Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September 2011

„Villen, Arbeiterhäuser, Industrieanlagen, Grabsteine“ spiegeln das gesellschaftliche, künstlerische und wirtschaftliche Leben Aalens im 19. Jahrhundert wieder. Nach dem diesjährigen Motto „ Romantik, Realismus, Revolution – das 19. Jahrhundert“ widmet sich der Tag des offenen Denkmals am 11. September 2011 einem der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epochen der Bau- und Kunstgeschichte.

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Die Stile der Zeit Klassizismus, Romantik, Historismus bis hin zu den Anfängen der Moderne und des Jugendstils zeigen sich an Wohn-, Industrie-, Sakralgebäuden bis hin zu Friedhöfen und Grabsteinen. Die Besucher bekommen kostenlos im Rahmen von Führungen und Präsentationen einen Einblick in die Geschichte ihrer Stadt und beim Programmpunkt „Leben in vollen Zügen“ auch einen Ausblick in die Zukunft.

Die $(text:b:„Arbeiter- und Beamten-Siedlung Westheim“)$ wird ein Mitglied des vom Bund für Heimatpflege Wasseralfingen im Rahmen eines Rundgangs vorstellen. Die noch relativ geschlossen erhaltene Gesamtanlage zeigt an einfachen Doppelhäusern, Mehrfamilien-Wohnhäusern bis hin zur noblen Villa die Wohnstrukturen der Beschäftigten des ehemals Königlich Württembergischen Hüttenwerks. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Briefkasten Paul-Reusch-Straße / Faber-du-Faur-Straße.

$(text:b:„Villa Seifferer“)$ 1900 von Wilhelm Seifferer, einem Aalener Brauerei- und Gastwirtssohn als eigenes Wohnhaus an der Curfeßstraße 14 erstellt, dessen schöner Garten heute als „Stadtgarten“ bekannt und beliebt. Wilhelm Seifferer, zum Bauwerksmeister an der Baugewerkeschule in Stuttgart ausgebildet, baute u.a. 1881 bis 1883 die Wasseralfinger St. Stephanus-Kirche und ganze Straßenzüge in Aalen.

Die Villa zeigt in seiner repräsentativen Ausstattung mit Stuckdecken, Eingangshalle mit Treppenanlage, ornamentalem Fliesenboden und Wandbekleidungen verschiedene Stilelemente des Historismus im Übergang zum Jugendstil.

Die Kreishandwerkerschaft Ostalb, jetzige Eigentümerin des Gebäudes, öffnet $(text:b:von 13 bis 16 Uhr)$ die Türen und lädt alle interessierten Besuchern ein, sich die repräsentativen Räume anzusehen, zu denen sonst nur ein begrenzter Besucherkreis Zutritt hat.

$(text:b:„Grabmale des 19. Jahrhunderts“)$ sind das Thema einer Führung von Werner Schorr um $(text:b:14 Uhr am St.- Johann-Friedhof,)$ St.-Johann-Straße 1. An einer Vielzahl von interessanten Grabmalen stellt uns Werner Schorr bekannte Aalener Persönlichkeiten aus dieser Zeit vor und ihren Einfluss nicht nur auf Aalener Geschichte und Gesellschaft und Wirtschaft: Johann Gottfried Pahl, Paul Reusch, Wilhelm Bader um nur einige zu nennen.

Auch über Kriegerdenkmal und St.- Johann- Kirche wird einiges zu erfahren sein.

$(text:b:„Leben in vollen Zügen“)$ auf dem Areal der ehemaligen $(text:b:Eisenbahnreparaturwerkstätte)$ wird Philipp Maier vom Stadtmessungsamt Aalen um $(text:b:13.30 Uhr)$ Geschichte und Ausblick auf die geplanten Maßnahmen erläutern. Zwischen den Gleisanlagen der 1861 eröffneten Remsbahnstrecke und dem Hirschbachtal entwickelte sich mit dem Bau der ältesten Hauptreparaturwerkstätte, der Eisenbahnsiedlung für die vielen Beschäftigten und des Gaswerks für die notwendige Energieerzeugung, der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt nach langer Stagnation.

Bis in den 1950er Jahren das Ausbesserungswerk der Bahn stillgelegt und an die Firma Baustahlgewebe vermietet wurde. Inzwischen steht nach Eigentumswechsel und Abbruch des Gaskessels eine Neuorientierung in der Stadtentwicklung an. Ein Wettbewerb 2010 gelangte im Ergebnis zu einer Konzeption für eine verdichtete, gemischte neue Stadtstruktur. Unter Berücksichtigung der historischen Bausubstanz als Identifikationsfaktor soll wie vor 150 Jahren einen neuen Impuls für Aalen entstehen.

Das gesamte bundesweite Programm auch unter $(link:e:www.tag-des-offenen-denkmals.de|www.tag-des-offenen-denkmals.de)$ und die kostenfreie Denkmal-App zum Herunterladen im iTunes Store.
© Stadt Aalen, 06.09.2011