AA-Mobil

ökonomisch - nachhaltig - mobil
(© Stadt Aalen)

Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Und welche Infrastruktur benötigen wir dafür? Autonomes Fahren, Sharing-Angebote oder die Nutzung von Fahrzeugen mit umweltfreundlichen, alternativen Antrieben sind nur drei Themen, mit denen sich ein gemeinsames Projektteam der Stadt Aalen, der Hochschule Aalen und der Ostalb Bürger Energie eG beschäftigt. Zusammen haben wir in Phase 1 des Wettbewerbs "MobilitätsWerkStadt 2025" innovative kommunale Mobilitätskonzepte für die Region entwickeln; dafür stellte das BMBF 100.000 Euro bereit. Das Gemeinschaftsprojekt ist eins von nur 50 Projekten bundesweit, das gefördert wurde.

BMBF-Logo und FONA-Logo
(© BMBF und FONA)

Zielsetzung

Wir wollen uns jederzeit von A nach B bewegen können, ohne lange warten zu müssen oder auf andere angewiesen zu sein. Dafür ist das Auto aktuell noch das beliebteste Verkehrsmittel. Das wird sich zukünftig ändern, da sind sich die Experten einig. Doch wie können wir den Wunsch nach größtmöglicher individueller Mobilität mit dem Ziel vereinbaren, die Umweltbelastung zu verringern und damit Emissionen wie Lärm, Luftverschmutzung und die CO2-Belastung zu reduzieren?

Das Projektteam hat sich zum Ziel gesetzt, Lösungen zu entwickeln, um die aktuelle Verkehrssituation in der Region zu entspannen und für eine nachhaltige Verbesserung der Emissionsbelastungen zu sorgen. Im Fokus stehen dabei insbesondere der öffentliche Personennahverkehr, die Mehrfachnutzung von Fahrzeugen im Rahmen von Carsharing-Systemen und die Elektrifizierung des wirtschaftlichen und privaten Verkehrs. Das Konzept soll später auch auf andere Kommunen übertragbar sein.

Befragungsergebnis

Über 1300 Befragte, regionale Unternehmen sowie Mobilitätsdienstleister beteilitgen sich am Projekt AA-Mobil.

Die Befragung von Bürger*innen der Stadt Aalen, einer Auswahl regionaler Unternehmen und deren Mitarbeiter*innen, öffentliche Einrichtungen, Mobilitätsdienstleister und die Mitglieder der OBE ist abgeschlossen und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen hilfreiche Mobilitätsgewohnheiten und -bedarfe der Akteure in der Stadt Aalen auf. Ein Online-Workshop mit Studierenden der Hochschule im „DesignThinking-Format“ hat die Ergebnisse abgerundet und bestätigt.

 

Die Highlights der Umfrageergebnisse

Allgemeine Erkenntnisse:

  • Bei 66 % der Befragten gehören zwei und mehr PKWs zum Haushalt.
  • 96% fahren einen Verbrennungsmotor. Nur ein geringer Anteil von Fahrzeugen wird aktuell elektrisch bzw. mit alternativen Antrieben betrieben.

Verkehrsmittelwahl für den Weg zur Arbeit:

  • Über 50% der Befragten fahren mit dem Auto zur Arbeit. 13% fahren mit dem Fahrrad, 15% nutzen öffentliche Verkehrsmittel und 8% gehen zu Fuß.
  • 70 % der Befragten sitzen auf dem Weg zur Arbeit alleine im Auto.
  • Der hohe „Ein-Personen-Berufsverkehr“ führt in den Stoßzeiten zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, genügend Parkraum anbieten zu müssen.

Einstellung zu alternativen Verkehrsmittelwahl und zum ÖPNV:

  • Ein beachtlicher Anteil von über 62% kann sich bei Gelegenheit, einen Umstieg auf ein E-Fahrzeug vorstellen.
  • Beliebteste Alternative zum Auto ist das E-Auto (36%), das E-Bike/Pedelec (32%) bzw. Fahrrad (27%) und der ÖPNV (30%).
  • 9% der Befragten fahren täglich mit den ÖPNV zur Arbeit.
  • Neben dem Berufsverkehr ist das Auto auch im Freizeitbereich das am häufigsten benutzte Verkehrsmittel.
  • Voraussetzungen für einen Umstieg sind: Attraktivere Preise, eine bessere bzw. direkte Verbindung und ein reibungsloser Übergang zu anderen Verkehrsmitteln.
  • Der ÖPNV leidet stark unter dem hohen Individualitäts- und Flexibilitätsbedürfnis der Menschen

Auch zu den Themen Fahrgemeinschaften, Carsharing und Elektromobilität konnten hilfreiche Erkenntnisse gewonnen werden.

Entwickelte Lösungsansätze

Anhand der vorliegenden Ergebnisse aus den genannten Befragungen konnten Ideen und Lösungsansätze entwickelt werden, wie der motorisierte Individualverkehr (MIV) eingedämmt werden kann. In einem Projektworkshop, an dem neben den Mitgliedern des Projektteams auch Vertreter vom Stadtplanungsamt, Tiefbauamt sowie dem Amt für Umwelt, Grünflächen und umweltfreundliche Mobilität auch Industrieunternehmen teilgenommen haben, wurden mögliche Maßnahmen diskutiert und bewertet. Hieraus konnten die innovativen Ideen und Lösungsansätze, welche die größten Realisierungschancen haben, ausgewählt und ein passendes Konzept für die Stadt Aalen entwickelt werden.

Die entwickelten Maßnahmen wurden im September 2020 im politischen Fachgremium dem Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik in Aalen vorgestellt. Anschließend legte das Projektteam um Wirtschaftsförderer Felix Unseld, Prof. Dr. Anna Nagl vom Kompetenzzentrum für innovative Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen, und Hans-Peter Weber, Vorstandsmitglied der OstalbBürgerEnergie eG (OBE), nach bisher knapp einjähriger Projektarbeit im Beisein von Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler und dem Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter seinen Schlussbericht vor und erläutere das entwickelte Mobilitätskonzept für Aalen.

Für die Phase 2 im Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ verfolgt das Verbundprojekt „AA-MOBIL“ die Planung, Umsetzung und Erprobung von drei sich ergänzenden Lösungen. Erstens einen für das Mittelzentrum Aalen maßgeschneiderten betrieblichen Mobilitätsbaukasten, zweitens das Angebot einer plattformbasierten Mobilitäts-App sowie drittens eine intensive Öffentlichkeitsarbeit mit geeigneten partizipativen Kommunikationsmaßnahmen zur Förderung des Mobilitätsbewusstseins.

Wichtiger Bestandteil des Mobilitätsbaukastens soll eine multimodale App sein. Diese soll u. a. unternehmensübergreifende Fahrgemeinschaften und Werksbuslinien ermöglichen und steuern - zeitlich und räumlich flexibel soll so zu den gewünschten Zielen gependelt werden. Die dazu notwendigen Infos von Fahrern und Mitfahrern sollen über diese Plattform erhoben und auf einem "kommunal in der Region verwalteten Server" gespeichert werden. Neben Privat- und Firmenfahrzeugen sollen neben dem ÖPNV sowie Sharing- und Taxi-Anbieter in diese Plattform optimal eingebunden werden. Auf diesem Weg soll die Verkehrssituation in den Mittelzentren Aalen und Heidenheim insbesondere zu Stoßzeiten deutlich entlastet werden. Durch eine E-Mobilitätsoffensive soll die Anschaffung und Nutzung von E-Fahrzeugen gefördert werden. Beide Maßnahmen sollen eine deutliche Verringerung des CO2- und NOx-Ausstoßes bewirken. Beim ÖPNV soll mittels einer Werbekampagne dessen Attraktivität aufgezeigt werden.

Flyer AA-MOBIL

Schlussbericht zu AA-Mobil

Partner

Weitere Informationen

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an:

Stefanie Benz
Wirtschaftsförderung und Smart City Aalen
Marktplatz 30, 73430 Aalen
Tel.: 07361 52-1129
E-Mail: stefanie.benz@aalen.de

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage der Hochschule Aalen und beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Aufrufbar unter den folgenden Links:

https://www.hs-aalen.de/aa-mobil

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2289.html

Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt sozial-ökologische Forschung unter dem Förderkennzeichen 01UV2046_ZB gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autoren.

Smart-City-Logo, HS-Logo,  Kompetenzzentrum-Logo, OBE-Logo
(© Stadt Aalen, Hochschule Aalen, Kompetenzzentrum, OBE)