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Klimanetzwerk

Klimaschutz hat in Aalen eine lange Tradition. Bereits 1994 richtete die Stadt eine Stelle für Energiemanagement ein, 2010 wurde das erste Klimaschutzkonzept erarbeitet, 2011 folgte das Klimaschutzmanagement. Unter dem Leitprojekt „Aalen schafft Klima“ wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, insbesondere zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei städtischen Liegenschaften sowie zur Sensibilisierung der Bevölkerung.

Ende Oktober 2021 beschloss der Gemeinderat auf Initiative des Klimaentscheids Aalen, dass Aalen klimaneutral werden soll. Grundlage ist die Definition des Umweltbundesamts, die Klimaschutz und Klimaanpassung gleichermaßen berücksichtigt.

Zur Erreichung der Klimaneutralität erarbeitet die Stadtverwaltung eine umfassende Klimaaktionsplanung. Diese verbindet strategische Ziele mit konkreten Einzelmaßnahmen und aktiver Bürgerbeteiligung. Klimaschutz wird dabei als Querschnittsaufgabe verstanden, an der zahlreiche städtische Ämter beteiligt sind.
Der Klimaaktionsplan umfasst die Handlungsfelder Energie, Industrie und Gewerbe, Verkehr, Landnutzung, Ernährung sowie Klimaanpassung und bildet die inhaltliche Grundlage für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Ein zentrales Element des Klimanetzwerks ist der Klimabeirat, der 2022 durch Gemeinderatsbeschluss eingerichtet wurde. Er berät die Verwaltung fachlich und begleitet die Umsetzung des Klimaaktionsplans. Dem Gremium gehören vier Wissenschaftler, vier Aalener Bürger sowie je ein Vertreter der Lokalen Agenda 21 und des Klimaentscheids Aalen an.

Ergänzt wird der Klimabeirat durch den erweiterten Klimabeirat mit Vertreterinnen und Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen. Dadurch werden wissenschaftliche Expertise, bürgerschaftliches Engagement und politische Entscheidungsfindung eng miteinander verknüpft.

Rund 50 Prozent der Treibhausgasemissionen in Aalen entstehen im Bereich Industrie und Gewerbe. Dieser Sektor ist daher von zentraler Bedeutung für das Erreichen der Klimaneutralität. Das Amt für Wirtschaft, Klima und Smart City ist bestrebt eng mit den Unternehmen zusammenzuarbeiten und unterstützt sie bei der Umstellung auf klimafreundliche Produktions- und Geschäftsmodelle.

Mit der „Aalener Erklärung“ bekennen sich ortsansässige Unternehmen freiwillig zu ihrer Verantwortung für den Klimaschutz und zu gemeinsamen Beiträgen auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Der Verkehrssektor verursacht rund ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Aalen, überwiegend durch den motorisierten Individualverkehr. Ziel der Stadt ist es, diese Emissionen deutlich zu senken und eine umweltfreundliche, sichere und sozial gerechte Mobilität zu fördern.

Aalen stärkt daher gezielt den Umweltverbund aus Zufußgehen, Radverkehr und öffentlichem Personennahverkehr. Wichtige Bausteine sind unter anderem das beschlossene Rahmenkonzept „Aalener Weg“, das Radverkehrskonzepte, bezuschusste ÖPNV-Tickets sowie Wege zu weniger Verkehr und geringeren Emissionen aufzeigt. Umweltfreundliche Mobilität trägt zugleich zu mehr Lebensqualität, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit bei.

Neben der Reduktion von Treibhausgasen gewinnt die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Auch in Aalen nehmen Risiken wie Hitzeperioden, Trockenphasen, Starkregenereignisse und Hochwasser zu. Ziel der Stadt ist es, die Widerstandsfähigkeit von Stadt, Infrastruktur und Bevölkerung zu stärken.

Zu den Maßnahmen der Klimaanpassung zählen unter anderem die Begrünung von Dächern und Fassaden, der Erhalt und Ausbau von Grün- und Freiflächen, ein verbessertes Regenwassermanagement sowie die Berücksichtigung klimatischer Aspekte in der Stadt- und Bauleitplanung. Gleichzeitig informiert und unterstützt die Stadt Bürgerinnen und Bürger dabei, Vorsorgemaßnahmen im privaten Umfeld umzusetzen.