Stadtoval Aalen – Aalener schauen zurück und in die Zukunft
Am Tag des offenen Denkmals haben sich viele Bürger für den Veränderungsprozess im Gebiet östlich der Bahnlinie interessiert. Sie ließen sich die städtebaulichen Absichten auf dem Gelände der ehemaligen Eisenbahnreparaturwerkstätte, des späteren Baustahlareals erläutern.
Philipp Maier, Leiter des Stadtmessungsamtes, und Projektleiter Stadtoval Aalen, konnte zirka 40 interessierte Bürger zu einer Führung über das Gelände begrüßen. Viele kamen mit Ihrem Wissen aus der Zeit, als das Bahngelände noch unter Dampf stand.
Philipp Maier konnte anschaulich, teilweise auch direkt an der Gebäudesubstanz und mit Bildern und Plänen die Entwicklung des Gebietes seit 1861 aufzeigen. Er zeigte auf, welche Bedeutung der seit dem Mittelalter betriebene Erzabbau auf die Industrialisierung von Aalen hatte. Dass mit der Remstalbahn, der Brenzbahn und der Verbindung nach Nördlingen, Aalen Verkehrsknotenpunkt wurde, hat die Entwicklung der Stadt über die mittelalterliche Stadtmauer hinaus erst ermöglicht.
Bis zu 300 Beschäftigte im Reichsbahn-Ausbesserungswerk Aalen um 1920 hat die Siedlungsentwicklung im Hirschbach wesentlich unterstützt. In Folge ließen sich weitere Industriebetriebe nieder, die zum Aufschwung der Stadt Aalen beitrugen.
Neue Innovationen, wie z.B. Einführung der Elektrizität, der Bau von Wasserleitungen und die Erfindung des Autos führten dann zu radikalen veränderten Arbeitsabläufen und reduzierten Flächenansprüchen. Die Bahn musste sich dem anpassen, so dass sich bereits ab den 30iger Jahren Veränderungen abzeichneten.
Nach dem die Bombardierung des Bahngeländes im April 1945 wesentliche Teile der Werkstätten und Lokschuppen zerstörten, wurde der Aufbau bereits an die neuen Anforderungen angepasst.
Ab Mitte der 50er Jahre übernahm die Firma Baustahlgewebe Zug um Zug das Gelände, nachdem das Betriebswerk verlagert und die Bahnlinie Stuttgart voll elektrifiziert wurde.
© Stadt Aalen, 13.09.2011