Am Vorabend des Internationalen Fests feierte die Stadt Aalen gemeinsam mit dem Städtepartnerschaftsverein im Kulturbahnhof das 45-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Christchurch in England. Zusammen mit zahlreichen Bürgern setzte dieser Abend der Freundschaft ein starkes Zeichen für die Bedeutung dieser zweitältesten Aalener Städtepartnerschaft und für Aalen als weltoffene, europäisch und international ausgerichtete Stadt.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Schubart-Gymnasium unter der Leitung von Martin Eisner. Mit ausgewählten Stücken aus ihrem Programm der diesjährigen Orchesterreise nach Christchurch schlugen sie eine musikalische Brücke zwischen den beiden Partnerstädten.
In seiner Begrüßung griff Oberbürgermeister Frederick Brütting das Motto des Abends „Dear Christchurch“ auf und erläuterte, warum die Stadt an der englischen Kanalküste vielen Aalenerinnen und Aalenern ans Herz gewachsen ist. Städtepartnerschaften lebten von den Menschen, die sich mit großem Engagement für Begegnungen einsetzen und das Miteinander in den Mittelpunkt stellen. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Spaltungen zunähmen, seien solche persönlichen Verbindungen wichtiger denn je. „Dies ist nicht nur ein Jubiläum der Stadtverwaltungen, es ist das Jubiläum der Menschen. Ein Jubiläum unter Freunden“, sagte Brütting.
Dass diese Verbundenheit auch in Christchurch gelebt wird, zeigten drei Gäste aus England, die angereist waren. Howard Piper, Vorsitzender der Christchurch Twinning Association, war gemeinsam mit seiner Frau Sheila angereist. Ebenfalls begrüßte die Stadt Paul Hilliard, Stadtrat von Christchurch. In seinem Grußwort erinnerte Hilliard an die zahlreichen Begegnungen und gemeinsamen Aktivitäten der vergangenen 45 Jahre. Ein besonders eindrucksvolles Symbol dieser Freundschaft sei die Eiche, die zu Beginn der Städtepartnerschaft als „Baum der Freundschaft“ gepflanzt wurde und heute kräftig gewachsen von der Beständigkeit der Beziehungen zeuge.
Auch Oberbürgermeister a. D. Ulrich Pfeifle griff dieses Bild in seinem Festvortrag auf. Gemeinsam mit Hermann Schludi ließ er anhand zahlreicher historischer Fotografien die Entstehung der Städtepartnerschaft lebendig werden. Anschaulich schilderte er, wie die ersten Kontakte entstanden sind. Er stellte Christchurch geographisch vor und berichtete mit einem Augenzwinkern von seinen eigenen Reisen, unter anderem davon, wie man einst mit einem Kleinflugzeug von Elchingen nach Bournemouth gelangen konnte. Heute gehört Christchurch zwar gemeinsam mit Bournemouth und Poole zu einer gemeinsamen Verwaltungseinheit, doch, so Pfeifle, habe die Stadt nichts von ihrem besonderen Charme und ihrer Attraktivität verloren.
Für Ulrich Pfeifle waren und sind Städtepartnerschaften weit mehr als formelle Beziehungen zwischen Kommunen. Sie bereichern das Leben in den Städten, fördern den gegenseitigen Austausch und leisten einen wichtigen Beitrag zu Frieden und Verständigung in Europa.
Er wünschte sich, dass die Freundschaft zwischen Christchurch und Aalen auch in Zukunft weiterwachsen möge, so kräftig wie die Eiche in Christchurch.
Diesen Gedanken griff auch Claudia Thebrath, Vorsitzende des Aalener Städtepartnerschaftsvereins, auf. Sie dankte allen, die zum Gelingen des Jubiläumsabends beigetragen hatten, und warb zugleich für ein Engagement im Städtepartnerschaftsverein. Denn jede persönliche Begegnung stärke den Zusammenhalt und trage dazu bei, Freundschaften über Stadt-, Landes- und Ländergrenzen hinweg zu pflegen und weiterzuentwickeln.
PNr. 450/2026