Verkehrsminister Winfried Hermann besucht Stadtwerke Aalen

Minister weiht Stromtankstelle ein und gibt Startschuss für e-Mobilität Aktivitäten im Ostalbkreis.

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Vielfältige Möglichkeiten neuer Mobilitätsformen

Im Vorfeld des am 19. März 2012 im Landratsamt stattfindenden Verkehrsforums hat Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann die Stadtwerke Aalen GmbH besucht und sich über die Mobilitätskonzepte der Stadtwerke informiert. Mit der Einweihung einer Stromtankstelle in der Rathaus-Tiefgarage wurde gemeinsam mit Stadtwerke- Geschäftsführer Cord Müller der Startschuss für weitere Mobilitätsaktivitäten der Stadtwerke gegeben. Minister Hermann sagte: „In Aalen werden die vielfältigen Möglichkeiten neuer Mobilitätsformen aktiv erprobt und im Alltag eingesetzt. Der Umstieg auf eine menschen- und umweltverträgliche Fortbewegung kann nur gelingen, wenn die Nutzung von Elektrofahrzeugen, das Carsharing oder auch die Fortbewegung auf kurzen Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Normalität werden.“

Erste Kontakte und Gespräche zwischen Minister Hermann und Stadtwerkechef Müller gab es beim Landesparteitag von Bündnis 90/Die GRÜNEN im Herbst 2011 in Aalen. Die Stadtwerke waren, auf Initiative von Oberbürgermeister Martin Gerlach, auf dem Infostand der Stadt Aalen mit Energiethemen präsent. Zu den Themen Umgestaltung der Stromversorgung in Baden-Württemberg, Einsatz von Blockheizkraftwerken und Stromerzeugende Heizungen, Windkraft auf der Ostalb, Mobilität mit Erdgas und elektrischen Antrieben und Energieeffizienz wurden viele Gespräche mit den damals anwesenden Mitgliedern der Landesregierung geführt. Die Ideen und Umsetzungskonzepte der Stadtwerke Aalen fanden hierbei großen Zuspruch.
Sehr intensive Gespräche wurden damals auch mit Verkehrsminister Winfried Hermann über das Mobilitätskonzept der Stadtwerke Aalen geführt, da man in Aalen schon länger umweltfreundlich unterwegs ist und nicht nur seit der Energiewende nach dem Atomunglück von Fukushima. So setzen die Stadtwerke bereits seit Jahrzehnten auf Erdgasfahrzeuge und rüsteten auch den eigenen Fuhrpark - bis auf wenige Sondereinsatzfahrzeuge - auf Erdgasfahrzeuge um. Zudem betreiben die Stadtwerke Aalen zwei Erdgastankstellen an öffentlichen Tankstellen. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres stehen Stadtwerke-Kunden im KundenInformationsZentrum (KIZ) der Stadtwerke Pedelecs und ein Elektroroller zu Testzwecken zur Verfügung und können auch zu attraktiven Konditionen erworben werden.

Beeindruckt zeigte sich der Verkehrsminister von der Idee, die Einnahmen aus dem Testcenter zur Unterstützung der Verkehrsschulungsmaßnahmen zur Verkehrssicherheit in Grundschulen zu verwenden. „Mit unserem Engagement unterstützen wir das schon im Jahr 1994 auf Nachhaltigkeit ausgelegte Verkehrskonzept der Stadt Aalen und das seit dem Jahr 2010 geltende Klimaschutzkonzept“, begründete Cord Müller die Intensivierung der Aktivitäten der komplett im Besitz der Stadt Aalen befindlichen Stadtwerke im Bereich e-Mobilität. Um dieses Engagement auf einen verlässlich Rahmen zu stellen, wurde im Jahre 2011 mit der Stadt ein Konzessionsvertrag e-Mobilität abgeschlossen. In der Umsetzung dieser Vereinbarung wird die Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge Schritt für Schritt ausgebaut. Diese e-Tankstellen werden mit Ökostrom der Stadtwerke Aalen beliefert, um die Nachhaltigkeit sicherzustellen.

In Kooperation mit dem Netzwerk-e-Mobilität der Stadtwerke Tochtergesellschaft Trianel wurde in der Rathaustiefgarage Aalen die erste Stromtankstelle mit neuer Technik für moderne Fahrzeuge errichtet und von Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann offiziell in Betrieb genommen. Dort können zunächst parallel 2 Fahrzeuge betankt werden. Sollte ein großer Zuspruch bestehen, kann die installierte Technik zum zeitgleichen Betanken von bis auf 6 Fahrzeugen erweitert werden.

In den nächsten Wochen wird diese Stromtankstelle zu einer CarSharing-Station erweitert. Elektrofahrzeuge wie der zweisitzige Smart - aber auch viersitzige E-Fahrzeuge - stehen dann Unternehmen wie Privatpersonen gleichermaßen zur Nutzung zur Verfügung. „Das Nutzen von zentral beschafften und der Allgemeinheit mietweise zur Verfügung gestellten Autos (CarSharing) erfreut sich heute schon in größeren Städten und bei jüngeren Personen großer Beliebtheit“, erläuterte Manuel Woste, Leiter e-Mobilität bei der Trianel. Auf eine einfache, preisgünstige und praktikable Ausleihe der Elektro-Fahrzeuge unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur haben die Stadtwerker wieder großen Wert gelegt: Der Fahrzeugschlüssel liegt in einem Tresor, der mit Kundenkarten der Stadtwerke Aalen geöffnet werden kann. Am Ende der Fahrt werden die e-Autos an einer der beiden Ladesäulen am CarSharingPoint wieder mit Ökostrom der Stadtwerke Aalen „aufgetankt“ und ermöglichen den nächsten Fahrern eine emissionsfreie Fahrt durch Aalen. Damit das CarSharing auch verlässlich planbar ist, können die Fahrzeuge im Internet unter www.OstalbEmobil.de verbindlich gebucht werden. Dieses Angebot wird ab Mai 2012 zur Verfügung stehen.

Mit seiner Visite erkennt der Verkehrsminister die hohe Innovationskraft der Stadtwerke Aalen im Bereich individueller Elektro-Mobilität an. „Wenn bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein sollen, müssen wir besonders in Mittelstädten wie Aalen heute schon Elektromobilität auf den Straßen sichtbar machen“, so Cord Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke Aalen. Denn erfahrungsgemäß sei nicht nur sinnvoll, das Verkehrsaufkommen in den Metropolen umweltfreundlicher zu gestalten – auch die zahlreichen Binnenverkehre zwischen Stadt und Land sowie das Verkehrsaufkommen in Mittelstädten müsse emissionsärmer gestaltet werden. Die Initiative der Stadtwerke zu Erdgasfahrzeugen und das geplante CarSharing Angebot der Stadtwerke sei da besonders zu loben.

Besonders das CarSharing sei eine ideale Ergänzung zum ÖPNV und ermöglicht individuelle Mobilität ohne eigenes Fahrzeug, wenn diese dann und wann vereinzelt benötigt wird. Und gerade diese Kombination könnte auch die verstopften inner- und überörtlichen Straßen entlasten, wenn weniger Fahrzeuge hierdurch benötigt werden. Unterstützend wirken Firmentickets für den ÖPNV, die in großen Ballungsräumen nicht weg zu denken sind und bei den Stadtwerken Aalen auch der Belegschaft angeboten werden sollen. Umsetzungsgespräche werden von Stadtwerkechef Müller seit März 2011 mit OVA-Omnibus-Verkehr Aalen Geschäftsführer Ulrich Rau geführt. Daher ist besonders erfreulich, dass der Besuch von Verkehrsminister Winfried Hermann nun vom Landkreis zum Anlass genommen wird, dieses Angebot zu Firmentickets auch im Ostalbkreis mit einer feierlichen Vertragsunterzeichnung zu ermöglichen.

Den Abschluss des Besuches von Verkehrsminister Hermann bei den Stadtwerken bildete ein kleiner Mittagsimbiss im KundenInformationsZentrum der Stadtwerke Aalen gemeinsam mit den lokalen Parteikollegen des Ministers von Bündnis 90/Die GRÜNEN. Hiernach wurde der Minister von Geschäftsführer Cord Müller vom KIZ zum Aalener Kreishaus mit einem Spaziergang geleitet, in dem sich die Verkehrskonferenz anschloss.

Hintergrund zum Trianel Netzwerk e-Mobilität:

Das für weitere Teilnehmer offene Netzwerk Elektromobilität und die zu ihm gehörenden 60 kommunalen Energieversorger leisten seit der Gründung vor rund zwei Jahren praxisorientierte Arbeit, was die Nutzung der e-Mobilität unter Einbeziehung der Erneuerbaren Energien bzw. der dezentralen Erzeugung angeht. Gepaart mit der Kompetenz der Trianel werden Produkte entwickelt, Risiken minimiert und die entstehenden Synergien für jedes Stadtwerk maßgeschneidert nutzbar gemacht. Das Netzwerk unterstützt seine Projektpartner bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte und Geschäftsmodelle. Über Kooperationen gestaltet es praxistaugliche Produkte und -pakete, zu denen z. B. e-Zweiräder und e-Autos, Ladesäulen so wie Solarcarports gehören. Das gemeinsame Vorgehen senkt die Kosten für jeden einzelnen Partner und schafft so Marktvorteile, die ein einzelnes Stadtwerk nur mit deutlich höherem Aufwand realisieren kann. Die Stadtwerke Aalen sind seit dem Jahre 2010 Mitglied des Netzwerkes.

Federführend hinter dem Netzwerk steht die Aachener Stadtwerkekooperation Trianel GmbH. Die Stadtwerke Aalen sind Gesellschafter der Trianel GmbH, die im Bereich Energiehandel, -beschaffung wie auch der Projektierung von Kraftwerken aktiv ist. Zudem entwickelt Trianel gemeinsam mit Stadtwerken zukunftsweisende Geschäftsmodelle. Mit Gesellschaftern in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich ist Trianel das führende Stadtwerkenetzwerk Europas.

© Stadt Aalen, 20.03.2012