Beim nächsten Literaturfrühstück am Dienstag, 16. Juni um 9 Uhr im Unterkochener Albert-Schweitzer-Haus stellt Michael Steffel Alfred Döblins Roman „Der blaue Tiger“ vor.
„Und wenn man meinen Namen nannte, fügte man ,Berlin Alexanderplatz' hinzu", schrieb Alfred Döblin 1955 im Nachwort zur DDR-Ausgabe seines Romans „Der blaue Tiger“ und wies damit dezent darauf hinweisen, dass er auch noch anderes geschrieben hat.
Tatsächlich fällt bis heute den meisten zu Döblin – wenn überhaupt etwas – nur dieser berühmte Großstadtroman ein. Völlig zu Unrecht, denn Döblin hat ein facettenreiches Werk hinterlassen, darunter auch die opulente Südamerika-Trilogie „Amazonas“, die den lateinamerikanischen „Magischen Realismus“ inhaltlich und stilistisch um Jahrzehnte vorwegnahm.
Der zweite Band dieser Trilogie, "Der blaue Tiger", erzählt die spannende und faszinierende Geschichte eines der großen Gesellschaftsexperimente in der Menschheitsgeschichte, die der „Jesuitenrepublik“ des 17. und 18. Jahrhunderts im heutigen Dreiländereck Paraguay-Brasilien-Argentinien.
Michael Steffel stellt den im französischen Exil geschriebenen und 1938 erstmals erschienenen Roman am Dienstag, 16. Juni, um 9 Uhr bei einem geselligen Frühstück im Evangelischen Gemeindehaus Albert-Schweitzer-Haus in der Otto-Hahn-Str. 55 in Unterkochen vor. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
PNr. 346/2026