Aalener Delegation besuchte Wischauer Sprachinsel

Oberbürgermeister Martin Gerlach hat sich auf einer Reise in die Wischauer Sprachinsel ein lebendiges Bild von der Geschichte der deutschstämmigen Bevölkerungsgruppe gemacht, deren Patenschaft die Stadt Aalen vor 30 Jahren übernommen hat. In Begleitung von Stadtarchivar Dr. Roland Schurig, der Städtepartnerschaftsbeauftragten Dorothea Martini und Dolmetscherin Dr. Marta Geis bekräftigte das Stadtoberhaupt damit auch die guten Beziehungen zu den tschechischen Nachbarn.

Gemeinsam mit seiner Amtskollegin Marie Slavíková pflanzte Oberbürgermeister Gerlach als Sinnbild für die bisher geleistete Arbeit und als Zeichen der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft in Europa und der Welt eine Linde der Verständigung. Die Delegation wurde von den Ortsvorstehern der Gemeinden der Wischauer Sprachinsel, deren Vorsitzenden Marie Slavíková und der Leiterin des Tourismusverbandes Vetrnik, Irena Dvoráková aufs herzlichste empfangen. Eine Gruppe der Gemeinschaft Wischauer Sprachinsel um die Vorsitzende Rosina Reim zeigten sehr anschaulich, was es bedeutet, sich an der Basis des deutsch-tschechischen Verhältnisses für die Verständigung einzusetzen. Getragen von einem beeindruckenden persönlichen Engagement wurden in den letzten Jahren Brücken gebaut, die vieles ermöglichten, was noch vor kurzem nicht für möglich gehalten wurde. Die tschechische Bevölkerung interessiert sich zunehmend für die Geschichte der deutschstämmigen Bevölkerung als Teil ihrer eigenen regionalen Identität. Auf Initiative der tschechischen Verantwortlichen wurden mittlerweile verschiedene Gebäude und Kleindenkmäler aus der Zeit der deutschen Besiedelung restauriert. Die Renovierung der Kirche in Kucerov, dem ehemaligen Kutscherau, wurde 2008 von der Stadt Aalen mit einer Spende unterstützt. Bei einer Rundfahrt durch die Gemeinden der Wischauer Sprachinsel wurden außerdem mehrere Projekte besucht, die mit Hilfe von Mitteln der Europäischen Union realisiert werden konnten.
© Stadt Aalen, 28.10.2010