Überprüfung der Standfestigkeit von Grabmalanlagen

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs und nach den geltenden Unfallverhütungsvorschriften sind die Friedhofsverwaltungen dazu verpflichtet, mindestens einmal im Jahr die Grabmale auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen.

Auf den städtischen Friedhöfen sind immer wieder gelockerte, mangelhaft befestigte oder nicht mehr gerade stehende Grabmale festzustellen. Sie stellen für Friedhofsbesucher und das Friedhofspersonal eine ständige Gefahr dar. Manche Grabmale können schon bei geringem Druck umfallen. Der Grund für nicht standsichere Grabmale kann an einer unzureichenden Verdübelung zwischen Grabmal und Sockel liegen. Dies muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein. Eine weitere Ursache kann sein, dass die Standfestigkeit nachträglich durch Witterungseinflüsse oder das Senken des umliegenden Erdreichs verloren geht.

Die Standfestigkeitsprüfung von Grabmalen wurde bislang von städtischen Mitarbeitern durchgeführt. In diesem Jahr werden die Grabmale erstmalig durch ein Fachunternehmen mit einem speziell hierfür entwickelten Gerät überprüft. Nach den einschlägigen Vorschriften muss die Prüfung nach einem festgelegten Verfahren durchgeführt werden.

Diese rechtliche Verpflichtung für die Grabsteinprüfung gilt im Übrigen auch für die Grabstätteninhaber selbst. Die Verfügungs- und Nutzungsberechtigten der Grabstätten sind aufgrund mehrerer Gerichtsurteile dazu verpflichtet, die Grabsteine und die sonstigen Grabausstattungen immer wieder selbst auf ihre Standfestigkeit hin zu prüfen und Mängel sofort beheben zu lassen. Solche Schäden können von einem Fachmann mit relativ geringen Kosten beseitigt werden. Sofern die Verfügungs- und Nutzungsberechtigten die Instandsetzungsarbeiten nicht kurzfristig ausführen können, müssen sie den gefahrdrohenden Zustand durch geeignete Sicherungsmaßnahmen abgrenzen. Die Verfügungs- und Nutzungsberechtigten oder deren Erben haften für Schäden und Unfälle, die durch Grabmale oder einen nicht verkehrssicheren Zustand der Grabstätten entstehen. Bei Gefahr im Verzuge kann die Friedhofsverwaltung auf Kosten des Verantwortlichen Sicherungsmaßnahmen treffen, wie zum Beispiel die Umlegung von Grabmalen oder die Anbringung von Absperrungen.

Die Friedhofsverwaltung wird ab sofort die Standfestigkeit der Grabmale im Rahmen der Unfallverhütungsvorschriften durch ein Fachunternehmen überprüfen lassen. Sind Grabmale nicht mehr standfest, informiert die Stadtverwaltung die Grabnutzungsberechtigten schriftlich. Diese Grabmale müssen dann innerhalb einer angemessenen Frist durch eine Fachfirma instandgesetzt werden. Ist Gefahr im Verzug, wenn das Grabmal ganz und gar standunsicher ist und umzustürzen droht, wird es mit einem roten Aufkleber gekennzeichnet und muss unverzüglich neu befestigt werden.



© Stadt Aalen, 17.07.2007