Für mehr Bildungsgerechtigkeit: Ganztagesgrundschulen

Neben dem Ausbau der Ganztages-Grundschulen in Aalen arbeitet die Stadt gemeinsam mit den Schulen derzeit an einem Gesamtkonzept für ergänzende Betreuungsangebote. Im Rahmen des Schulentwicklungsplans ist dies ein wichtiger Baustein für mehr Bildungsgerechtigkeit in Aalen. „Mit den verschiedenen Formen der Ganztagesgrundschule in Kombination mit neuen ergänzenden Angeboten können Familien flexible Betreuungsbausteine wählen, die auf die Bedürfnisse des Kindes und der Familie zugeschnitten sind“ beschreibt Oberbürgermeister Thilo Rentschler das Ziel. Wie bisher auch, bleiben Betreuungsangebote außerhalb der Ganztagesschule gebührenpflichtig.

Die Hofherrnschule ist eine der 5 Schulen, die zur Ganztagesschule werden will (© Stadt Aalen)

In Aalen gab es bislang drei Ganztagesgrundschulen: Schillerschule, Greutschule und die Kocherburgschule in Unterkochen. Das Land will, nach Einigung mit den kommunalen Landesverbänden Anfang des Jahres, das Netz an Ganztagesgrundschulen so ausbauen, dass 70 Prozent der Grundschulen und 50 Prozent der Grundschüler davon profitieren. Nach einer sehr kurzen Frist, in der die Stadt für sieben Grundschulen das Interesse auf Ausbau zu einer Ganztagesgrundschule bekunden konnte, sind die Anträge für das Schuljahr 2014/15 bis zum 30. April zu stellen. Neben den drei bestehenden Ganztagesgrundschulen wollen die Kappelbergschule Hofen, die Gartenschule Ebnat, die Reinhard-von-König-Schule Fachsenfeld, die Langertschule, die Hofherrnschule und die Grundschule in Waldhausen zur Ganztagesschule werden. Bei Einrichtung der Ganztagesschule haben die Eltern die Wahl zwischen Halbtages- und Ganztagseinrichtung. Zwischen verschieden Formen wählen können dann die Ganztages-Grundschulen: ob drei Tage oder vier Tage à sieben oder acht Stunden entscheidet die Schule.

Nun befürchten viele, dass die Umstellung zur Ganztages-Grundschule auf Kosten der verlässlichen Grundschule, d.h. der verlässlichen Betreuung der Kinder vor und nach dem Unterricht gehen könnte. Grundsätzlich richtig ist, dass das Land seinen finanziellen Zuschuss bei Einrichtung einer Ganztagesschule streichen wird. Allerdings wird die Stadt Aalen auch künftig ein gutes Betreuungsangebot bieten. Bei entsprechender Nachfrage soll das verlässliche Betreuungssystem weiter ausgebaut werden, zum Beispiel auch in den Ferien. „Das ist eine Freiwilligkeitsleistung, die in Kombination mit der Ganztagesgrundschule den Eltern mehr Flexibilität bietet und die Bildungsgerechtigkeit stärkt“ betont OB Rentschler. Die Stadt und die Schulen benötigen aber noch etwas Zeit, bis die Modelle erarbeitet und mit dem Gemeinderat abgestimmt sind. Umgesetzt werden diese zum Schuljahr 2014/15, wenn klar ist, welche Aalener Grundschulen endgültig als Ganztagesgrundschulen vom Kultusministerium genehmigt werden und an den Start gehen.

© Stadt Aalen, 14.04.2014