Mehr als 100 Menschen haben im September Ideen für ein selbstbestimmtes und aktives Leben im Alter eingebracht. Zur gemeinsamen Veranstaltung „runDUm – Gut leben und älter werden in Aalen“ hatten der Stadt-Seniorenrat e. V. Aalen und die Stadt Aalen eingeladen. Neben interessierten Bürgerinnen und Bürgern nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus dem sozialen Bereich teil.
Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer unterstrich die Verantwortung der Stadt gegenüber der älteren Generation und die Bedeutung der gemeinsamen Mitgestaltung: „Wir als Stadt können das nicht alleine. Wir brauchen Ihre Unterstützung, Ihre kreativen Ideen und Sie als Verbündete und Mitstreiter für unsere gemeinsame Aufgabe: Wie können wir gut älter werden in Aalen?“
Josef Mischko, Vorsitzender des Stadt-Seniorenrats, führte gemeinsam mit Katja Stark, Leiterin des Amtes für Soziales, Jugend und Familie, durch den Nachmittag. Zum Auftakt betonte er, dass Seniorenarbeit lange vor einer möglichen Hilfebedürftigkeit beginnen müsse: Eine seniorenfreundliche Stadt sei keine Stadt nur für ältere Menschen. Eine seniorenfreundliche Stadt sei eine lebenswerte Stadt für alle Generationen. Gutes Älterwerden beginne damit, dass man heute gemeinsam die richtigen Voraussetzungen schaffe.
Katja Stark erläuterte die Herausforderungen des demografischen Wandels. Der Anteil älterer und hochbetagter Menschen steige, zugleich veränderten sich Familien- und Unterstützungsstrukturen. Geeigneter Wohnraum, Mobilität, Gesundheitsversorgung und verlässliche Pflegeangebote seien deshalb ebenso wichtig wie die Entlastung pflegender Angehöriger, Unterstützung im Umgang mit digitalen Angeboten, soziale Kontakte und lebendige Quartiere.
Genowajte Strauß, Koordinatorin der kommunalen Seniorenarbeit, stellte bestehende Angebote vor. Dazu zählen Wohn- und Sozialberatung, Fahrdienste, Bewegungs- und Digitalangebote sowie Hilfen bei Pflege und Demenz. Sie lud die Bürgerschaft ein, die Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung zu nutzen.
Im Mittelpunkt stand anschließend der Austausch mit den Gästen. An Stellwänden sammelten sie konkrete Vorschläge und Wünsche: mehr bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum, gemeinschaftliche Wohnformen und Begegnungsorte, zusätzliche Fahrdienste und barrierefreie Wege. Weitere Anliegen waren die Unterstützung pflegender Angehöriger, örtliche Beratungsstellen bei Demenz und eine verlässliche haus- und fachärztliche Versorgung. Auch eine Ehrenamtsbörse und eine bessere Vernetzung bestehender Angebote wurden angeregt.
Die Ergebnisse werden ausgewertet und über die Kanäle der Stadt veröffentlicht. Einzelne Schwerpunkte sollen in weiteren „runDUm“-Veranstaltungen vertieft werden. Zudem sucht die Stadt das Gespräch mit Partnern aus dem sozialen Bereich, um die benannten Bedarfe gemeinsam zu besprechen.
PNr. 616/2026