Auswechslung der Hirschbachverdolung

Die Stadt Aalen legt bereits seit Jahren sehr großen Wert auf nachhaltigen Hochwasserschutz im Stadtgebiet. Nach den heftigen Unwettern Ende Mai mit vielen Überschwemmungen, vollgelaufen Kellern und gefluteten öffentlichen Einrichtungen, ist das Thema auch wieder verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Bereits am 3. März hat der Aalener Gemeinderat eine weitere wichtige Hochwasserschutzmaßnahme beschlossen. In der Hirschbachstraße wird ab dem 28. Juli acht Wochen lang die Verdolung des Hirschbachs zwischen Schelmen- und Braunenstraße ausgetauscht. Die Firma Traub in Ebnat ist mit den Arbeiten beauftragt, Auftragssumme rund 439.000 Euro.

In der Hirschbachstraße wird ab Ende Juli die Verdolung getauscht.
(© Stadt Aalen)

Für die Dauer der Bauarbeiten muss die Hirschbachstraße in diesem Bereich acht Wochen lang voll gesperrt werden. Die Stadtwerke Aalen nutzen die Sperrung und bereiten die Anschlüsse für die Versorgung des Stadtovals mit Strom, Trinkwasser und Fernwärme bereits mit vor, um erneute Sperrungen an gleicher Stelle im Jahr 2017 zu vermeiden. Die Stadt Aalen und die Stadtwerke Aalen haben alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Dienstag, 31. Mai im DJK-Vereinsheim im Hirschbach über die Baumaßnahme und die Umleitungsstrecken informiert.

Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle sprach von einer Jahrhundertchance und einer Handlungspflicht. „Die jüngsten Unwetter haben gezeigt, dass Hochwasserschutz ein wichtiges Thema ist. Die Hochwassergefahrenkarte des Landes zeigt, dass bei einem hundertjährigen Hochwasser das Hirschbachtal und die Hirschbachstraße überschwemmt wären, weil der Querschnitt der Hirschbachverdolung zwischen der Braunen- und Schelmenstraße zu gering dimensioniert ist. Nun bietet sich die einmalige Gelegenheit, die Schwerlaststrecke während der Sperrung über das Stadtoval zu leiten und so das größte Nadelöhr in der Hirschbachverdolung endlich beseitigen zu können.“ Baubeginn ist am 28. Juli. Die Baumaßnahme wird acht Wochen dauern und zu einem Großteil während der Sommerferien ausgeführt, weil dann urlaubsbedingt weniger Verkehr herrscht und die Beeinträchtigungen möglichst gering gehalten werden können. Die Bauarbeiten sind aufwendig, es müssen riesige Betonfertigteile eingebaut werden. Maximal zwei sind an einem Tag zu schaffen.

Erster Bürgermeister Steidle, Bürgermeister Ehrmann und Andreas Heiß von den Stadtwerken standen den zahlreichen Fragen der Anwesenden Rede und Antwort.

UMLEITUNGSSTRECKE

Der Auto- und LKW-Verkehr wird großräumig umgeleitet, Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle passieren. Die ausgeschilderte Umleitungsstrecke zu den Straßen nördlich der Hirschbachstraße erfolgt über die Hochbrücke, Bahnhofstunnel, Bahnhofstraße bis zum Kreisverkehr vor der Löwenbrauerei. Die Bushaltestelle „Rehbock“ in der Hirschbachstraße wird während der Baumaßnahme nicht bedient.

Der Lokschuppen ist während der Dauer der Bauarbeiten nur von Süden (aus Richtung Hochbrücke) erreichbar, da eine Zufahrt aus dem Norden (aus Richtung Wasseralfingen) wegen der Sperrung der Hirschbachstraße nicht möglich ist.

Umleitung aus Richtung Süden und Osten
(© Stadt Aalen)
Umleitung aus Richtung Norden
(© Stadt Aalen)

HINTERGRUND

Die Hirschbachverdolung weist im Bereich zwischen Schelmen- und Braunenstraße einen Flaschenhals auf, der bei größeren Hochwasserabflüssen zu Überflutungen im Bereich Hirschbachstraße und Stadtoval führen kann. Deshalb ist in diesem Bereich eine Auswechlung auf ca. 108 Metern Länge und eine Querschnittsvergrößerung von 1,45 m² auf ca. 2,85 m² vorgesehen. Die Untersuchung erfolgte im Rahmen der Erstellung der Hochwassergefahrenkarte des Landes in den Jahren 2014/2015.