Zukunft der Aalener Gymnasien

An den drei Gymnasien in Aalen wird es definitiv kein G 8 Plus geben, ein auf 9 Jahre gedehntes allgemein bildendes Gymnasium. Schul-Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher und der geschäftsführende Schulleiter Michael Weiler betonen, dass stattdessen Verbesserungen beim bestehenden G 8 angestrebt werden sollen.

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„Die Schullandschaft ist in Bewegung“ erklärt Bürgermeister Fehrenbacher. „In den Medien werden aktuell Modelle und Möglichkeiten diskutiert, welche die Landesregierung für die Gymnasien auf den Weg bringen möchte. Fest steht, dass das klassische G 9 nicht mehr kommen wird.“

Michael Weiler ergänzt, dass es in der aktuellen Diskussion bei G 8 Plus darum gehe, den achtjährigen Bildungsgang durch zusätzliche 12 Wochenstunden und Verlagerung von Stunden aus anderen Schuljahren um ein Jahr zu dehnen. „Dieses Modell wird allerdings nur für 22 Schulen in Baden-Württemberg ermöglicht, später sollen noch einmal 22 Schulen dazu kommen. Grundlage ist eine Vierzügigkeit, welche in Aalen an keiner der drei allgemeinbildenden Schulen gegeben ist.“ Daher habe Aalen keinen Anspruch auf Bewerbung für einen G 8 Plus-Zug. Selbst wenn dieses Modell an einem Gymnasium in Aalen angeboten werden könnte, würden dadurch die Schülerströme beeinflusst, was zusätzliche Schwierigkeiten nach sich ziehen würde.
© Stadt Aalen, 22.12.2011

Die Schüler sind durch das achtjährige Abitur nicht überfordert

Fehrenbacher und Weiler betonen, dass der G 8 Zug ist mittlerweile in Aalen erfolgreich eingeführt sei. Die Rückkehrquote zur Realschule in den Klassen 5 und 6, der sogenannten Orientierungsstufe, liegt bei lediglich einem Prozent. Der gute Notendurchschnitt von 2,3 oder besser, den 65 Prozent der Schüler in Klasse 6 erreichen, spricht dafür, dass die Schüler eindeutig nicht überfordert sind. Ein Monitoring des Regierungspräsidiums bestätigt dies, die Unterschiede zwischen acht- und neunjährigem Abitur schwanken im Notendurchschnitt lediglich um 0,1 nach oben oder unten. Dies zeigt, dass das G 8 erfolgreich bei den Schülern angekommen ist. Die scheinbare Überlastung wird eher von den Eltern gesehen, die erkennen, dass Schüler intensiver arbeiten müssen. Der geschäftsführende Schulleiter bestätigt, dass von den Schülern durchaus etwas mehr Aufwand betrieben werden müsse. „Das Gymnasium hat allerdings auch die Aufgabe, in der Oberstufe die Schüler auf ein späteres Studium vorzubereiten. An den Hochschulen besteht durch die Umstellung auf Master- und Bachelor-Abschlüsse ein anderer Leistungsdruck sowie ein höherer Anspruch an das Lernverhalten und die Eigeninitiative.“ Nach intensiven Gesprächen sind die Stadt als Schulträger und die drei Schulleitungen zu dem Schluss gelangt, dass das G 8-Angebot in Aalen beibehalten werden solle. Dieses werde nach den Möglichkeiten weiterentwickelt, welche die Landesregierung biete. So könnten etwa die Pool-Stunden zur individuellen Förderung von 10 auf 12 in der Woche erhöht werden. Diese kommen für Förderunterricht in einzelnen Fächern in Frage, zur Steigerung der Sozialkompetenz oder zur Stärkung der Deutsch-Kenntnisse in der Unterstufe für Schüler mit Migrationshintergrund. Immerhin haben bereits 30 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund.