Überprüfung der Standfestigkeit von Grabmalanlagen 2010

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs und nach den geltenden Unfallverhütungsvorschriften sind die Friedhofsverwaltungen dazu verpflichtet, mindestens einmal im Jahr die Grabmale auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen.

Auf den städtischen Friedhöfen sind immer wieder gelockerte, mangelhaft befestigte oder nicht mehr gerade stehende Grabmale festzustellen. Sie können für Friedhofsbesucher und das Friedhofspersonal eine große Gefahr darstellen. Manche Grabmale können schon bei geringem Druck umfallen. Der Grund für nicht standsichere Grabmale kann an einer unzureichenden Verdübelung zwischen Grabmal und Sockel liegen. Dies muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein. Eine weitere Ursache kann auch sein, dass die Standfestigkeit nachträglich durch Witterungseinflüsse oder durch das Senken des umliegenden Erdreichs verloren geht. Die Standfestigkeitsprüfung der Grabmalanlagen wird durch ein unabhängiges Fachunternehmen mit einem speziell hierfür entwickelten Gerät vorgenommen. Nach den einschlägigen Vorschriften muss die Prüfung nach einem festgelegten Verfahren durchgeführt werden. Die rechtliche Verpflichtung zur Durchführung der Grabsteinprüfung gilt im Übrigen auch für die Grabstätteninhaber selbst. Die Verfügungs- und Nutzungsberechtigten der Grabstätten sind sowohl gesetzlich als auch aufgrund mehrerer Gerichtsurteile dazu verpflichtet, die Grabsteine und die sonstigen Grabausstattungen immer wieder selbst auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen und Mängel sofort beheben zu lassen. Solche Schäden können von einem Fachmann mit relativ geringen Kosten beseitigt werden. Sofern die Verfügungs- und Nutzungsberechtigten die Instandsetzungsarbeiten nicht kurzfristig ausführen können, müssen Sie den gefahrdrohenden Zustand durch geeignete Sicherungsmaßnahmen abgrenzen. Die Verfü-gungs- und Nutzungsberechtigten oder deren Erben haften für Schäden und Unfälle, die durch Grabmale oder einen nicht verkehrssicheren Zustand der Grabstätten entstehen.
© Stadt Aalen, 26.03.2010