Wasseralfinger Bier im „Visier“ von Oberbürgermeister Martin Gerlach

Dass Malz, Hopfen, Hefe und Wasser allein nicht ausreichen um ein gutes Bier zu brauen, davon konnte sich Oberbürgermeister Martin Gerlach anlässlich seines Unternehmensbesuchs in der Löwenbrauerei Wasseralfingen persönlich überzeugen.

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Gerlach und der Wirtschaftsbeauftragte Hartmut Bellinger zeigten sich beim Rundgang durch die zum großen Teil auch unterirdisch gelegenen Produktionsräume überrascht, welch technischer Aufwand erforderlich ist, um aus diesen, vom ältesten deutschen Lebensmittelgesetz, dem so genannten „Reinheitsgebot von 1516“, zur ausschließlichen Verwendung zugelassenen Zutaten ein Bier von höchster Qualität -eben „Wasseralfinger Bier“- zu produzieren.

Der Betriebsleiter der Löwenbrauerei Wasseralfingen, Dipl.-Braumeister Manfred Becker führte die Besucher über das Sudhaus mit Malzaufbereitung, die Würzekühlung, den Gärkeller, den Lagerkeller, die Filtration, bis zur Fass- und Flaschenfüllung und erläuterte die einzelnen Fertigungsstufen. Auf großes Interesse stießen bei den Vertretern der Stadt vor allem die in den letzten Jahren nach modernsten brautechnischen Gesichtspunkten erneuerten und erweiterten Einrichtungen und Anlagen. So konnte man in dem von der Straße aus sichtbaren, traditionell klassischen Kupfersudkessel neuzeitliches Edelstahlinnenleben, mit energiesparender, umweltfreundlicher Innenkochung bewundern. Beeindruckend auch das computergesteuerte Prozessleitsystem, durchgängig von der Malzannahme über den kompletten Würzeweg bis hin zu den für die Abfüllung notwendigen Drucktanks.

Investitionen - so erklärte der Braumeister - werden in der Löwenbrauerei Wasseralfingen groß geschrieben und er präsentierte stolz den vor einiger Zeit mit Millionenaufwand gänzlich neu erstellten Gärkeller, mit seinen blitzblanken flachkonischen Gärtanks, Edelstahlleitungs- und Reinigungssystemen.
Auch in der Flaschenfüllerei war im Vorjahr der erste Abschnitt der Maschinenerneuerung realisiert worden. Hier konnte den Gästen vor allem die neue, gigantisch anmutende, über acht Meter lange Flaschenreinigungsmaschine in voller Aktion vorgeführt werden. Der Durchlauf beträgt 15 000 Flaschen je Stunde. Beachtung fand auch der eher unscheinbar wirkende, aber mit hochsensibler Optik und Elektronik ausgestattete „Leerflascheninspektor“. Er sortiert insbesondere schadhafte Flaschen aus und würde auch unzureichend gereinigte oder mit Flüssigkeitsresten belastete Flaschen erkennen.
Wenn Anfang des neuen Jahres noch Flaschenfüller, Flaschenetikettiermaschine und Einpacker erneuert werden, so ist nach Aussage der Geschäftsleitung die Löwenbrauerei Wasseralfingen mit einer komplett neuen Flaschenabfülllinie auf’s Beste für die Zukunft gerüstet.

In der anschließenden Gesprächsrunde konnte die Führungsmannschaft der Brauerei dem OB und seinem Wirtschaftsbeauftragten von einer anhaltend erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens berichten. In einer Zeit, in der der Ausstoß aller baden-württembergischen Brauereien zusammen um über 25 % zurückgegangen ist, sei in Wasseralfingen noch eine Steigerung von über 20 % möglich gewesen. Hiermit sei man mehr als zufrieden; wohl wissend, dass dieser Erfolg nicht zuletzt auch dem engagierten Einsatz der rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken sei, die zum Großteil auf langjährige Betriebszugehörigkeiten zurückblicken können.

Nach weiteren Gründen für die zunehmende Bedeutung von Wasseralfinger Bier in einem schrumpfenden Markt befragt, meinte Inhaber und Geschäftsführer, Dipl.-Brauingenieur Virgil Schabel, dass im Verzicht nicht selten die Quelle des Erfolgs liege. Bei der Löwenbrauerei Wasseralfingen verzichte man bewusst z.B. auf viele Biersorten, vielfältige Verpackungsformen, ein alkoholfreies Getränke-Handelssortiment, eine Ausdehnung des Absatzgebietes usw.. Dafür konzentriere man sich auf die Kernkompetenzen, nämlich die Produktion von zwei Biersorten plus Festbier und Bock in der Weihnachtszeit und arbeite ständig an einer Produkt- und Qualitätsoptimierung.

Mit den besten Wünschen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens „Löwenbrauerei Wasseralfingen“ in der „Bierstadt“ Aalen verabschiedete sich das Stadtoberhaupt von seinen Gastgebern.
© Stadt Aalen, 12.12.2006