Stadt Aalen setzt sich für Erhalt der Kapfenburg ein

Wertschöpfung aus Windkraftanlagen im Staatswald soll der Region zugute kommen.

"Die Kapfenburg darf nicht dem Rotstift zum Opfer fallen. Sie ist ein Leuchtturm für die Region". Oberbürgermeister Martin Gerlach appelliert an das Land, die Internationale Musikschulakademie nicht durch Streichung des Jährlichen zuschusses von 430.000 Euro zu gefähren. Das Land könne den Zuschuss aus Erlösen der landeseigenen Vorrangflächen für Windkraftanlagen östlich vom Windpark Waldhausen generieren. Der Wald, der ursprünglich zur Kommenden Kapfenburg gehörte, sei mit dieser Anfang des 19. Jahrhunderts in württembergischen Besitz übergegangen. Nun solle die Wertschöpfung aus den windstarken Standorten der Kapfenburg und damit der Region zugute kommen.

Wie bekannt wurde, erwägt die grün-rote Landesregierung den Zuschuss für die Internationale Musikschulakademie 2013 um 130.000 Euro und in den Folgejahren um jeweils 70.000 Euro zurückzufahren und letztendlich die Förderung ganz zu streiche. "Das darf nicht sein", unterstützt Oberbürgermeister Martin Gerlach die Stiftung Internationale Musikschulakademie mit ihrem Vorstand Landrat Klaus Pavel. Die Landesregierung will am morgigen Donnerstag im Rahmen des Schulhaushalts entscheiden.

Die Kapfenburg ist Leistungszentrum für die 219 Musikschulen im Land. Zudem hat sich das Zentrum zu einem wichtigen Kulturträger entwickelt, mit positiven Effekten für die gesamte Region. 80 Prozent der Besucher von Konzerten und Kleinkunstveranstaltungen kommen aus einem Umkreis von 40 Kilometern. Darüber hinaus zieht das Deutschordenschloss jährlich 40.000 Besucher an. "Das ist ein wichtiger Baustein für den Tourismus der Region Ostwürttemberg und das benachbarte Ries", konstatiert Gerlach. Vorbildhaft sei das starke regionale Netzwerk an Förderern und Sponsoren, das die Einrichtung unterstütze.

"Die Wirtschaftsregion schätzt den weichen Standortfaktor Kapfenburg und übernimmt Verantwortung, betont das Aalener Stadtoberhaupt. Doch müsse auch das Land seinen Beitrag leisten im ländlichen Raum. "Das kann die Region nicht alleine stemmen", gibt Gerlach zu bedenken. 75 Prozent der Betriebskosten würden bereits aus dem Tagungsgeschäft, Übernachtungen, Gastronomie und aus Sponsoring gedeckt werden. "Das ist nicht zu toppen". Sollte die Internationale Musikschulakademie aufgelöst werden, bliebe das Land auf einer leeren Immobilie sitzen, die nicht weniger Betriebskosten verursache. "Das Konzept für die Kapfenburg passt, die 16 Millionen Euro in den letzten zehn Jahren waren gut investiertes Geld. Für die nachhaltige Sicherung ist die Kapfenburg ist die Region dringend auf die Unterstützung des Landes angewiesen".
© Stadt Aalen, 21.11.2012