht nach Orten und Menschen. Informationen zu Bevölkerungen in der Antike werden durch persönliche Hintergründe auch emotional greifbar. Verknüpfungen mit ähnlichen Schicksalen aus heutiger Zeit runden die Ausstellung ab und plötzlich sind Römer, die vor 2000 Jahren gelebt haben, Menschen wie Du und ich. Eine Ausstellung der Kantonsarchäologie Aargau, in Kooperation mit dem Vindonissa Musseum Brugg, dem Archäologischen Park Xanten und der Abteilung Kultur und Wissenschaft des Bundeslandes Niederösterreich.