Nabucco mit Chören aus der Region - Oper im Theaterring Aalen

Mit Unterstützung von Chören aus der Region führt das Theater Pforzheim die Oper Nabucco von Giuseppe Verdi am Mittwoch, 24. Februar 2016 in der Aalener Stadthalle auf. Erstmalig wirken bei einem Gastspiel des Theaterrings regionale Darsteller mit. Mehr als 100 Sängerinnen und Sänger werden den berühmten Gefangenenchor Verdis aufführen. Die Theaterring-Vorstellung beginnt um 20 Uhr in der Stadthalle Aalen.

Nabucco
(© Theater Pforzheim)

Wir schreiben das Jahr 598 v. Christus. Der babylonische König Nebukadnezar II. befindet sich im Krieg. Eines seiner Ziele: Jerusalem. Biblische Quellen berichten in der Folge dieses Feldzuges von der Zerstörung des Tempels und von der Deportation unzähliger Israeliten. Mehr als 2000 Jahre später im Jahre 1842 n. Christus erobert Nebukadnezar II die Opernbühne – als Titelheld von Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“. Das Werk schildert neben den erbitterten Kämpfen zwischen den Babyloniern und den Israeliten eine Liebesgeschichte, eine Familientragödie und einen Politthriller. Die treibende Kraft ist Nabuccos Tochter Abigaile: Sie liebt den israelischen Feldherrn Ismale, rast aber vor Eifersucht, weil sein Herz ihrer Schwester Fenena gehört. Zudem findet Abigaile heraus, dass sie keine Königs-, sondern nur eine Sklaventochter ist. Um das Geheimnis ihrer Herkunft zu vertuschen, stellt sie sich an die Spitze eines Putschversuches der Baalpriester. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Nabucco sich zum Gott erhebt und daraufhin dem Wahnsinn verfällt. Dass am Ende dieser dramatischen Oper dennoch ein Happyend steht, ist nur einem himmlischen Gnadenakt zu verdanken.

„Nabucco“ markiert einen Wendepunkt in Verdis Karriere. Bisher erlebte er als Opernkomponist nur Achtungs- und Misserfolge, doch wird die Uraufführung am 9. März 1842 an der Mailänder Scala zum Sensationserfolg. Rasch erobert das Werk zahlreiche Bühnen im In- und Ausland, und Verdi wird zum gefragtesten Opernkomponisten seiner Epoche. Besonders eine Melodie dieser Oper geht um die Welt: der Chor der Gefangenen Israeliten: „Va‘, pensioro sull' alli d'orate!“... „Flieg, Gedanke auf goldenen Flügeln!“ Ganz besonders an dieser „Nabucco“-Inszenierung ist, dass der Chor für dieses Stück von Sängerinnen und Sängern aus Aalen verstärkt wird, die für diesen Auftritt bereits seit mehreren Wochen proben.

Der Chor verkörpert nicht nur zwei unterschiedliche Volksgruppen, sondern singt auch in verschiedenen Sprachen: Deutsch, Italienisch, Persisch und Hebräisch. Diese Sprachen sind nicht nur in dieser Aufführung, sondern auch an den Krisenherden unserer Zeit, der Mittelmeerküste und dem Nahen Osten, lebendig. Deshalb wird der berühmte Gefangenenchor nicht nur vom Chor und Extrachors des Theaters gesungen, sondern auch von engagierten Chören und Einzelsängern aus der Region. So mischt sich in die Klage um die verlorene Heimat die Hoffnung, dass es jenseits von Gewalt und Ohnmacht eine Freiheit gibt, der keiner beraubt werden kann. Es erwartet Sie ein packender Opernabend voller Leidenschaft und Klangrausch, dessen leise Unter- und Zwischentöne dennoch unüberhörbar sind.

In Kürze zusammen gefasst:

Nabucco, Oper von Giuseppe Verdi, Libretto von Temistocle Solera Mehrsprachig mit deutschen Übertiteln Es wirken mit: Ivan Krutikov/Hans Gröning, Anna-Maria Kalesidis, Franziska Tiedtke, Kwonsoo Jeon, Alekandar Stefanoski, Natasha Young, Johannes Strauß, Cornelius Burger/Leandro Natalicio Musikalische Leitung: Markus Huber | Inszenierung: Thomas Münstermann/ Guido Markowitz/Alexander May/Caroline Stolz | Bühnenbild: Dirk Steffen Göpfert | Kostüme: Ruth Groß | Choreinstudierung: Salome Tendies | Dramaturgie: Thorsten Klein Badische Philharmonie Pforzheim Chor, Kinderchor und Extrachor des Theaters Pforzheim sowie Sängerinnen und Sänger aus Aalen.

Karten für Nabucco sind im Vorverkauf in der Tourist-Information Aalen, Telefon: 07361 52-2358 oder im Internet unter www.reservix.de erhältlich.

© Stadt Aalen, 22.12.2015