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Aalener Architekt trägt sich ins Goldene Buch ein

Architekt Bernd Liebel geehrt – Ausstellung zeigt, was Bauen mit Holz heute kann

Auf dem Bild ist der Architekt Bernd LIebel zu sehen, der sich ins Goldene Buch der Stadt Aalen einträgt.
Architekt Bernd Liebel (Mi.) mit Oberbürgermeister Frederick Brütting (re.) und Erstem Bürgermeister Wolfgang Steidle beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Aalen im Zuge der Eröffnung der Klimadialoge-Ausstellung ?Holz.Bau.Architektur" im Aalener Rathaus. (© Stadt Aalen)

Wer das Aalener Rathaus am vergangenen Donnerstagabend betrat, spürte: Dieser Abend galt nicht nur einem Preis, er galt einer Haltung. Architekt Bernd Liebel trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein, und mit ihm eine Überzeugung für nachhaltiges und modernes Bauen.

Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting brachte es in seiner Begrüßung auf den Punkt: „Ihre Entwürfe verbinden technologische Präzision mit gestalterischer Ästhetik." Und auch der Erste Bürgermeister Wolfgang Steidle, der die Laudatio hielt, ergänzte, dass der Eintrag ins Goldene Buch nicht nur einen einzelnen Preis ehre, sondern ein Lebenswerk, auch sichtbar in der Stadt selbst. Denn Liebel ist in Aalen präsent: vom Anbau des Kopernikus-Gymnasiums, über den Plus-Energie-Fachklassentrakt des Schubart-Gymnasiums, bis hin zur neuen Feuerwache in Unterkochen oder dem Lokschuppen im Stadtoval. Bernd Liebel zeigte sich dankbar für die Auszeichnung: „Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit für eine nachhaltige Architektur – in der Region und für die Region – eine solche Würdigung und Wertschätzung erfährt.“

Holzbaupreis für Cube 68

Den aktuellen Anlass liefert allerdings ein Gebäude, das bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Der „Cube 68" in Dinkelsbühl, ein viergeschossiges Apartmenthaus, errichtet aus 68 vorgefertigten Holzmodulen, wurde aus über 200 Einreichungen mit dem Deutschen Holzbaupreis 2025 ausgezeichnet.

Dabei setzen Bernd Liebel und sein Team auf „Low Tech". Hier geht es nicht um Verzicht, sondern um einfache aber wirksame Konzepte. Diese reichen von der Nachtkühlung, die Klimaanlagen ersetzt oder Erdkanäle, die die Zuluft vortemperieren. So entsteht mit geringem Energieverbrauch ein Maximum an Komfort. Und gleichzeitig gepaart mit hohem Designanspruch. 

Wald erneuern heißt Klima schützen

Vor der Ehrung des Architekten setzte Jan Bulmer von der Holzbauoffensive Baden-Württemberg den konzeptionellen Rahmen. Sein Vortrag „ReThink Construction" machte eine oft übersehene Rechnung auf: Holz im Gebäude speichert Kohlenstoff dauerhaft. Holzbau und Forstwirtschaft gehören für Bulmer deshalb zusammen, denn das Klima verändert sich so schnell, dass der Wald nicht mehr allein hinterherkommt. Er muss aktiv mit klimagerechten Bäumen erneuert werden. Daraus entsteht ein weiterer Klimagewinn.

Nachhaltigkeit im Gebäudesektor ist auch dringend nötig, denn seit den 1950er-Jahren hat sich die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in Deutschland auf rund 50 Quadratmeter nahezu verdreifacht. Klug geplante Holzgebäude, wie der Cube 68, und Low Tech zeigen, wohin die Reise gehen muss.

Ausstellung bis 9. April

Im Anschluss eröffnete Oberbürgermeister Brütting die Wanderausstellung „Holz.Bau.Architektur" im Rathausfoyer. Neben Liebels prämierten Bau zeigt sie weitere Holzbauprojekte aus Deutschland und macht deutlich, dass Holzbau heute höher, urbaner und kreislauffähiger ist als je zuvor. Zu sehen ist die Ausstellung, die im Rahmen der Aalener Klimadialoge vorgestellt wird, bis 9. April, kostenfrei zu den Öffnungszeiten des Rathauses.

INFO

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „Aalener Klimadialoge 2026“ finden Sie auf der Homepage der Stadt Aalen unter www.aalen.de oder im Veranstaltungskalender der Stadt Aalen unter www.aalen.de/veranstaltungskalender.

PNr. 169/2026

© Stadt Aalen, 19.03.2026