Stadt und Architekten für Aussegnungshalle ausgezeichnet

Hugo-Häring-Preis würdigt herausragende Baukultur

Für die sanierte Aussegnungshalle auf dem Aalener Waldfriedhof werden die Stadt Aalen als Bauherrin und das Stuttgarter Architekturbüro „C18 Architekten“ mit dem renommierten Hugo-Häring-Landespreis 2012 ausgezeichnet. „Das ist eine große Ehre“ kommentierte die Aalener Baubürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler die Nachricht. Sie wird die Auszeichnung am 26. Oktober in einer Veranstaltung im Heidelberger Schloss unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann entgegen nehmen.

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Der Hugo-Häring-Preis wird in einem zweistufigen Verfahren alle drei Jahre vom Landesverband des Bundes Deutscher Architekten (BDA) vergeben. Schon im vergangenen Jahr waren aus 651 eingereichten Bauwerken 137 mit einer Auszeichnung gewürdigt worden, darunter auch die Aalener Aussegnungshalle. Aus diesen hat die Jury nun insgesamt neun Projekte für den Landespreis ausgewählt.

Damit würdige die Jury auch das Engagement der Stadt für gute Architektur, betont die Erste Bürgermeisterin. „Diese Auszeichnung ist uns Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg fortzufahren“. Baukultur sei ein wichtiger Faktor für die Gesellschaft und nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien zu bewerten. „Architektur ist identitätsstiftend. Deshalb muss die öffentliche Hand auf Qualität achten und Baukultur pflegen“, erläutert Heim-Wenzler. Mit einer jährlichen Ausstellung und der Vortragsreihe renommierter Architekten wirbt das Baudezernat der Stadt Aalen schon seit langem für nachhaltige Baukultur mit dem Ziel, das öffentliche Bewusstsein dafür zu wecken. Auch der Fachbeirat Städtebau, dem Architekten, Stadtplaner und Gemeinderatsvertreter angehören, verfolgt diese Linie.

Die Aussegnungshalle war schon im Juni 2010 im Fachmagazin „Bauwelt“ vorgestellt und mit dem Kommentar „nachhaltig schön“ bewertet worden. Im März 2009 hatte der Gemeinderat grünes Licht für die Sanierung des Bauwerks durch das Stuttgarter Büro C18 Architekten gegeben. Die gewölbte Decke aus Weidengeflecht, die helle und klare Raumgestaltung und das von dem Künstler Helmut Schuster gestaltete Fenster im Chorraum erzeugen eine dem Ort angemessene Raumstimmung. Die Jury lobte vor allem den behutsamen Umgang mit der ursprünglichen Architektur, eine ausgewogene Mischung aus Bestandserhalt und selbstbewusster Ergänzung.

Die Gesamtkosten der Renovierung betrugen 550.000 Euro. Die Aussegnungshalle wurde im Oktober 2009 eingeweiht und mit dem Einbau einer neuen Orgel im Herbst 2010 vervollständigt.
© Stadt Aalen, 09.07.2012