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Gemeinsamer Nachtrundgang

Sicherheitsgefühl rund um den ZOB

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger haben am Montagabend, 13. April, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Aalen, der Polizei und weiteren Fachstellen an einem Nachtrundgang rund um Bahnhof, ZOB und angrenzende Bereiche teilgenommen. Bei leichtem Nieselregen traf sich die Gruppe zur Abenddämmerung, um vor Ort mit Oberbürgermeister Frederick Brütting, Erstem Bürgermeister Wolfgang Steidle und Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer über das Sicherheitsgefühl, Problemstellen und mögliche Verbesserungen im öffentlichen Raum ins Gespräch zu kommen.

Ziel des Rundgangs war, Hinweise aus dem Gemeinderat und der Bürgerschaft direkt vor Ort aufzunehmen und gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten am Zentralen Omnibusbahnhof zu besprechen, um das gefühlte Sicherheitsempfinden der Menschen weiter zu verbessern. Dabei wurde deutlich: Nicht allein die objektive Kriminalitätslage ist entscheidend, sondern auch die Frage, wie Orte wahrgenommen werden und ob Menschen sich dort zu jeder Tageszeit sicher fühlen. Oberbürgermeister Frederick Brütting betonte zu Beginn: „Wir machen jedes Jahr Quartiersrundgänge, um vor Ort die Wünsche aufzunehmen und ins Gespräch zu kommen, was den Anwohnerinnen und Anwohnern wichtig ist – und bei Nacht ist die Wahrnehmung eine ganz andere als am Tag.“ Im Verlauf des Abends wurde zudem mehrfach deutlich: „Im Stadtgebiet sollen sich alle sicher fühlen.“

Am Ausgangspunkt des Rundgangs informierte Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer über die Gesetzeslage zum Thema Videoüberwachung. „Wir nehmen den Wunsch der Bürgerschaft, nach mehr Sicherheit auch durch Videoüberwachung ernst und prüfen die Möglichkeiten innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Das was rechtlich möglich ist, werden wir tun.“ Rechtliche Grundlagen für eine Videoüberwachung seien das Landesdatenschutzgesetz und das Polizeigesetz. Nach dem Landesdatenschutzgesetz sei eine Videoüberwachung im Sinne des Hausrechtes für Objekte möglich. Das wolle man für die Aufzüge und den Sobek-Steg nutzen und dort eine Videoüberwachung realisieren.  Der ZOB und der Bahnhofsvorplatz unterliege dem Polizeirecht. Danach sei eine Videoüberwachung dann möglich, wenn ein Kriminalitätsschwerpunkt vorliege. Demnach müsse sich das Kriminalitätsgeschehen deutlich von den übrigen Bereichen im Stadtgebiet abheben. „Das ist aber nicht der Fall“, wie Jürgen Vetter, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Aalen deutlich machte.

Am Bahnhofsvorplatz lobte Erster Bürgermeister Steidle die herausragende Architektur des Platzes. „Eine Stadt ist jedoch nie fertig. Deshalb werden im Herbst neue Bäume gepflanzt, im Sommer am ZOB Fahrspuren erneuert und LED installiert“.

Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dominik Sorg erklärte anhand der Bahnhofsunterführung, wie Angsträume gezielt durch Gestaltungs- und Baumaßnahmen abgebaut werden können. Auch die Beleuchtung in der Innenstadt war Thema: Michael Ilg vom Amt für Tiefbau und Mobilität erläuterte das Lichtkonzept und wies darauf hin, dass die alten Leuchten derzeit schrittweise ausgetauscht werden, um für hellere und durchgängig gut ausgestrahlte Wege zu sorgen.

Ein besonderer Fokus lag auf dem ZOB. Dort wurden Fragen zur Aufenthaltsqualität, zu Müll, Lautstärke und zum Umgang mit Unsicherheiten diskutiert. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass soziale Themen und ordnungsrechtliche Fragen zusammengedacht werden müssen. So schilderte Jan Grau, Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit aus dem Amt für Soziales und Familie, seine Arbeit mit jungen Menschen vor Ort und machte deutlich, dass Beziehung und Präsenz eine wichtige Rolle spielen.

Auch Maßnahmen des Amtes für Bürgerservice und öffentliche Ordnung sowie die Präsenz von Stadt und Polizei wurden angesprochen. Dabei verwies Nina Reichert, die als Sachgebietsleiterin für die Ortspolizeibehörde tätig ist, unter anderem auf die verstärkte personelle Ausstattung des Kommunalen Ordnungsdienstes und auf die enge Kooperation mit der Polizei, vertreten durch den Ersten Polizeihauptkommissar Jürgen Vetter. Zugleich machten viele Wortmeldungen aus der Bürgerschaft deutlich, dass Sicherheit nicht allein durch Kontrolle entsteht, sondern ebenso durch gute Gestaltung, verlässliche Zuständigkeiten und sichtbare Ansprechpersonen im öffentlichen Raum.

Zum Abschluss waren die Teilnehmenden im Bürgerspital noch zu einem kleinen Imbiss eingeladen. Dort wurden die Gespräche fortgesetzt. Der Abend machte deutlich, dass das Thema Sicherheit nur gemeinsam bearbeitet werden kann – im Zusammenspiel von Verwaltung, Polizei, Fachstellen und Bürgerschaft.

PNr. 237/2026

© Stadt Aalen, 21.04.2026