Serie: Aalener helfen in Afrika - Zukunft für ehemalige Kindersoldaten

Hier stellen wir Afrikaprojekte Aalener Organisationen vor, die im Rahmen der WM-Aktion der Stadt Aalen „Aalener helfen Afrika“ finanziell unterstützt werden. Mit 8.000 Euro der erzielten Spenden werden im Gastgeberland afrikanische notleidende Kinder von einem internationalen Ärzteteam behandelt. Alle weiteren Spenden gehen zu gleichen Teilen an die Aalener Afrika-Projekte. Jede Spende kommt direkt und ohne Abzug bei den afrikanischen Partnern der Aalener Organisationen an. Hilfe, die wirkt!

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Schon seit 90 Jahren unterstützt die Evangelisch- methodistische Kirchengemeinde im Südlichen Stadtgraben 4 in Aalen Hilfsprojekte in Afrika. Ihr derzeitiger Pastor, Wolfgang Bay, lebte selbst sieben Jahre auf dem schwarzen Kontinent, bevor er 2001 die Leitung der Aalener Gemeinde übernahm. Pastor Bay hat im Herbst 2007 und im Februar 2010 die Hilfsprojekte in Liberia besucht und war sehr beeindruckt von der sehr effektiven und gut organisierten Arbeit mit den Heranwachsenden. Es kamen auch schon verschiedene Besucher aus Liberia nach Aalen. Unter anderem waren der Bischof der dortigen Methodistenkirche, Dr. John Innis und Frido Kinkolenge, der Leiter des „Brighter Future Children Rescue Center“ (BFC), dem Kinder-Hilfszentrum »Eine Hellere Zukunft für Kinder« zweimal zu Gast in der Kocherstadt. Frido Kinkolenge stammt aus der Republik Kongo und arbeitet seit dem Jahr 2000 in Liberia. Er ist für die Arbeit mit Jugendlichen, insbesondere ehemaligen Kindersoldaten verantwortlich. Viele Kinder in Afrika, besonders in Liberia, haben jahrelang als Kindersoldaten aktiv am Bürgerkrieg teilnehmen müssen. Oft waren sie nicht älter als acht oder neun Jahre. Auch Mädchen wurden als Kämpferinnen oder als Dienstsklavinnen der Militärs missbraucht. Von 1989 bis 2003 rollte der Bürgerkrieg in mehreren Wellen über das westafrikanische Land hinweg. Im BFC werden momentan fast 300 Jugendliche betreut und ausgebildet. Am Sonntag, 28. Februar begann das neue Schuljahr. Durch ein weiteres von Frido Kinkolenge geleitetes Projekt – CESPRO genannt - in der Stadt Kakata werden über 100 Frauen erreicht, die oft durch Prostitution ihren Lebensunterhalt zu verdienen versuchten. Die Grundfrage der Ausbildungszentren lautet, wie nach 14 Jahren Krieg wieder neu zu leben gelernt werden kann. Konkret fragen viele: Was bedeutet Vertrauen und Vergebung? Und: Wie spielt man Frieden? "Krieg spielen" gehört leider immer noch zu den angesagten Spielen, zumindest bei Jungen.
© Stadt Aalen, 16.03.2010