Wirtschaftsministerium informiert sich über Aalener Erfolgsprojekt „Azubi statt ungelernt“

„Azubi statt ungelernt“ – das erste halbe Jahr des Aalener Projekts ist schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Davon haben sich Peter Hofelich, Beauftragter der Landesregierung für Mittelstand und Handwerk und die Referentin für Berufliche Ausbildung, Rena Farquhar bei einem Vor-Ort-Besuch im Wirtschaftsinformationszentrum überzeugt. An der Gesprächsrunde nahm auch der Landtagsabgeordnete Klaus Maier teil.

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Oberbürgermeister Martin Gerlach empfing die Gäste im Büro der beiden Berufswerber Julia Wilhelm und Muammer Ermis. „Azubi statt ungelernt“ ist ein wichtiger Baustein in der Integrations- und Bildungsarbeit der Stadt Aalen“ sagte Gerlach und verwies auf die Leitbildentwicklung der Stadt. Nach den guten Ergebnissen des Sprachförderprogramms in den Kindergärten lege das Programm nun den Fokus auf junge Migranten, um Chancengerechtigkeit herzustellen. „Bildung und Ausbildung sind Schutzschilde gegen Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung“ betonte der Integrationsbeauftragte Michael Felgenhauer. Noch bekommen deutlich weniger Jugendliche mit Migrationshintergrund einen Ausbildungsplatz nach ihrem Schulabschluss als ihre deutschen Mitschülerinnen und –schüler. “Bereits heute haben über 50% der Kinder zwischen 0 und 6 Jahren in der Kernstadt einen Migrationshintergrund: Die Minderheit wird zur Mehrheit“ erinnerte die Beauftragte für Chancengerechtigkeit und demografischen Wandel, Uta-Maria Steybe . „Davon darf uns keine und keiner verloren gehen“ .
Wichtigste Zielgruppe der beiden Aalener Berufswerber sind die Eltern,da sind sich die Projektpartner einig. „90 Prozent der Kinder beziehen sich bei der Berufswahl auf ihre Eltern“ so Projektbegleiterin Silvia Schneck-Volland.

Beeindruckt zeigte sich die Stuttgarter Delegation, die auf ihrer fünftägigen Reise durch Baden-Württemberg vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekte besucht, von der operativen Arbeit in Aalen. Die beiden von der Stadt beschäftigten Berufswerber erreichen 50 Prozent der Migranten „Unser Erfolg basiert auf unserem engen Netzwerk. Wir sind in der türkischen und russischen Community daheim“ , berichtete Muammer Ermis. Es gibt einen Runden Tisch, an dem Migrantenvereine, Kirchengemeinden, Moscheen, soziale Einrichtungen, Schulen, Wirtschaft und Handwerk mitarbeiten. Bereits auf 100 Kontakte mit Jugendlichen können Ermis und Wilhelm im ersten halben Jahr verweisen. Zehn Jugendliche konnten sie in eine Ausbildung, acht auf weiterführende Schulen vermitteln. Vier Jugendliche haben inzwischen einen festen Arbeitsplatz.
Das Projekt „Azubi statt ungelernt“ geht bis September 2014, mit Verlängerungsoption bis Ende 2014. Danach, ließ Hofelich erkennen, werde an ein weiterführendes Projekt gedacht. „Wir müssen die Duale Ausbildung stärken und mehr werben für dienende Berufe.“ Auch für die Gruppe der Migranten mit italienischem Hintergrund soll mehr getan werden.
© Stadt Aalen, 05.08.2013