Vortrag von Prof. Sobek - Architektur der Zukunft

Im Rahmen der Ausstellung „Planen, bauen, wohlfühlen in Aalen“ hat Professor Dr.-Ing. Werner Sobek am Freitag, 16. Januar in Aalen über Architektur der Zukunft referiert.

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Der gebürtige Aalener gilt als einer der innovativsten Architekten und Bauingenieure Deutschlands, der an den Schnittstellen von Architektur und Ingenieurwissenschaften mit modernsten Methoden arbeitet. Werner Sobek lehrt als Professor an der Universität Stuttgart und am Illinois Institute of Technology in Chicago, ist Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren sowie Gründer verschiedener Ingenieur- und Designbüros weltweit. Er vertritt den Anspruch gebrauchsfähige, aber schöne und zukunftsweisende Bauformen zu entwickeln. Dabei werden um Ressourcen zu schonen die Grenzen des Üblichen überschritten und vollkommen neue Wege der Materialverwendung aufgezeigt.

So führt buchstäblich kein Weg vorbei an diesem international renommierten Fachmann, wenn es um neue Architektur geht. Visionen vom Wohnen und das Bauen in der Zukunft beschäftigen Werner Sobek schon seit vielen Jahren. Umso erfreulicher ist daher seine spontane Bereitschaft, in der Heimatstadt mit einem Vortrag einen Beitrag zum nachhaltigen Bauen zu liefern. Die Stadt Aalen bedankt sich ganz herzlich für diese Unterstützung und freut sich auch über die sehr große Resonanz, die Vortrag und Person Werner Sobek in Aalen gefunden haben.

Mit einem spannenden Einblick in die tägliche Entwicklungsarbeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Institut sowie in seinen Büros hat er das Publikum im überfüllten Vortragssaal in den Bann gezogen. Anderthalb Stunden wurden alle Anwesenden vom Vortrag mit Schilderungen aus einem hochkomplexen Forschungs-, Entwicklungs- und Baugeschehen mitgerissen. Zahlreiche Beispiele großer wie kleiner Projekte ließen Zeit und Raum vergessen. Werner Sobek präsentierte eine kleine Auswahl seiner Vorhaben: vom Messestand für die Audi AG über das Daimler-Benz-Museum in Stuttgart, den Bangkok International Airport, die Centercourt-Überdachung im Tennisstadion Rothenbaum Hamburg, ein Wohnhaus auf der Schwäbischen Alb, der für Papst Benedikt XVI. in München angefertigten Altarüberdachung bis hin zum Türscharnier. Auch sein eigenes Wohnhaus R128, für das Werner Sobek 2003 den Hugo-Häring-Preis erhalten hat, war dabei. Das modulare, vollständig recyclingfähige und energieautarke Glashaus ist international bekannt.

Bei jedem Projekt war faszinierend zu sehen wie aus der Verbindung von konstruktivem Ingenieurbau, Forschung, Architektur und Design atemberaubende Lösungen entstanden sind. Dabei werden unterschiedliche, teils konventionelle Baustoffe wie Beton, Glas, Holz, Metall, aber auch ungewöhnliche Elemente wie Seilnetze, Textilien, Klettverschlüsse, Luft eingesetzt und gekonnt mit großer Präzision verarbeitet. Einfachheit und poetische Wirkung der bis ins letzte Detail durchdachten Entwürfe sind ein Markenzeichen. Ziel ist immer Architektur für die Zukunft: "gebrauchsfähige Gebäude, die minimale Auswirkungen auf die Umwelt haben und gleichzeitig ein Höchstmaß an Komfort für ihre Nutzer bieten - Gebäude, die nicht nur natürliche Ressourcen schonen, sondern auch der Gesundheit und Produktivität dienen" ($(link:e:http://www.wernersobek.com|www.wernersobek.com|_blank)$).
Der Vortrag über die Gestaltung und die Zukunft unserer gebauten Umwelt war ein Anstoß für den folgenden angeregten Austausch im Rathausfoyer.

Die Stadt Aalen bedankt sich bei Professor Werner Sobek für die finanzielle Unterstützung des Jugend- und Nachbarschaftszentrums Rötenberg. Im Projekt "Gesunde Stadt" können damit Aktionen für Kinder und Jugendliche rund um gesundes Essen und spielerische Bewegung finanziert werden. Auch dies ist ein Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt.
© Stadt Aalen, 19.01.2009

"Tag der Architekten" am Sonntag

Am ebenfalls gut besuchten "Tag der Architekten" am Sonntag, 18. Januar wurden in drei Vorträgen interessante Informationen rund ums Bauen geliefert. Tanja Diemer und Kai Bodamer haben die Gründe fürs Bauen mit einem Architekturbüro dargelegt. Die Vielfalt der "Aalener Architekturlandschaft" wurde anschaulich anhand der präsentierten Beispiele. Wohnen im Alter, gemeinschaftliches Wohnen und Wohnen in der Stadt wurden von Georg Winter als mögliche Zukunftsperspektive für eine älter werdende Gesellschaft skizziert. Abgerundet hat der Geschäftsführer der Stadtwerke Aalen die Vortragsreihe mit einem praktischen, aber auch ökologischen Detail des Baugeschehens, das sowohl für den Neubau als auch für Modernisierungen unverzichtbar ist. Cord Müller berichtete über das Konzept "HomePower", das für verschiedene Gebäudegrößen speziell konfigurierte Gas-Blockheizkraftwerke sowie die Betreuung der Anlagen durch die Stadtwerke Aalen umfasst. Die aktuelle Gemeinschaftsaktion der Architektenkammergruppe Ostalb und des Baudezernates der Stadt Aalen geht am Mittwoch, 21. Januar zu Ende. Bis dahin sind die Ausstellungstafeln "Planen, bauen, wohlfühlen in Aalen" im Foyer des Rathauses ausgestellt.