Wenig Interesse an Bahnhaltepunkt West

Nicht-repräsentative Befragung von Studenten in der Weststadt

Schon seit langem steht die Frage nach einem zusätzlichen Bahnhaltepunkt in Richtung Stuttgart im Raum. Einerseits wurde über eine Wiedereröffnung des Bahnhofs in Essingen nachgedacht, andererseits ist eine zusätzliche Haltestelle zwischen dem Industriegebiet Aalen West und Hofherrnweiler im Gespräch. Ob sich ein solcher Haltepunkt gefragt ist, hat eine Projektgruppe, bestehend aus vier Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Aalen, untersucht.

Ziel war, die Auswirkungen auf den Verkehr und den Nutzen des Haltepunkts abzuschätzen. Um ein Meinungsbild der Bürger zu erhalten, wurden Befragungen auf dem Wochenmarkt der Weststadt und über das Informationsblatt West-AAgend durchgeführt. 50 Fragebögen wurden ausgefüllt. Dies deutet auf ein geringes Interesse an dem Thema hin und lässt nicht mehr als ein ungefähres Meinungsbild zu.
Da die Region Aalen eine ländliche Struktur aufweist und im Gegensatz zu größeren Städten eine geringere Netzabdeckung durch öffentliche Verkehrsmittel aufweist, besitzen die Einwohner Aalens nach der Befragung im Durchschnitt 1,6 Pkw pro Haushalt.
Das studentische Projektteam konzentrierte sich auf die Bewohner von Unterrombach und Hofherrnweiler und auf die Besucher des Unterrombacher Wochenmarkts und wollte wissen, wer den Bahnhaltepunkt als Ausgangspunkt nutzen würde.

Eine Alternative zum Aalener Hauptbahnhof sehen 70 % der Befragten (35), während 25 % (12 Antworten) keine Verbesserung durch den Bahnhaltepunkt West sehen.
Insgesamt 40% der Befragten würde auf Grund des Haltepunkts West vom PKW auf ÖPNV umsteigen. Die Zahlen halten sich in der Kernstadt und Hofherrnweiler die Waage, während die Befragten aus Unterrombach, Dewangen und Grauleshof schon weniger wechselbereit wären.

Hauptsächlich genutzt würde der Bahnhof für die Freizeitaktivitäten, gleichauf gefolgt von Einkauf und Arbeit. Die Hälfte der Fahrten würde nach Stuttgart gehen, die andere Hälfte nach Ulm, Crailsheim und Ellwangen mit Anschluss an den Fernverkehr.

Die Schlussfolgerungen der Studenten sind von Skepsis geprägt: „Im Allgemeinen sprechen sich die Anwohner der Weststadt gegen einen zusätzlichen Bahnhaltepunkt aus, da sie keine Verkehrsentlastung erwarten. Sie erwarten einen mindestens gleichbleibenden Verkehr, da die meisten Befragten mit dem Auto zum neuen Bahnhof fahren würden und der Bahnhof eher noch Bahnreisende aus der restlichen Kernstadt anziehen würde.“
© Stadt Aalen, 04.08.2010