Verkehrssicherheitswoche eröffnet

Es ist 12.10 Uhr und es crashed Blech auf Blech in der Aalener Fußgängerzone. 300 Augenzeugen halten den Atem an - das war der große Rumms zum Auftakt der Verkehrssicherheitswoche des ADAC Württemberg in Aalen.

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Über 200 gelbbemützte Erstklässler der Greutschule und der Hofackerschule erlebte eine Premiere: Zum ersten Mal standen das kleine Zebra, der singende Polizist Oliver und Verkehrsclown Rudi gemeinsam auf der Bühne. „Ein dummer Autofahrer fährt über den Zebrastreifen”, sangen die Kinder unter anderem aus vollster Kehle mit. Im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitwoche stehen zahlreiche Informationsveranstaltungen mit den Aalener Schulen.

„Es wäre ein Fehler, wenn Behörden und Verbände die Hände in den Schoß legen würden”, betonte Günter Knopf der Erste Vizepräsident des ADAC. Nach Jahren sinkender Zahlen bei Verkehrstoten zeigt sich nun landes- und bundesweit eine Trendwende zum Negativen. Neben verstärkter Prävention, insbesondere bei Kindern und jungen Fahrern, forderte er, dass die neuen Sicherheitstechniken umgehend serienmäßig in alle Fahrzeuge eingebaut werden. „Sicherheit darf kein Luxus sein”, sagte Knopf, „vom technischen Fortschritt müssen alle Autofahrer profitieren”.

OB Martin Gerlach lobte, dass sich der ADAC mit den Angeboten der Verkehrssicherheitswoche insbesondere an die Kinder und jungen Autofahrer wendet.

„Unser gemeinsames Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der Verkehrssicherheit,” erklärte Schirmherr Staatssekretär Rudolf Köberle. Im ersten Quartal dieses jahres sei die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 18 Prozent und die Zahl der Verkehrstoten um sieben Prozent gestiegen. „Wir müssen unsere gemeinsamen Bemühungen bei den besonders gefährdeten Gruppen fortsetzen”, erklärte der Staatssekretär. Dies seien vor allem Kinder und Jugendliche, junge Fahranfänger, Motorradfahrer und in stark zunehmenden die älteren Verkehrsteilnehmer.
© Stadt Aalen, 07.07.2007

Mit Tempo 50 in die Seite

Dann kommt das, worauf die Besucher vor dem Rathaus gewartet haben: 12.10 Uhr: der Stuntman Marco König lässt den Motor aufheulen und rast Richtung Rathaus. Nach 50 Meter kracht er in die Seitentür eines abgestellten Schrottautos. Der Große Wagen des Stuntman schiebt den kleinen Wagen mit rauchenden Reifen über die Pflastersteine. Die Menge hält für mehrere Sekunden den Atem an ­ bis sich der erste Schreck in Applaus entlädt. 12.12 Uhr: Zwei Motorräder der Polizei kommen zur Unfallstelle, klären die Lage. 12.14 Uhr: Rettungssanitäter des DRK stellen die Erstversorgung des „Verletzten” sicher. 12.17 Uhr: Einsatzkräfte der Feuerwehr holen den eingeklemmten Fahrer aus dem Fahrzeug. Thomas Maile (Polizei), Kai Niedziella (FFW) und Helmut Gentner (DRK) erläuterteten sachkundig dem Publikum die inszenierte Bergung. „Bei diesen Schockern bleibt viel bei den Zuschauern hängen”, sagt ADAC-Preseprecher Reimund Elbe ­ selbst wenn dieses Vorgehen bei Verkehrspsychologen umstritten ist. „Ich fahre künftig vorsichtger”, meinte zumindest ein aufmerksamer Zuschauer am Rande.