Staatspräsident a.D. Chissano zu Besuch im Rathaus - Stadt Aalen

Staatspräsident a.D. Chissano zu Besuch im Rathaus

Geradewegs aus Paris war Joaquim Alberto Chissano, Staatspräsident a. D. der Republik Mosambik am vergangenen Donnerstag für einen Besuch nach Aalen gereist. Er hatte in Frankreich an der Sitzung der UNESCO-Konferenz teilgenommen und auf Einladung von Siegfried Lingel, Honorargeneralkonsul von Mosambik, besuchte er dessen Heimatstadt Aalen. Oberbürgermeister Thilo Rentschler empfing gemeinsam mit den Gemeinderäten den langjährigen Staatspräsidenten im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses.

(© Stadt Aalen)

„Es ist nicht alltäglich, dass wir so hochrangige Vertreter eines Landes bei uns empfangen können“, freute sich Thilo Rentschler über die große Ehre des Besuchs. Der Gast lauschte interessiert den Ausführungen des OBs, der in seiner Begrüßung auf die UNESCO-Auszeichnungen für den Limes und den Geopark mit  dem Besucherbergwerk „Tiefer Stollen“ einging.

In den 23 Jahren ihres Bestehens habe die von Siegfried Lingel mitgegründete Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft sehr viel erreicht. Er dankte im Namen der Stadt Aalen für dieses besondere Engagement zum Wohl des afrikanischen Landes. Der Gemeinderat der Stadt Aalen habe in den vergangenen 16 Jahren Projekte der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft mit insgesamt 43.000 Euro unterstützt. Dadurch sei es möglich geworden, dass Kinder, Jugendliche und Frauen aus den ärmsten Verhältnissen in Mosambik eine reelle Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben erhielten. „Das ist gut investiertes Geld - richtig investiertes Geld.“ betonte der OB und signalisierte eine weitere Förderung auch in der Zukunft.

„Ich danke Ihnen für den schönen Empfang“, freute sich der langjährige Staatspräsident, „alles sehr gut vorbereitet - sogar das Klima“, sagte er in Anspielung auf den Regen, der ihn auf der Fahrt nach Aalen begleitet hätte und der für einen Afrikaner etwas Besonderes sei.
Er dankte der Stadt Aalen und insbesondere seinem langjährigen Freund Siegfried Lingel für die Unterstützung zahlreicher Hilfsprojekte in den wichtigen Bereichen Bildung und Gesundheit. Aber sein Land benötige weitere Förderung, vor allem im Bereich der technischen Weiterbildung. „Aber die Menschen beider Länder müssen sich kennenlernen“, sagte Chissano und regte einen noch intensiveren Austausch zwischen Aalen und Mosambik an, er denke da an eine Städtepartnerschaft.

Siegfried Lingel würdigt das Engagement Joaquim Chissanos für den ganzen afrikanischen Kontinent

Lingel schilderte in seiner sehr persönlich gehaltenen Ansprache die Verdienste des langjährigen Staatspräsidenten. So hat Chissano maßgeblich die Unabhängigkeitsverhandlungen mit der ehemaligen Kolonialmacht Portugal geführt und 1974 zum Abschluss gebracht. Er war der erste Premierminister der Übergangsregierung. 1975 wurde Mosambik unabhängig. Zunächst wurde er  Außenminister des Landes und 1986 Staatspräsident.

Unter seiner Ägide wurden 1990 eine Verfassung, ein Mehrparteiensystem und die Demokratie eingeführt. 1994 gewann er die ersten demokratischen Wahlen in Mosambik und 1999 wurde er erneut gewählt. Chissano war außerdem Präsident der Afrikanischen Union, Vorsitzender der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft SADC und Gesandter des UN-Generalsekretärs.
Seit  seinem Ausscheiden aus dem Staatsamt im Jahr 2004  engagiert er sich weltweit für den Frieden und die Verständigung. Lingel schloss seine Laudatio mit einigen Anekdoten aus dem Leben seines Freundes. So werde Chissano bei jedem öffentlichen Auftritt in Mosambik begeistert bejubelt, da er sich auch jetzt noch größter Beliebtheit beim Volk erfreue und noch immer großen Einfluss in Regierungskreisen habe.
Zum Abschluss tauschte man Geschenke aus und OB Rentschler will sich im November  bei einem Besuch vor Ort über die Hilfsaktionen der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft informieren.

© Stadt Aalen, 06.07.2017