Unterschriften unter dem Strom-Konzessionsvertrag für die Ortschaften

Nach dem Beschluss des Gemeinderats vom 21. Februar 2013 werden die Stadtwerke Aalen GmbH künftig auch für die Stromnetze der Ortschaften Dewangen, Ebnat, Waldhausen, Fachsenfeld, Hofen, Wasseralfingen und für den Sofienhof zuständig sein. Heute unterzeichneten Oberbürgermeister Martin Gerlach und Stadtwerke-Direktor Cord Müller den Konzessionsvertrag für 20 Jahre. „Dies ist ein historischer Tag für die Stadt Aalen und ihre Tochter“, betonte Gerlach bei der Vertragsunterzeichnung im Rahmen einer Pressekonferenz.

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Dabei verwies er auf die positiven Effekte: „Für die strategische Ausrichtung und Größe unserer Stadtwerke ist dieser Vertrag von weitreichender Bedeutung. Und die Bürgerinnen und Bürger der Gesamtstadt profitieren von der Dienstleistung aus einer Hand“.
Das zweistufige Verfahren für den Vergabeprozess war ordnungsgemäß ausgeführt worden, wie das Regierungspräsidium Stuttgart bestätigte. Einwendungen aus dem Gemeinderat wurden von der Aufsichtsbehörde geprüft und das Verfahren als gesetzeskonform bestätigt.

Die Vorteile für die Bürgerschaft in den Ortschaften hob Stadtwerke-Geschäftsführer Cord Müller hervor: “In der gesamten Flächenstadt Aalen sind die Stadtwerke nun bald vollständig für die Strom-, Wasser- und Gasversorgung zuständig. Dies ermöglicht Synergieeffekte für die Bürgerschaft und Stadtwerke“. Passend werde die Unterschrift im Jubiläumsjahr „100 Jahre zentrale Stromversorgung Aalen“ gesetzt.

Im weiteren Ablauf werden nun die Stadtwerke versuchen, schnellstens mit dem bisherigen Konzessionär einen Netzübergang sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht umzusetzen. Gerade bei der so genannten technischen Netzentflechtung gilt der Versorgungssicherheit das größte Augenmerk, denn es muss aus den gewachsenen Netzstrukturen ein Stromversorgungsnetz für die Gesamtstadt „Aalen“ aufgebaut werden. „Nun wächst zusammen, was zusammen gehört“, zitiert Cord Müller den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt.

Künftig wird der Anspruch an die Versorgungsqualität in den Ortschaften wie im bisherigen Versorgungsgebiet umgesetzt. In den kommenden Jahren wird in den Gebieten mit Freileitungen nach und nach die Erdverkabelung eingesetzt werden. Hierzu werden im Vorgriff Schwerpunkte zur Netzerneuerung festgelegt, weil im Versorgungsgebiet der Ortschaften ein Verkabelungsgrad von lediglich 71% vorliegt. Die Ansätze der Stadtwerke in der Kernstadt zum Aufbau eines sog. „Smart Grid“ werden auch in den Ortschaften zur Anwendung kommen. Ein Baustein sind regelbare Trafos, damit das das neu hinzukommende Netz besser für die geänderten Einspeisesituationen der dezentralen Erzeugung (bspw. Photovoltaikanlagen) gerüstet ist.

Im Mittelspannungsnetz (20 KV Netz = 20.000 Volt) wird auch Handlungsbedarf erwartet, weil sich schon in der Angebotsphase zeigte, dass ein relativ betagtes Netz im Erdreich vergraben liegt. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren ein beachtlicher Millionen Eurobetrag zur Netzertüchtigung investiert werden muss.

Für den einzelnen Bürger bringt die neue Situation praktische Vorteile. Musste er sich bisher beim Bau seines Eigenheims oder einem späteren Umbau immer an zwei Versorgungsunternehmen wenden, hat er künftig nur noch einen Ansprechpartner. Die Stadtwerke arbeiten übrigens schon seit Jahren spartenübergreifend und wickeln auch die Hausanschlüsse für die Telekom und die KabelBW ab. Diesen Service „aus einer Hand“, den die Aalener und Unterkochener schon lange genießen, werden die Stadtwerke schnellstens auf die neuen Konzessi-onsgebiete ausweiten.
© Stadt Aalen, 27.03.2013