"Wenn wir die Menschen nicht gewinnen, verlieren wir die Zukunft“

Klausurtagung des Gemeinderats zu Zukunftsfragen

Auf einer Klausurtagung hat sich der Gemeinderat am Freitag und Samstag mit Zukunftsfragen kommunalen Handelns beschäftigt. Auf der Grundlage der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung bis 2025 erarbeiteten 39 Stadträtinnen und Stadträte in fünf Arbeitsgruppen Leitziele und Lösungsstrategien für die künftige Arbeit.

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Die Vorschläge, in die auch die Ergebnisse aus den Zukunftswerkstätten mit spezifischen Bevölkerungsgruppen und aus internen workshops der Verwaltung einfließen, werden vom Gemeinderat bewertet und stecken damit den klaren politischen Rahmen für die Kommunalpolitik der Zukunft.

„Lassen Sie uns eine gemeinsame Vision Aalen 2025 erarbeiten“ ermunterte Oberbürgermeister Martin Gerlach die Anwesenden in seiner Begrüßung. Die Bevölkerungsprognose weise darauf hin, dass massive Veränderungen bevorstünden. „Wir müssen uns den Fragen stellen und gemeinsam passende Lösungsstrategien entwickeln.“

Bevor die Teilnehmer in den fünf Arbeitsgruppen „Generationengerechte Stadt“, „Arbeit und Wirtschaft“, „Bildung und Kultur“ „Mobilität und Infrastruktur“ und „Standortqualität“ um Leitziele und Lösungen diskutierten, stellte die Verwaltung noch einmal die Voraussetzungen vor: Kämmerer Siegfried Staiger ging auf die Finanzsituation der Kommune ein und die Beauftragte für Chancengleichheit und Demografischen Wandel, Uta-Maria Steybe fasste die Ergebnisse der Bevölkerungsprognose zusammen. Unstrittig ist, dass Aalens Bevölkerung bis zum Jahr 2025 um bis zu zweieinhalbtausend Personen abnehmen wird, dass die Gesellschaft älter und bunter wird und dass die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine der größten Herausforderungen darstellt. „Wenn wir diese Menschen nicht gewinnen, verlieren wir die Zukunft“ brachte es die Organisatorin der Veranstaltung, Uta-Maria Steybe auf den Punkt.

Die Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler beschrieb die Handlungsfelder Aalens „auf dem Weg zur Innovationsstadt“ mit den Stichworten Stadtentwicklung, Klimaschutzkonzept, Gewerbeent-wicklung, Eule, Innenentwicklung und Grünvernetzung. Mit Thesen zur Sozialentwicklung, Schule, Kultur, Sport und Integration von Migranten brachte sie die Themen von Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher ein, der wegen anderer Verpflichtungen an diesem Wochenende nicht teilnehmen konnte.

In den Kleingruppen wurde intensiv diskutiert. Aus je zwei bis drei Leitzielen pro Gruppe entwickelten die Teilnehmer Lösungsideen, die anschließend per Punktvergabe vom Plenum priorisiert wurden.
© Stadt Aalen, 28.06.2010
Die Veranstaltung bot auch Raum für interfraktionelle Gespräche.

Einige Ergebnisse im Überblick:

$(text:i:1. Mobilität und Infrastruktur)$ Priorität haben muss das Bauen im Bestand, Altbausanierungen und das Baulückenkataster. Das Radwegenetz soll weiter entwickelt werden. $(text:i:2. Arbeit und Wirtschaft:)$ Lotsen sollen die Orientierung in Genehmigungsverfahren erleichtern und beschleunigen. Der aktuelle Stand ist im Internet zu verfolgen. $(text:i:3. Standortqualität:)$ Die Dachmarke Aalen wird entwickelt. Die Stadt präsentiert ihre Stärken in einer sympathischen, selbstbewussten Außendarstellung. $(text:i:4. Bildung und Kultur:)$ Unter Regie der Stadt wird eine langfristige Kulturplanung erstellt. Im Bildungsbereich muss durch Förderung individueller Anlagen und Fähigkeiten Chancengerechtigkeit hergestellt werden. $(text:i:5. Generationengerechte Stadt:)$ Generationsübergreifende Angebote sollen vernetzt und Potenziale ausgebaut werden unter dem Motto Geben und Nehmen. So soll die ganzheitliche Bildung aller Generationen gefördert und die gesell-schaftliche und räumliche Einbindung älter werdender Menschen in den Ortsteilen gewährleistet werden. Am Ende der Tagung zogen die Beteiligten eine durchweg positive Bilanz: „Die Ergebnisse der Klausur sind gut und motivierend für die weitere Zusammenarbeit“. Wichtig sei, dass Gemeinderat und Verwaltung an einem Strang ziehen, dass der intensive Austausch fortgesetzt werde und dass mindestens ein Ziel aus jeder Gruppe schnell umgesetzt werde, so das Fazit. Auch Oberbürgermeister Martin Gerlach wertete den Einstieg in die Diskussion zu kommunalen Leitzielen und Lösungsstrategien als „ein starkes Miteinander“. Die Ergebnisse werden in einer weiteren Arbeitssitzung zusammengeführt. Sie dienen dem Gemeinderat und der Verwaltung als Beratungsgrundlage für künftige Beschlüsse.