Stadt und Stadtwerk fördern bürgerschaftliches Engagement

Die Energie-Kommune Aalen bündelt Knowhow, um die Energie-Potenziale vor Ort zu erschließen.

Die Kreisstadt Aalen ist eines der industriellen Zentren in Württemberg. Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, motiviert die Stadt neben den Privathaushalten der 66.000 Einwohner auch die Unternehmen. Durch vielfältige Maßnahmen konnten die Energiekosten von jährlich etwa 3,6 Millionen Euro um fast 20 Prozent gesenkt werden. Für ihr Engagement ist die Kreisstadt heute als „Energie-Kommune“ ausgezeichnet worden. Mit dem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal $(link:e:http://www.kommunal-erneuerbar.de|www.kommunal-erneuerbar.de)$ ausführlich vor.

„Schon seit 1992 steht das Thema ‚Energie‘ ganz oben auf der politischen Agenda“, beschreibt Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Situation. „Wir setzen dabei auf eine Analyse der Verbräuche und Potenziale, auf die Aufklärung des städtischen Personals, der Privathaushalte und der Industrie. Gemeinsam mit den Stadtwerken setzen wir auch auf sinnvolle Contractingangebote, Bürgerbeteiligungsmodelle und Wärmenetze.“

„Um die Menschen beim Umbau der Energieversorgung mitzunehmen sind zwei Dinge wichtig: Die Menschen müssen verstehen, was auf Sie zukommt und sie müssen Anreize und Möglichkeiten vorfinden, um etwas umzusetzen“, ist Oberbürgermeister Rentschler überzeugt. Die Stadtwerke bieten das dafür notwendige Werkzeug. Dies reicht vom Energiecontracting von Blockheizkraftwerken mit Wärmenetzen für Stadtgebiete, über das Energiesparcontracting bei Sanierungsarbeiten bis hin zur Beteiligung am Bau von Solaranlagen und demnächst auch Windrädern über eine Energiegenossenschaft. „Gerade beim Bau neuer Windräder braucht es neben dem technischen Knowhow aber auch eine moderierende Instanz“, betont Oberbürgermeister Rentschler. „Da wir neben den bestehenden vier Windrädern noch weitere Anlagen entwickeln wollen, ist es unsere Aufgabe, den Menschen vor Ort die Auswirkung auf das gewohnte Landschaftsbild deutlich zu machen.“

Die maßstabsgetreue Visualisierung der neuen Anlagen wird mit hohem Aufwand betrieben. Eine 3D-Animation ermöglicht die Ansicht aus unterschiedlichsten Perspektiven – vom Blick aus dem Fenster bis zum Blick aus der Zufahrtsstraße. Eine solche Visualisierung sorgt nicht nur für Akzeptanz, sondern zeigt auch sensible Sichtachsen, die durch geschickte Bepflanzungen entschärft werden können. „Aalen hat noch viel Potenzial und dieses wollen wir gemeinsam mit den Menschen erschließen“, so der Oberbürgermeister.

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat durch den Einspeisevorrang und die garantierte Vergütung den Strommarkt für Bürgerenergie-Projekte geöffnet“, so Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Dieses bürgerliche Engagement unterstützt die Stadt Aalen gemeinsam mit ihren Stadtwerken in vorbildlicher und vielfältiger Art und Weise.“
© Stadt Aalen, 04.11.2013