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Zum 100. Geburtstag von Prof. Dr. Hermann Bausinger

Am 17. September wäre der gebürtige Aalener Kulturwissenschaftler und langjährige Jury-Vorsitzende des Schubart-Literaturpreises 100 Jahre alt geworden

Der Kulturwissenschaftler und Germanist Professor Dr. Hermann Bausinger war ein wahrhaft Wortgewaltiger – in Wort und Schrift, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Am 17. September 2026 wäre der „Vater der empirischen Kulturwissenschaft“, wie er oft genannt wurde, 100 Jahre alt geworden.

Bausinger hat ein umfangreiches Werk aus fast 70 Jahren Forschens und Publizierens hinterlassen. Über 1.100 Veröffentlichungen von ihm sind in Bibliothekskatalogen nachgewiesen.

Vor hundert Jahren wurde Bausinger in Aalen als Sohn eines Bankbeamten geboren. Nach Kriegsteilnahme, Gefangenschaft und Abitur an der Schubart-Oberschule studierte er Germanistik, Anglistik, Geschichte und Volkskunde an der Universität Tübingen. 1952 promovierte er mit einer Arbeit über das volkstümliche Erzählgut seiner ostwürttembergischen Heimat. Neben der Volkskunde bzw. der später so genannten „Empirischen Kulturwissenschaft“ sollte ihn dieses Thema sein Leben lang begleiten.  Seine Habilitationsschrift „Volkskultur in der technischen Welt“ von 1959 wurde zur Streitschrift und zum Plädoyer für eine neue Herangehensweise an das Forschungsgebiet.

1960 wurde er im Alter von 34 Jahren zum Professor für Volkskunde an seiner Alma Mater berufen und blieb ihr bis zu seiner Emeritierung treu. Auch als er 1992 nach 40 Jahren Forschung in den Ruhestand ging, publizierte und forschte er unermüdlich weiter bis zu seinem Tod am 24. November 2021.

Seiner Heimatstadt Aalen blieb Hermann Bausinger zeitlebens verbunden. Besonders sichtbar wurde dies durch sein jahrzehntelanges Engagement für den Schubart-Literaturpreis. Von 1962 bis 2001 gehörte er der Jury an, ab 1991 als ihr Vorsitzender. Unter seinem Vorsitz zeichnete die Jury unter anderem Ralf Giordano, Alice Schwarzer, Hellmut G. Haasis und Robert Gernhardt mit dem Literaturpreis aus. Seine geschliffenen und mit feiner Ironie gewürzten Laudationes waren regelmäßig Höhepunkte der Festakte zur Schubartpreis-Verleihung. Für seine großen Verdienste um seine Heimatstadt verlieh ihm die Stadt Aalen 2001 die Große Ehrenplakette in Silber. 

INFO

In Folge 14 vom Audioarchiv Aalen über den Schubart-Literaturpreis kommt Hermann Bausinger mehrfach zu Wort. Einmal bei der Jurysitzung 1986 und dann ist die Laudatio auf Alice Schwarzer im Jahr 1997 zu hören. 

Link: 
www.aalen.de/audioarchiv (Folge 14, Jurysitzung ab 30:34 und Laudatio ab 1:02:33)

PNr. 567/2026

© Stadt Aalen, 16.09.2026