Berufswerber "Der Weg zum Erfolg"

Unterstützung aus Mitteln des europäischen Sozialfonds
Unterstützung aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (© )

"Der Weg zum Erfolg" wird durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg aus Mitteln des europäischen Sozialfonds unterstützt.

Der Weg zum Erfolg - Berufliche Aus- und Weiterbildung
Der Weg zum Erfolg - Berufliche Aus- und Weiterbildung (© Stadt Aalen)

Das neue Projekt „Der Weg zum Erfolg: berufliche Bildung- mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Aus- und Weiterbildung" ist nunmehr ausgelegt auf 3 Jahre und legt den neuen Schwerpunkt genau dorthin, wo wir seit Beginn bereits Erfahrungen gesammelt haben: Auf die Arbeit in den Elternhäusern, denn nach wie vor sind die Eltern die wichtigsten Berater/innen ihrer Kinder bezüglich der Berufswahl. Nunmehr aber soll nicht nur die berufliche Perspektive der Jugendlichen, sondern auch der Weiterbildungsbedarf der Eltern selbst im Fokus stehen.

Eine weitere Neuerung besteht in der Erweiterung der Zielgruppen: Zwar sollen auch im neuen Projekt schwerpunktmäßig die russische und türkische Migrantengruppe erreicht werden, daneben aber sind beratende Gespräche mit Flüchtlingen und Asylsuchenden nunmehr als ordentliche Kontakte zu dokumentieren. Vor dem Hintergrund der starken Zunahme gerade dieses Personenkreises ist es unerlässlich, auch für sie eine unterstützende Anlaufstelle für Eltern und Jugendliche bieten zu können.

Runder Tisch - Aus- und Weiterbildung für Migrantinnen und Migranten

Runder Tisch Aus- und Weiterbildung am 22.2.2016
Runder Tisch Aus- und Weiterbildung (© Stadt Aalen)

Zu einem Runden Tisch rund um das Thema Aus- und Weiterbildung für Menschen mit Migrationshintergrund hatte die Stadt Aalen am Montag, 22. Februar 2016 in den kleinen Sitzungssaal des Rathauses Aalen eingeladen.

Der Weg zum Erfolg

Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Aalener Modellprojekt: Azubi statt ungelernt.
Während Seda Odabags (3.von rechts) und Mohamad Hachem (rechts) ihre Ausbildung mit Bestnoten gerade abgeschlossen haben, stehen Babun Fatty (4.von links) und Hamza Eskin (links) erst noch am Anfang ihrer beruflichen Karriere. Mit auf dem Bild die Berufswerber Julia Wilhelm (2.von links) und Muammer Ermis (2.von rechts) sowie die städtische Beauftragte für Chancengleichheit Uta Maria Steybe (3.von links). (© Stadt Aalen)

Voller Stolz präsentierten sich vier erfolgreiche Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Aalener Modellprojekt „Azubi statt ungelernt.“ am vergangenen Dienstag, 18. August in einem Pressegespräch.  Sie haben durch den Kontakt zu den Berufswerbern Muammer Ermis oder Julia Wilhelm die Chance erkannt, die ihnen eine qualifizierte Ausbildung ermöglicht.
Das 2013 gestartete Projekt hat das Ziel, mehr jugendliche Migrantinnen und Migranten in ein Ausbildungsverhältnis zu bringen, voll erreicht.

Nun gibt es eine Fortsetzung des Modellprojekts mit dem einprägsamen Titel „Der Weg zum Erfolg.“  Diesen Weg in eine berufliche Ausbildung ist nun nicht mehr nur Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorbehalten, sondern auch Erwachsene werden nun intensiv betreut und in ihrer Berufswahl unterstützt und gefördert.  „Wir können und wollen auf die Kompetenzen unserer ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht verzichten.“ betont Uta Steybe, städtische Beauftragte für Chancengleichheit die Bedeutung der Ausweitung des Beratungsprogramms auf erwachsene Migrantinnen und Migranten.

Seit dem Start des neuen Projekts im Mai 2015 gab es bereits über 70 Kontakte zu Interessierten konnte Berufswerber Muammer Ermis von seiner Arbeit berichten. Auch seine Kollegin, Julia Wilhelm, ist von der neuen Ausrichtung des Projektes überzeugt.

Als einzige Kommune landesweit hat sich die Stadt Aalen vor vier Jahren um finanzielle Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds bemüht und die Chance ergriffen ein nachhaltiges Integrationsprojekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund zu starten. Und der Erfolg gibt der Initiative recht –nun soll das Angebot auch Erwachsene einschließen, die eine Ausbildung beginnen möchten.  So wie zum Beispiel der 38jährige Babun Fatty 
Babun Fatty ist erst 1,5 Jahren in Aalen und 3 Jahren in Deutschland. Er absolviert seit März 2015 ein Bundesfreiwilligenjahr und beginnt im Anschluss eine Ausbildung zum Altenpfleger. „Ich wollte unbedingt etwas arbeiten und einen Beruf erlernen.“ erzählt der gebürtige Gambier. Er ist nun einer der ersten Nutznießer der neuen Ausrichtung des Aalener Modells.
Auch die jungen Männer Mohamed Hachem und Hamza Eskin sind durch Zeitungsberichte und  Kontakte über Freunde auf das Projekt aufmerksam geworden und machen nun eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bzw. zum Anlagenmechaniker. Herr Hachem war übrigens der erste Teilnehmer im Projekt. Nach seiner erfolgreichen Ausbildung als Verkäufer (1,1 Notendurchschnitt) von 08-2013 bis 08-2015 wird der junge Mann anschließend eine Weiterbildung zum Kaufmann im Einzelhandel beginnen.
Hamza Eskin und die Berufswerber haben sich Ende Juli durch einen Bekannten im Verein kennengelernt. In der Zwischenzeit hat der Teilnehmer Bewerbungen geschrieben, probegearbeitet und letzte Woche den Ausbildungsvertrag zum Anlagenmechaniker unterschrieben.
Die junge Türkin Seda Odabas beginnt nach erfolgreicher Teilnahme am Projekt noch im Herbst dieses Jahres eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei der Stadt Aalen. Über ihre Eltern hat sie Kenntnis vom Angebot der Stadt bekommen, wie sie erzählt. „Dann haben wir bei den Beratungsterminen mit Rollenspielen für Vorstellungsgespräche, Einstellungstests geübt und auch in der Schule bin ich durch die Betreuungsangebote noch besser geworden.“ erzählt die Einser-Schülerin.

Der Erfolg des Projekts wird auch beim Land und vom europäischen Sozialfonds gesehen und für die kommenden drei Jahre bis zum April 2018 mit 232.000 Euro gefördert. Aus eigenen Mitteln steuert die Stadt Aalen rund 77.000 Euro bei. Auch der  Oberbürgermeister Thilo Rentschler zeigt sich sehr erfreut über das positive Ergebnis des Projekts.
„Ich bin sehr froh, dass unser Projekt „Azubi statt ungelernt“ diese gute Fortsetzung gefunden hat, es ist jetzt möglich auf den bisherigen Erfahrungen aufzubauen. Die Eingliederung von Menschen mit Migrationshintergrund spielt eine immer wichtigere Rolle. Auch im Hinblick auf die Flüchtlingssituation kommen durch Familienzuzug Menschen zu uns, die mit Hilfe einer entsprechenden Ausbildung oder eines Arbeitsplatzangebots die beste Möglichkeit für eine Integration in unsere Gesellschaft erhalten.“

Er dankte dem erfolgreichen Projektteam, Uta-Maria Steybe, Muammer Ermis und Julia Wilhelm sowie dem Land Baden-Württemberg und dem Europäischen Sozialfonds für die nachhaltige Förderung des Aalener Modells.

Unterstützung aus Mitteln des europäischen Sozialfonds

Unterstützung aus Mitteln des europäischen Sozialfonds
Unterstützung aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (© )

"Der Weg zum Erfolg" wird durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg aus Mitteln des europäischen Sozialfonds unterstützt.

Fortführung des Integrationsprojektes

Das erfolgreiche Aalener Migranten-Projekt „Azubi statt ungelernt“ findet seine Fortsetzung! Diese positive Nachricht durfte Oberbürgermeister Thilo Rentschler jetzt vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg entgegennehmen. Das 2012 in Aalen gestartete Projekt mit dem Ziel, mehr jugendliche Migrantinnen und Migranten in eine qualifizierte Berufsausbildung zu bringen, hat sich bewährt.
Nun gibt es eine Fortsetzung um weitere drei Jahre bis zum April 2018. Hierfür erhält die Stadt Aalen einen Zuschuss aus Mitteln des europäischen Sozialfonds und vom Land Baden-Württemberg in Höhe von 232.000 €. Aus eigenen Mitteln steuert die Stadt noch 77.000 € bei.

Als einzige Kommune landesweit hat sich die Stadt Aalen vor 4 Jahren um finanzielle Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds bemüht und die Chance ergriffen, ein nachhaltiges Integrationsprojekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund zu starten. Das Aalener Modell hat seinen Schwerpunkt bei der Elternarbeit. Um mehr junge Migrantinnen und Migranten in eine berufliche Ausbildung zu bringen, sollen in erster Linie deren engste Vertrauenspersonen, die Eltern, von den Vorteilen einer qualifizierten Ausbildung überzeugt werden.

Mit Projektstart wurden zwei städtische „Ausbildungswerber“ angestellt. Julia Wilhelm, von Beruf Pädagogin, ist für russischstämmige Familien die Ansprechpartnerin. Muammer Ermis, Betriebswirt, kümmert sich vorwiegend um türkische Jugendliche und deren Eltern.

Muttersprachliche Begleitung

Mit ihrem großem Engagement und ihrer verständnisvollen und von großer Sachkunde geprägten Arbeit, haben sich die beiden Hauptakteure des Integrationsprojektes insbesondere innerhalb der „Community“ ein hohes Maß an Vertrauen und viel Anerkennung erworben. Das Beratungsangebot hat zwischenzeitlich einen großen Bekanntheitsgrad, sowohl bei Betroffenen als auch in entsprechenden Integrationsforen und  Treffpunkten. Vor allem die muttersprachliche Begleitung der Familien bei der richtigen Berufsfindung, ist einer der Gründe für den großen Erfolg der Ausbildungswerber.

Je nach Wunsch besuchen die Berater die Klienten zu Hause oder machen einen Termin in ihrem Büro im W.iZ. in der Ulmer Straße, um über Berufswahl, Bewerbungsverfahren, mögliche Ausbildungsbetriebe und Ausbildungsverträge zu informieren.

Gerne helfen Julia Wilhelm und Muammer Ermis auch ganz konkret beim Schreiben der Bewerbung oder beim Training für ein Vorstellungsgespräch.

Die Arbeit der Beratungsstelle wird koordiniert von Uta Steybe, Fachkraft für Chancengleichheit und demografischen Wandel bei der Stadt Aalen. „Wir konnten seit 2012 fast 60 Jugendliche in ein Ausbildungsverhältnis vermitteln, dazu kommen noch intensive Beratungs- und Betreuungstermine mit Eltern und weiteren Bezugspersonen“ berichtet Uta Steybe.
 
Der Weg zum Erfolg
 
Die Erfolgsgeschichte des Aalener Projektes „Azubi statt ungelernt“ hat auch in Stuttgart und Brüssel überzeugt und so freut sich Aalen über die Fortsetzung der Ausbidungs-Initiative bis 2018 unter dem neuen Projekt-Titel „Der Weg zum Erfolg.“ „Ich freue mich sehr, dass diese beispielhafte Aalener Initiative entsprechenden Nachhall beim Land und in Brüssel gefunden hat, das ist eine weitere Bestätigung für unser erfolgreiches Modell. Es ist schön, dass unsere Projektarbeit nun eine Konkretisierung erfährt und damit unser Angebot noch stärker verfestigt werden kann. Das ist ein weiterer wichtiger Baustein für unsere gute Integrationsarbeit in Aalen“ sagte  Oberbürgermeister Thilo Rentschler.

Auch unter der neuen Projektbezeichnung „Der Weg zum Erfolg“ will das Aalener Beraterteam die bewährte Elternarbeit fortsetzen. Beide Mitarbeiter werden für weitere drei Jahre im Projekt tätig sein.

Elternbefragung

Ergebnisse der Erhebung bei Eltern mit Migrationshintergrund in Aalen finden Sie in nachstehendem PDF-Dokument.

Um die Chancen beim Übergang Schule-Beruf für Jugendliche mit Migrationshintergrund zu erhöhen:

  • müssen Migranteneltern als wichtigste Berater ihrer Kinder bei der Berufswahl wahrgenommen und umfassend über Möglichkeiten, Wege und Voraussetzungen unseres Ausbildungssystems aber auch über das Spektrum möglicher Berufe informiert werden
  • müssen die Eltern über die Chancen in MINT-Berufen (gerade für Mädchen) und in sozialen und pflegerischen Berufen informiert werden
  • müssen neue Wege der Kommunikation versucht werden
  • müssen zur Unterstützung besonders außerschulische Instanzen wie Migrantenorganisationen, Kirchengemeinden oder die Moscheen mit eingebunden werden
  • müssen die Schulen in Aalen, die einem besonders hohen Anteil an Kinder mit Migrationshintergrund haben, besonders unterstützt werden
  • müssen Jugendliche bei ihren Bewerbungsaktivitäten unterstützt werden. Bewerbungsschreiben, Vorbereitung auf Einstellungstests, Vorbereitung auf Bewerbungsschreiben sind Bereiche, in denen die wenigsten Eltern ihren Kindern helfen können. Dies sollte eine der zentralen Aufgaben der Berufswerber/innen sein
  • muss die Vernetzung zwischen den Akteuren verschiedener Projekte an den Werkrealschulen intensiviert werden
  • und müssen Betriebe und deren Organisationen und Verbände in die Diskussion mit einbezogen werden

Ziel und Zielsetzung

Ziel des Projektes ist es, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund in Ausbildung zu bringen bzw. Jugendliche in der Ausbildung zu begleiten.

Erreicht werden soll dieses Ziel:

  • durch eine pro-aktive, d.h. aufsuchende Elternarbeit durch so genannte Berufswerber/innen, um Eltern umfassend über die Möglichkeiten, Chancen und Anforderungen unseres Bildungs- und Ausbildungssystems zu informieren
  • um Eltern für die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung, insbesondere auch ihrer Töchter zu sensibilisieren
  • um Eltern über die Bannbreite der Berufe in Kenntnis zu setzen, um sie darin zu unterstützen das „klassische“ Berufswahlspektrum ihrer Kinder erweitern zu können, insbesondere auch die Chancen von Mädchen in technischen Berufen zu erkennen
  • durch die Auswahl von „Berufswerber/innen“, die zum einen eine fundierte Ausbildung in Deutschland erworben und zum anderen einen Migrationshintergrund haben und mit den Eltern in deren Muttersprache kommunizieren können - damit sollen vorhandene Sprachbarrieren überwunden kulturell bedingte Wahrnehmungs- und Vermittlungshemmnisse abgebaut und eine Kulturvermittlung nach beiden Seiten möglich werden
  • durch Unterstützung der Schüler/innen bei ihren Bewerbungsaktivitäten, Bewerbungsschreiben, Trainieren von Einstellungstests, Vorbereiten auf Bewerbungsgespräche, ggf. Begleitung zu Bewerbungsgesprächen
  • durch die Vernetzung mit bestehende Hilfesystemen an den Schulen. Damit soll erreicht werden, dass vorhandene Ressourcen optimal eingesetzt werden können und es nicht zu eine Doppelbeschäftigung kommt
  • durch Einbindung relevanter Akteure und Implementierung eines "Runden Tisch: Mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund in Ausbildung“ in Zusammenarbeit mit der AK Schule - Wirtschaft, den beteiligten Schulen und Berufsschulen, der Arbeitsagentur, dem Jobcenter, den Migrantenorganisationen, der IHK, der Handwerkskammer und den Moscheen

Runder Tisch „Azubi statt ungelernt“

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„Ist die duale Ausbildung ein Auslaufmodell?“ Diese etwas provokante Frage stellte die Referentin Silvia Schneck-Volland vergangenen Donnerstag, 5. Dezember 2013 im Rahmen eines Runden Tisches, zu dem die Stadt Aalen Vertreterinnen und Veranstalter aus Industrie, Handwerk, Schulen, sozialen Einrichtungen, Migrantenorganisationen sowie aus der Agentur für Arbeit und des Jobcenters eingeladen hatte.

Der demographische Wandel und eine deutlich stärkere Orientierung zu akademischen Berufen lassen die duale Ausbildung an Bedeutung verlieren, obwohl Deutschland, dank eben diesem Berufsausbildungssystem, die geringste Jugendarbeitslosenquote in ganz Europa hat. Zwischenzeitlich ist das Modell „Duale Ausbildung“ europaweit im Gespräch.

Bei der anschließenden Diskussion in drei Arbeitsgruppen lag der Fokus besonders auf dem Aspekt, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund in Ausbildung zu bringen, ein Thema, das der Stadt sehr am Herzen liegt. Nicht umsonst ist die Stadtverwaltung eine von vier Projektträgerinnen, die das ESF-Projekt „Azubi statt ungelernt“ in der Region umsetzt. Das Projekt wurde im Rahmen des Leitbildprozesses in Kooperation zwischen der Beauftragten für Chancengleichheit, Uta Steybe und dem Integrationsbeauftragten Michael Felgenhauer gestartet und hat seinen Sitz im Wi.Z in Aalen.

Erster Runder Tisch Ausbildungsmarkt

Erster Runder Tisch Ausbildungsmarkt
Erster Runder Tisch Ausbildungsmarkt (© Stadt Aalen)

Zum Thema Ausbildungsmarkt in Ostwürttemberg fand am Montag, 22. April 2013 ein erstes Fachgespräch im Aalener Rathaus statt. Die Beauftragte für Chancengleichheit und demografischen Wandel, Uta Maria Steybe und der Integrationsbeauftragte Michael Felgenhauer hatten Unternehmen, Schulen und Migrantenverbände zu dem Runden Tisch eingeladen.

Neben den bei der Stadt Aalen angesiedelten Berufswerbern Muammer Ermis und Julia Wilhelm stellten sich auch die in Ostwürttemberg tätigen Ansprechpartnerinnen der AJO, des Berufsvorbereitungswerks Ruppertshofen und der Handwerkskammer Ulm vor. Den drei Impulsvorträgen von Uta-Maria Steybe, Michael Felgenhauer und Sylvia Schneck-Volland zur Ausbildungssituation junger Migrantinnen und Migranten folgten intensive Gespräche mit den Berufswerbern. Es wurden Themen gesammelt, die in weiteren Treffen des "Runden Tisches Ausbildungsmarkt" im Herbst bearbeitet werden sollen. Dazu gehören unter anderem die unterschiedlichen Vergütungsstrukturen in technischen und sozialen Berufen. Eine weitere Frage wird sein, wie Unternehmen mit „bunteren Teams“ der kulturellen Vielfalt der Gesellschaft besser entsprechen können.

Erste Bilanz im Projekt "Der Weg zum Erfolg": Spätstarter nehmen zu

Die Berufswerber Julia Wilhelm (links) und Muammer Ermis (rechts) mit beratenen Jungen Menschen.
Die Berufswerber Julia Wilhelm (links) und Muammer Ermis (rechts) mit beratenen Jungen Menschen. (© Stadt Aalen)

Seit Mai 2015 gibt es in Aalen das Projekt „Der Weg zum Erfolg“. Schwerpunkt dieses vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau und der Stadt Aalen finanzierten Projektes ist es, Menschen mit Migrationshintergrund bei ihrer beruflichen Orientierung oder Neuausrichtung zu beraten und zu begleiten, Eltern über die beruflichen Möglichkeiten ihrer Kinder zu informieren und Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützten.

„Wir freuen uns, dass wir ein solches Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzieren können“, unterstreicht die städtische Beauftragte für Chancengleichheit Uta-Maria Steybe, bei der das Projekt angesiedelt ist, ihre Einschätzung, nach der hier EU-Mittel an der richtigen Stelle vergeben worden sind.

Seit etwas mehr als einem Jahr beraten und begleiten die Berufswerberin Julia Wilhelm und der Berufswerber Muammer Ermis Menschen aus allen Gegenden dieser Welt. „Wir sind offen für alle“, beschreibt Julia Wilhelm ihre Herangehensweise an die Arbeit. Neubürger seien ebenso vertreten wie Deutsche mit ausländischen Wurzeln, Schülerinnen und Schüler ebenso wie Menschen in der Arbeitslosigkeit, oder auch Eltern, die sich für die berufliche Entwicklung ihrer Kinder interessieren. Zudem fühlen sich auch Erwachsene angesprochen, die für ihr eigenes berufliches Fortkommen Unterstützung möchten.

Julia Wilhelm und Muammer Ermis sind in Aalen keine Unbekannten. Vor dem aktuellen Projekt haben sie das erfolgreiche Projekt „Azubi statt ungelernt“ betreut. Dessen Schwerpunkt lag bei der Beratung und Begleitung von Schülern und Schülerinnen. Schon im alten Projekt wurden die beiden mit der Bitte von Erwachsenen konfrontiert, sie bei beruflichen Belangen ebenfalls zu unterstützen. „Immer wieder wurden wir von Älteren angesprochen“, erklärt Muammer Ermis, und es sei schwierig gewesen, diese abweisen zu müssen. „Nun können alle Altersgruppen zur Beratung kommen“, ergänzt Julia Wilhelm.

Das neue Projekt bestätigt diesen Trend. Insgesamt 149 erwachsene Migrantinnen und Migranten und 53 Jugendliche aus den Schulen haben bisher das Beratungsangebot des Projektes wahrgenommen.

Davon haben 27 eine Arbeit und 36 einen Ausbildungsplatz bekommen. Von den 36 Ausbildungsplätzen mündeten nur 14 Teilnehmende direkt von der Schule in die Ausbildung. 22 Azubis waren älter als 20, von diesen sogar sieben älter als 25. Verglichen mit dem Vorgängerprojekt fällt auf, dass die Zahl der „Spätstarter“ zunimmt. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig: Junge Menschen verlängern ihre schulische Ausbildung, sie beginnen ein Studium und brechen dieses ab. Sie jobben zunächst nach der Schule und erkennen erst spät den Nutzen einer Ausbildung. Klar scheint zu sein, dass sich Betriebe zunehmend auf ältere Bewerber einstellen müssen. Möglicherweise besteht die Chance mit einem älteren Bewerber einen der noch offenen rund 350 Ausbildungsplätze in Aalen doch noch zu besetzen.

„Kommen Sie einfach auf uns zu!“, ermuntern Wilhelm und Ermis sowohl Ausbildungsbetriebe, als auch Jugendliche, die noch nicht wissen, wo´s lang gehen soll. „Wir helfen gerne weiter!“

Kontaktdaten

Stadt Aalen
Uta-Maria Steybe
Beauftragte für Chancengleichheit
und demografischen Wandel
Tel: 07361/52-1201
E-Mail: chancengleichheit@aalen.de

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Anschrift

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