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FAQ Eichenprozessionsspinner

Eichen im Stadtgebiet sind teilweise stark mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners befallen. Besonders in der Zeit vor der Verpuppung der Tiere, von Mai bis Ende Juli, kann es im Bereich der befallenen Bäume zu einem Kontakt mit den giftigen Brennhaaren der Raupen kommen. Die Haare können bei Hautkontakt verschiedene Symptome wie Rötungen oder juckende Stellen auslösen. 

Das Bild zeigt zahlreiche Raupen auf einer Eiche
Raupen des Eichenprozessionsspinners (© Pixabay)

Im Folgenden sind die wichtigsten Informationen zum Eichenprozessionsspinner zusammengefasst:

Zwischen Mitte April und Mitte Mai wurden ausgewählte Eichenwälder mit dem biologischen Biozid Foray ES bzw. dem Pflanzenschutzmittel Mimic vom Hubschrauber aus besprüht. Die Auswahl der Waldflächen erfolgt unter fachkundiger Anleitung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und in Abstimmung mit Wasser- und Naturschutzbehörden. Die Anwendung des Pflanzenschutzmittels ist eine vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigte Maßnahme des integrierten Waldschutzes und der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft. 2026 Insgesamt wurden im Kreis rund 320 Hektar Waldfläche behandelt, dies entspricht etwa 0,5 Prozent der Gesamtwaldfläche im Ostalbkreis. Einzelne, nicht zusammenhängende Flächen wurden vom Boden aus behandelt.

Parallel wurden einzelne städtische Bäume vom Boden aus mit mit dem Biozid behandelt. 

Sobald die Raupen nicht mehr mobil sind, können sie mit ihren Gespinsten von einer Fachfirma abgesaugt werden.

Bei der Befliegung von Mitte April bis Mitte Mai kamen zwei Mittel zum Einsatz. Bei dem Präparat Foray ES handelt es sich um ein zugelassenes Biozid zur Anwendung gegen blattfressende Schmetterlingsraupen. Die wirksame Substanz bei diesem Präparat ist das Bacillus thuringiensis ssp. kurstaki (kurz: B.t.). B.t. wird seit über 45 Jahren in Deutschland eingesetzt, beispielweise gegen die Schnakenplage in den Rheinauen oder in privaten Kleingärten gegen den Buchsbaumzünsler. Das Biozid wirkt sehr selektiv, da spezifisch über den empfindlichen Darm junger Raupen.
Bei dem Präparat Mimic handelt es sich ebenfalls um ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen blattfressende Schmetterlingsraupen. Der Wirkstoff ist Tebufenozid, der ebenfalls sehr selektiv auf blattfressende Schmetterlingsraupen wirkt und eine vorzeitige und letale Häutung der Larven auslöst.
Laubfressende Larven anderer Insekten oder ausgewachsene Insekten werden nicht geschädigt. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich eingestuft (B4). Nur Raupen anderer Schmetterlingsarten, die zu diesem Zeitpunkt an der Eiche oder im nahen Umfeld der Eichen fraßaktiv sind, sind leider ebenfalls betroffen. Die kurze Wirkungsdauer von nur wenigen Tagen reduziert die ungewollten Nebenverluste anderer Raupenarten aber so weit wie möglich. Als zusätzliche vorbeugende Maßnahme werden nur maximal 50 Prozent eines zusammenhängenden Waldgebiets behandelt.
Für beide Präparate sind keine schädlichen Auswirkungen auf Menschen, Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische bekannt.

Am 8. Mai 2026 fand der Hubschraubereinsatz zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet statt. Im Nachgang wird die Wirksamkeit der Maßnahmen von der Forstlichen Versuch- und Forschungsanstalt gemessen und die Ergebnisse ausgewertet.

Hauptsächlich sind die Waldgebiete Burren, Greut, Rohrwang, Weidenfeld und Mönchsbuch betroffen. Auch die Anwohner in der Nähe einiger Waldgebiete können möglicherweise Auswirkungen des Befalls der Raupen spüren. Unter www.ostalbkreis.de/wald können Karten der 2026 vorsorglich behandelten Gebiete eingesehen werden.

Sobald die Raupen das dritte Larvenstadium erreicht haben, in dem sie ihre Brennhaare ausbilden, wird empfohlen, diese Waldgebiete zu meiden, oder falls das nicht möglich ist, sich mit Kleidung entsprechend zu schützen. Empfohlen werden langärmelige Oberteile und lange Hosen. Zudem sollten die Waldwege nicht verlassen werden. Anwohnern in der Nähe der Waldgebiete wird geraten, die Fenster geschlossen zu halten.

Der Befall von Bäumen im öffentlichen Raum kann am besten mit Hilfe des digitalen Mängelmelders der Stadt gemeldet werden. Nach Auswahl der Kategorie „Eichenprozessionsspinner“ kann dort der genaue Fundort angegeben werden. Der Mängelmelder ist unter www.aalen.de/schadensmelder oder über die GeoApp Aalen erreichbar.

Zwischen Mitte April und Mitte Mai werden daher ausgewählte Eichenwälder mit dem biologischen Biozid Foray ES bzw. dem Pflanzenschutzmittel Mimic vom Hubschrauber aus besprüht.
Parallel werden die Bäume auf städtischen Einzelflächen im betroffenen Bereich wie zum Beispiel dem Waldfriedhof oder Außenbereiche von Schulen und Kitas vom Boden aus behandelt.
Sämtliche Hinweise auf befallene Eichen in städtischem Eigentum werden systematisch erfasst, geprüft und nach Dringlichkeit priorisiert. Besonders sensible Bereiche wie zum Beispiel Kindergärten, Schulhöfe, Spielplätze, stark frequentierte Geh- und Radwege oder öffentliche Grün- und Erholungsanlagen werden hierbei besonders gewichtet. Ob und in welchem Umfang dann weitere Maßnahmen erforderlich sind, wird im Rahmen der laufenden Kontrollen bewertet und entschieden. 

Die Bäume in den Schulhöfen und Außenbereichen der Kitas in dem betroffenen Bereich werden zwischen Mitte April und Mitte Mai vorsorglich mit einem Biozid behandelt.

Nester auf dem eigenen Grundstück sollten nicht persönlich entfernt werden. Auch vom Besprühen oder Begießen der Nester mit Wasser wird abgeraten, da die Brennhaare während des Besprühens oder nach dem Trocknen in die Luft und auf die Haut gelangen können. Falls Bäume auf dem eigenen Grundstück befallen sind, sollte ein Fachbetrieb mit Erfahrung in der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beauftragt werden.

Zu Hause sollte die getragene Kleidung vor Betreten der Wohnung ausgezogen und am besten in einem verschließbaren Plastikbeutel in die Wohnung gebracht werden. Danach sollten die Kleider gesondert bei 60 Grad gewaschen werden. Außerdem sollten die Personen, die mit den Härchen in Kontakt gekommen sind, sich gründlich duschen und die Haare waschen. Die Schuhe sollten ebenfalls gesäubert werden. Bei Symptomen wird geraten einen Arzt aufzusuchen.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter (Thaumetopoea processionea). Er besiedelt bevorzugt Eichen und legt dort seine Eier ab. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich von den Blättern der Eichen. Die Raupen bilden ab dem dritten Larvenstadium sehr feine Brennhaare aus, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Brennhaare können bei Hautkontakt eine allergische Reaktion hervorrufen. Das kann sich zum Beispiel in Rötungen, Hautausschlag mit Juckreiz oder beim Einatmen in der Reizung der Atemwege zeigen. Auch Haustiere sind davon betroffen. Die Härchen können zudem vom Wind mehrere hundert Meter weit verbreitet werden.
Die Vermehrung der Raupen verläuft in Zyklen. Deshalb kann es immer wieder zu Massenvermehrungen kommen. Die häufigen Warmjahre und die natürliche Populationsdynamik des Insekts begünstigen das.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind auffällig behaart und zu Beginn orangebraun gefärbt. Später verfärben sie sich gräulich-schwarz mit zahlreichen hellgrauen Haaren. Sie treten oft in Gruppen auf und wandern wie in einer Prozession am Baumstamm entlang.

Karte der behandelten Waldflächen in Aalen