Gäste aus fünf Aalener Partnerstädten feiern das 50. Jubiläum der Reichsstädter Tage mit. Im Mittelpunkt standen Austausch, gemeinsame Herausforderungen und die Kraft langjähriger Freundschaften.
Aalen hat bei den Reichsstädter Tagen dieses Jahr nicht nur das 50. Jubiläum gefeiert, sondern auch seine internationalen Freundschaften sichtbar gemacht. Gäste aus den Partnerstädten Saint-Lô, Tatabánya, Cervia, Hatay und Saint-Ghislain waren zu den Festtagen nach Aalen gekommen. Gemeinsam mit den Aalenerinnen und Aalenern erlebten sie ein Wochenende, das einmal mehr zeigte, wie lebendig die europäischen und internationalen Verbindungen der Stadt sind.
Oberbürgermeister Frederick Brütting hieß die Delegationen beim Empfang am Samstagvormittag im Kulturbahnhof herzlich willkommen. Gemeinsam mit den ehemaligen Oberbürgermeistern Ulrich Pfeifle und Martin Gerlach sowie Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer begrüßte er die Gäste aus den Partnerstädten.
Brütting nutzte die Gelegenheit, den internationalen Gästen aktuelle Entwicklungen in Aalen vorzustellen. Dabei ging es unter anderem um Investitionen in Bildung, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels, den Städtebau und die wirtschaftliche Transformation. „Denn wir brauchen für die Zukunft kluge Köpfe“, sagte Brütting mit Blick auf die Investitionen der Stadt in Schulen und Bildung.
Auch die Folgen des Klimawandels standen im Mittelpunkt. Aalen wolle den Umbau der Stadt mit Blick auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen weiter vorantreiben. In spätestens 30 Jahren werde Aalen voraussichtlich ein Klima bekommen, das heute bereits die italienische Partnerstadt Cervia erlebt. Die Erfahrungen der südlichen Partner könnten deshalb wichtige Impulse für die Anpassung an Hitze, Trockenheit und andere Klimafolgen geben.
Darüber hinaus sprach Brütting über die Transformation der Industrie. Mit der Ansiedlung zukunftsträchtiger Unternehmen wolle Aalen neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen und den Wandel der industriell geprägten Region hin zum Photonic Valley aktiv gestalten. Auch hier sei der Austausch mit den Partnerstädten wertvoll, da viele Kommunen vor ähnlichen Aufgaben stünden.
Besonders eng ist die Verbindung zu Hatay. Nach dem schweren Erdbeben im Februar 2023 hatte die Stadt Aalen gemeinsam mit der Region eine überwältigende Spendenbereitschaft erlebt. Die Hilfsbereitschaft habe die Freundschaft zwischen Aalen und Hatay auf eindrucksvolle Weise bestätigt. Inzwischen gibt es auch einen konkreten Ausblick auf ein wichtiges Wiederaufbauprojekt: Für das Rehabilitationszentrum in Hatay ist ein Eröffnungstermin im Oktober oder November geplant.
Die internationale Verbundenheit war an den Reichsstädter Tagen überall spürbar. Die Delegationen brachten nicht nur Grüße aus ihren Heimatstädten mit. Besonders auffällig war die riesige Figur des Aalener Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart, die von der belgischen Delegation mitgebracht und zum Fotohotspot für die Besucher der Reichsstädter Tage wurde.
Insgesamt blicken Aalen und seine Partnerstädte auf 180 Jahre Städtepartnerschaften zurück. Hinzu kommen die 45-jährige Patenschaft mit der Wischauer Sprachinsel und die Freundschaft mit Vilankulo in Mosambik seit 2018.
PNr. 577/2026