Wirtschaftsminister Pfister besichtigt den Heilstollen Aalen

Oberbürgermeister Martin Gerlach begrüßte heute Wirtschaftsminister Ernst Pfister und den Präsidenten des Heilbäderverbandes Prof. Rudolf Forcher beim Besucherbergwerk Tiefer Stollen.

Auf seiner Sommer-Tour erlebt der Minister im Rahmen einer ganztägigen Pressewanderung verschiedene ortstypische Heilmittel in der Gesundheitsregion Schwäbische Alb.

Ernst Pfister betonte, in den Krisenzeiten sei klar geworden, dass Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort die klassischen Wirtschaftszweige weiterhin pflegen werde. „Wir haben aber als Lehre daraus gezogen, dass es daneben noch weitere Bereiche zu fördern gilt, um den Konsum im Lande zu stärken. Der Tourismus spielt dabei eine große Rolle und schafft inklusive Bädern 280.000 Arbeitsplätze, die nicht exportierbar sind.“

Ausgangspunkt auf seiner Tour durch drei Städte war das Besucherbergwerk Tiefer Stollen. Dieses wird als natürliches „Heilbad“ zur Asthmatherapie genutzt.
© Stadt Aalen, 13.09.2010

Aalen als Heilstollenzentrale Deutschlands

Oberbürgermeister Martin Gerlach stellte das ehemalige Eisenerzbergwerk als bedeutsame touristische Attraktion in Aalen vor. „Die Besucherzahlen liegen bei rund 50.000 im Jahr. Unser mittelfristiges Ziel ist es, diese durch infrastrukturelle Maßnahmen wieder auf 70.000 zu erhöhen. Daneben haben wir hier die Heilstollenzentrale Deutschlands und setzen damit Maßstäbe. Eine Öffnung des Stollens im Winter wird als nächstes angestrebt.“ Prof. Forcher ergänzte, dass der Heilstollenbetrieb in Baden-Württemberg in Aalen-Röthardt seinen Ursprung genommen habe. „Natürliche Heilmittel sind sehr wichtig und unterstützen die Genesung ohne Nebenwirkungen. Es gibt 3 Heilstollen in Baden-Württemberg und insgesamt 10 in Deutschland.“ Betriebsleiter Fritz Rosenstock führte die Gruppe mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“ mit der Bahn unter Tage und durch die Stollengänge in den Therapieraum. Er wies darauf hin, dass nicht jeder Stollen als Heilstollen genutzt werden könne. Das Zusammenspiel aus geregelter Einfahrt, Größe und Luftaustausch würde dies ausmachen. $(text:b:Hintergrund)$ Seit Ende der 80er Jahre wird das ehemalige Bergwerk für Therapiezwecke genutzt. Rund 500 Patienten nehmen jedes Jahr eine Atemwegstherapie wahr. Die Behandlung dauert im Schnitt zwei bis drei Wochen. Der positive Einfluss auf die Patienten ist erwiesen. Die konstante Temperatur von 11 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 98 Prozent bewirken, dass die Luft besonders rein ist, also frei von Allergenen und Schadstoffen. Durch die natürliche Belüftung wird die Luft im Stollen alle 2 Stunden komplett erneuert.