Vorstellung der Wirtschaftspläne für das Jahr 2015 im Ausschuß für Kultur- Bildung- und Finanzen

Vorstellung der Wirtschaftspläne für das Jahr 2015 im Ausschuß für Kultur- Bildung- und Finanzen

Nur lobende Worte erhielt Forstdezernent Johann Reck, als er am Mittwoch, 5. November den Ausschuss für Kultur- Bildung und Finanzen über den aktuellen Zustand des Aalener Stadtwaldes und die Planungen für das Jahr 2015 informierte. In seinem ausführlichen Bericht stellte er zum einen die forstwirtschaftliche Seite des Wirtschaftsbetriebes Stadtwald dar, zum anderen berichtete er über den besonderen Status des Aalener Forsts als Naherholungswald mit hohem Freizeitfaktor.

Er könne eine solide und nachhaltige Bewirtschaftung der Waldflächen im Besitz der Stadt Aalen
bestätigen. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern im Aalener Forst und bei der Stadtverwaltung funktioniere hervorragend, lobte Reck den Aalener Stadtförster Frieder Weinbrenner und sein Team, sowie das zuständige Fachamt, die Stadtkämmerei.

Reck hob in seinem Bericht den mit 67 %  hohen Laubwald-Anteil des Stadtwaldes hervor, allerdings sei aus wirtschaftlicher Sicht Nadelholz höher zu bewerten als Laubholz, was eine Aufwertung des Waldbestandes in ökologischer Hinsicht darstellt.

Die Stadt Aalen hat im Rahmen der Umstellung auf die doppische Haushaltsführung auch den Bilanzwert des Stadtwaldes mit 11 Mio € bewertet.  „Dies stellt nur den Buchwert da, in Wahrheit würde der Wert um ein Vielfaches höher liegen“ erläutert Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Zahlen. „Unberücksichtigt bleiben hier Werte, wie der Erholungsfaktor, die landschaftliche Attraktivitätssteigerung für die gesamte Region sowie  Freizeit- und Sportmöglichkeiten, die in einer Bilanz nicht darstellbar sind.“

Der Stadtwald steht wirtschaftlich sehr gut da und liefert seit Jahren zuverlässig ein positives Jahresergebnis. Dies sei umso bemerkenswerter, da traditionell im Aalener Stadtwald viel in eine fachgerechte Ausbildung des forstwirtschaftlichen Nachwuchses investiert würde, erläuterte Reck das Aalener Modell. Im Gegensatz zu anderen Städten werden seit Jahren drei Ausbildungsplätze zum Forstwirt zur Verfügung gestellt.
Der Stadtwald wird mit drei Waldarbeitern bewirtschaftet, im Winter kommen noch zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hinzu.

Schädlingsbekämpfung und Wildschaden

Ein großes Problem – nicht nur in Aalen – ist die starke Zunahme des Eichenprozessionsspinners. „Gemeinsam mit der Stadt Aalen werden regelmäßig Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings durchgeführt.“ erläutert Reck.
Durch den Pilz “falsches weißes Stengelbecherechen“ sei der Eschenbestand sehr gefährdet, da es derzeit kein Gegenmittel gäbe.
Generell seien rund 40% des Waldbestandes geschädigt. Auch der zunehmenden „Versauerung“ der Böden müsse durch geeignete Maßnahmen begegnet werden.
Große Sorgen bereitet dem Forstdezernenten auch die starke Zunahme beim Schwarzwild, was man nur durch konzertierte Aktionen wie Treibjagden in den Griff bekommen könne. Die Jagdpächter seien angehalten den Wildbestand auf ökologisch und wirtschaftlich verträglichem Stand zu halten.

Forstwirtschaftsplan

2011 hat der Gemeinderat den für 10 Jahre geltenden  Betriebsplan verabschiedet. Für diese Periode ist ein Gesamteinschlag von 67.500 Fm Holz vorgesehen, jährlich wären dies 6.750 Fm. Im Jahr 2015 sollen 7.020 Fm Holz eingeschlagen werden, die Kosten hierfür liegen bei rund 172.000 €. Rund 60.000€ werden nach dem Plan für Forstschutz und Bestandpflege aufgewendet.


Oberbürgermeister Rentschler dankte dem Forstdezernenten und den städtischen Mitarbeitern für die hervorragende Arbeit. „Ein sehr erfreuliches Ergebnis, der Aalener Stadtwald ist für die gesamte Region ein wichtiger Faktor.“

© Stadt Aalen, 18.11.2014