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Notfalltreffpunkte in Aalen

Die Stadt Aalen baut ihre kommunale Krisenvorsorge weiter aus. Basierend auf einem Musterkonzept des Landes wird mit der Einrichtung von Notfalltreffpunkten ein zusätzlicher Baustein geschaffen, der den Bürgerinnen und Bürgern auch bei außergewöhnlichen Ereignissen eine verlässliche und wohnortnahe Anlaufstelle bieten soll.

Zum Einsatz kommen die Notfalltreffpunkte insbesondere bei länger andauernden Stromausfällen, dem Ausfall von Telefon- und Mobilfunknetzen, Extremwetterereignissen sowie größeren Schadens- und Katastrophenlagen. Gerade wenn Telefon, Internet oder Mobilfunk ganz oder teilweise ausfallen und damit wichtige Informationswege nicht mehr zur Verfügung stehen, sollen die Notfalltreffpunkte eine Lücke schließen.

„Mit den Notfalltreffpunkten schaffen wir wichtige Einrichtungen, um der Bevölkerung in der Kernstadt und in allen Ortschaften in einer Krisensituation Orientierung und Informationen vermitteln zu können“, sagt Oberbürgermeister Frederick Brütting. „Die Notfalltreffpunkte sind ein zentraler Bestandteil unserer Krisenvorsorge und erhöhen die Resilienz unserer Stadt. Gerade in Krisensituationen und Großschadenslagen ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall wissen, wo sie Informationen und Hilfsangebote bekommen“, ergänzt Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer.

Dabei verstehen sich die Notfalltreffpunkte ausdrücklich nicht als Notunterkünfte für länger andauernde Unterbringungen. Vielmehr handelt es sich um zeitlich befristete Anlauf- und Vermittlungsstellen, die die bestehenden Strukturen der Gefahrenabwehr ergänzen.

Informationen, Hilfe und Unterstützung vor Ort

Zu den zentralen Aufgaben der Notfalltreffpunkte gehören die Weitergabe von Informationen an die Bevölkerung, die Entgegennahme und Weiterleitung von Hilfeersuchen und Hilfsangeboten sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen. Je nach Lage können die Einrichtungen zudem als Aufenthalts-, Wärme- oder Koordinationspunkte genutzt werden.

Für die Standorte greift die Stadt Aalen auf öffentliche Gebäude zurück. Vorgesehen ist vor allem die Nutzung von Mehrzweck- und Sporthallen, die den Menschen vor Ort bekannt sind und im regulären Betrieb anderen Zwecken dienen. Bei der Auswahl der Gebäude spielen unter anderem eine gute fußläufige Erreichbarkeit, ausreichende Raumkapazitäten, die Möglichkeit einer Notstromversorgung, sanitäre Einrichtungen sowie eine entsprechende Grundausstattung eine Rolle. Auch die bauliche Eignung und insbesondere die Barrierefreiheit werden berücksichtigt. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Versorgung des gesamten Stadtgebiets.

Als Notfalltreffpunkte sind folgende Einrichtungen vorgesehen:

 

  • Kernstadt: Sporthalle am Galgenberg, Stadthalle und Ulrich-Pfeifle-Halle
  • Dewangen: Wellandhalle
  • Ebnat: Jurahalle
  • Fachsenfeld: Woellwarth-Halle
  • Hofen: Glück-Auf-Halle
  • Unterkochen: Festhalle
  • Unterrombach-Hofherrnweiler: WeststadtZentrum
  • Waldhausen: Turn- und Festhalle
  • Wasseralfingen: Talsporthalle

Aktivierung je nach Lage

Ob ein oder mehrere Notfalltreffpunkte in Betrieb genommen werden, entscheidet sich abhängig von der jeweiligen Lage. Die Aktivierung erfolgt durch den Oberbürgermeister, den Bürgermeister als Leiter des Verwaltungsstabs beziehungsweise dessen Vertreter oder durch die jeweilige Einsatzleitung. Eine Inbetriebnahme ist insbesondere bei länger andauernden Versorgungsunterbrechungen vorgesehen.
Grundsätzlich wird über die bestehenden Warnkanäle der Stadt informiert, ob und welche Notfalltreffpunkte aktiviert werden. Dies kann beispielsweise über die Warn-Apps NINA oder Katwarn, über Social-Media-Kanäle oder Fahrzeuge mit Durchsageeinrichtung erreicht werden.

Für den Betrieb werden die Gebäude mit einer an den jeweiligen Standort angepassten Grundausstattung versehen. Dazu gehören unter anderem eine autarke oder mobile Notstromversorgung, batteriebetriebene Beleuchtung sowie einfache Kommunikationsmittel wie Aushänge oder Lautsprecher. Ergänzt wird die Ausstattung durch grundlegendes Büro- und Erste-Hilfe-Material sowie Zubehör für die Kennzeichnung von Personal. Die weitere Ausstattung der einzelnen Standorte wird gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr abgestimmt und schrittweise auf- und ausgebaut.

Stadtverwaltung und Ehrenamtliche übernehmen Betrieb

Der Betrieb der Notfalltreffpunkte wird in erster Linie mit vorhandenem Personal der Stadtverwaltung sichergestellt. Für die Einrichtungen in der Kernstadt übernimmt das Amt für Schulen, Sport und Bäder als zuständige Stelle für die Hallenbelegung den Betrieb. Mitarbeitende des Hochbauamtes unterstützen beim Betrieb der Hallen. In den Ortschaften werden die Notfalltreffpunkte primär vom Personal der jeweiligen Ortschaftsverwaltung betreut.

Die Freiwillige Feuerwehr unterstützt insbesondere beim Aufbau und bei der technischen Ausstattung der Notfalltreffpunkte sowie bei der Weitergabe von Notrufen. Ergänzend sollen ehrenamtlich Engagierte vor Ort eingebunden werden.

Notfalltreffpunkte werden sichtbar gekennzeichnet

Im Ausschuss für Kultur, Bildung und Finanzen wurden die geplanten Notfalltreffpunkte in der Sitzung am 23. September vorgestellt. Im Anschluss werden die vorgesehenen Gebäude mit entsprechender Beschilderung gekennzeichnet. Damit werden die Notfalltreffpunkte bereits im Alltag und regulären Betrieb für die Bevölkerung sichtbar.

Ein QR-Code auf den Schildern führt direkt zu weiteren Informationen auf der Internetseite der Stadt Aalen. Dort finden Bürgerinnen und Bürger sowohl Informationen zu den Notfalltreffpunkten als auch weitergehende Hinweise zur persönlichen Vorsorge und zum Verhalten in Notlagen.

Eigenvorsorge bleibt wichtiger Bestandteil

Neben den kommunalen Maßnahmen spielt auch die persönliche Vorsorge der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Wer für mögliche Notlagen vorbereitet ist, kann im Ereignisfall zunächst selbstständig zurechtkommen. Dadurch können sich die Einsatz- und Hilfsorganisationen auf besonders dringende Notfälle konzentrieren.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe stellt den Kommunen hierzu umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. Die Informationen können über die Internetseite des Bundesamtes abgerufen werden. Zudem werden entsprechende Broschüren im Rathaus, in den Bezirksämtern und Geschäftsstellen sowie in den Büchereien der Stadt Aalen ausgelegt.

Mit dem Aufbau der Notfalltreffpunkte und der Information der Bevölkerung schafft die Stadt damit zusätzliche Strukturen für den Fall, dass gewohnte Kommunikations- und Versorgungswege vorübergehend nicht zur Verfügung stehen.

INFO

Mehr Informationen zu den Notfalltreffpunkten in Aalen und zu Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter: www.aalen.de/bevoelkerungsschutz und www.bbk.de 
 

PNr. 610/2026

© Stadt Aalen, 29.09.2026